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Saison 2001

Mit mehr Routine auf EM-Kurs

Elena Herzenberg erlebte in diesem Jahr eine Achterbahnfahrt

Herzenberg startet für den ABC Ludwigshafen und trainiert auch dort unter Juri Tscherer sieben- bis achtmal in der Woche. „Wir sind eine gute Hochsprunggruppe geworden“, lobt sie das gemeinsame Training unter anderem mit dem mehrfachen Jugendmeister Johannes Fieber und Heike Siener. „Das ist ein ganz guter Trupp.“ Das Training lässt sich mit ihrem Betriebswirtschaftsstudium („Ich wollte nicht den üblichen Weg wählen und auch noch tagsüber mit dem Sport zu tun haben“) in Mannheim sehr gut vereinbaren. Beruflich liebäugelt sie nach ihrer Sportlerkarriere mit den Bereichen Sportmarketing oder -management und ist froh, dass sich durch ihr Studium der Freundeskreis auch auf andere Metiers erstreckt: „Das ist ganz gut, um noch einen Bezug zu einer anderen Welt zu haben.“

Mit dem Ende des „schönen Juniorenlebens“ hat die 1,85 Meter große Blondine im nächsten Jahr wie alle deutschen Leichtathleten mit der Europameisterschaft in München ein klares Ziel: „Darauf arbeiten wir hin.“ Sie hofft, von den athleten- und nachwuchsfreundlichen Nominierungsrichtlinien des DLV, der in Bayern eine möglichst große Mannschaft an den Start schicken will, profitieren zu können. Die Hallen-EM in Wien ist noch kein fester Bestandteil ihres Wettkampfplans: „Wenn es kommt, kommt’s. Wenn die Höhen vorher stimmen, fahre ich gerne mit.“

„Elena Supergirl“ will mit Leistung auf sich aufmerksam machen

Der deutsche Frauen-Hochsprung, der sich seit der großen Zeit von Heike Henkel und Alina Astafei von der Weltspitze deutlich entfernt hat, braucht neuen Schwung. Das weiß natürlich auch Elena Herzenberg. „Es stagnierte zwar die letzte Zeit, aber es kommt“, ist sie voller Hoffnung, erkennt aber auch, dass man zwei Meter springen muss, um international ganz große Erfolge feiern zu können. Für ihren Verein, den ABC Ludwigshafen, war sie aber bereits in diesem Frühjahr das „Elena Supergirl“, wie es auf der Vereinswebsite prangt. „Da gibt es sogar einen Comic dazu“, lacht Herzenberg, die weiß, wie wichtig es wäre, dass die Zuschauer auch in ihrer Disziplin wieder eine Identifikationsfigur haben: „Das dauert und kommt nicht von heute auf morgen.“ Deshalb gibt es für sie auch ein klares Motto: „Ich würde gerne über Leistung auf mich aufmerksam machen.“ Den Anfang hat die in der ehemaligen Sowjetunion geborene Hochspringerin, die mit drei Jahren nach Thüringen kam, in diesem Jahr mit einer deutlichen Steigerung auf 1,94 Meter zumindest in der Halle schon gemacht.

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