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Saison 2001

Mit Comeback in Stuttgart zufrieden

Kristina Da Fonseca-Wollheim hat Golden-League-Starts im Visier

Tempomacherin in Oslo – Mit Einstand für neuen Verein zufrieden

„Ich habe jetzt noch zwei Wochen Zeit, zu trainieren und werde dann in Oslo für Gabriela Szabo die Pace machen. Mit einer zweiten Tempoläuferin muss ich sie bis 3000 Meter ziehen. Ich kann so auf mich aufmerksam machen und hoffe, über meinen Manager Jos Hermens in die weiteren Meetings rein zu rutschen. Nach den Schwierigkeiten im Winter bin ich mit den Platzierungen in Stuttgart und meiner jetzigen Form sehr zufrieden. Der Einstand für die LG war okay. Wäre ich die 800 Meter nicht gelaufen, wäre die Zeit über 1500 Meter auch nicht besser gewesen.“

Der Wechsel vom SV Halle zur LG Eintracht Frankfurt hat ihr einen neuen Motivationsschub gegeben, wenn sie auch zugibt, noch nicht oft in Frankfurt gewesen zu sein und ihr Training wie gewohnt mit ihrem Coach und Lebenspartner Jens Bodemer in Berlin absolviert.

„Ich bin dort sehr herzlich aufgenommen worden und fühle mich sehr wohl. Das war beim SV Halle nicht anders, aber der Verein konzentriert sich jetzt mehr auf die Nachwuchsarbeit. Mit Irina Mikitenko, Petra Wassiluk, Kirsten Münchow, Susanne Keil und Peter Blank hat die LG bekannte Athleten vorzuweisen: „Ich habe erst in der letzten Zeit mitgekommen, wer von den deutschen Top-Athleten in Frankfurt ist. Es sind einige. Dafür, dass es nicht der so große Verein ist, haben wir schon fünf oder sechs WM-Teilnehmer, da muss Quelle Fürth/München erst mal hinkommen.“

Über Praktikum beim Radio zu einer Fernsehkarriere?
Jens Bodemer war es auch, der sie im März zu dem Trainingslager in Südafrika überredete. Ohne ihn wäre sie nicht schon wieder dort, wo sie jetzt stehe. Die Zwangspause hat Kristina da Fonseca-Wollheim, deren ungewöhnlicher Name auf portugiesische Vorfahren zurückzuführen ist, genutzt, um sich beruflich neu zu orientieren. Das Studium hatte sie drei Jahre unterbrochen, um sich der Sportfördergruppe der Bundeswehr anzuschließen. Im Herbst will sie neben dem Studium fürs Radio arbeiten. „Im Herbst beginne ich ein Praktikum beim Sender Freies Berlin, vorerst beim Radio in der Sportredaktion. Es ist naheliegend, dass ich zuerst da eingesetzt werde. Ich hoffe, dann weiter zu kommen, also zum Fernsehen. Da mein Studium mit Germanistik und Philosophie in eine ganz andere Richtung geht, würde ich gerne auch mal in die Kulturredaktion reinschauen. Nur Sport, Sport, Sport, das muss nicht sein.“

Wenn der Körper mitspielt, möchte sie noch bis Athen 2004 weitermachen. Das nächste große Ziel sei natürlich die EM im eigenen Lande und nach 2004 könnte der Marathon eine weitere Herausforderung in ihren Vorstellungen sein. Eine lange Zeit für eine Athletin, die sicherlich auch in Zukunft nicht nur durch ihren Namen auf sich aufmerksam machen wird.