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Auf dem Sprung in die Spitze

Bastian Swillims geht mit neuem Schwung in die Hallensaison

Für den 19jährigen, der am 9. Dezember erst Geburtstag feierte, gibt es eine weitere Veränderung. Nachdem er bisher das Trikot der LG Olympia Dortmund überstreifte, startet er künftig für den TV Wattenscheid 01: „Ich fühle mich bisher total wohl in Wattenscheid und bin wie in eine große Familie aufgenommen worden. Dort scheint ein guter Nährboden für eine langjährige Zusammenarbeit vorhanden zu sein.“ Den Ausschlag für den Wechsel gaben auch Differenzen mit der Dortmunder Vereinsspitze, was die Trainerwahl betraf. „Ich habe Ziele und diese kann ich nur erreichen, wenn ich mich in Ruhe darauf vorbereiten kann“, stellt der Abiturient, für den finanzielle Aspekte nie von Bedeutung waren, klar. Trotzdem war es für ihn keine leichte Entscheidung: „Dortmund ist meine Heimatstadt und deshalb fühle ich mich damit schon verbunden.“ Immerhin betreibt er schon seit 15 Jahren Sport bei seinem Stammverein, dem der LGO angehörenden TV Einigkeit Dortmund-Barop, wo er 1986 mit dreieinhalb Jahren schon Mitglied wurde.

Damals brachte ihn das Mutter- und Kind-Turnen dorthin. „Irgendwann war ich dann zu groß, um von der Mutter an der Hand über den Balken geführt zu werden“, lacht er. Über einen Freund hat er sich schließlich in der Leichtathletik versucht. Mit Erfolg, den ersten Wettkampf konnte er gleich als Sieger beenden: „Dann habe ich mir gesagt, hier bleib ich.“ Im Schüleralter vertrieb er sich in den Lauf- und Sprungbewerben die Zeit. Nach einer Zwangspause 1998 feierte er im Jahr darauf ein tolles Comeback und überraschte mit unerwarteten Erfolgen. Aus seinen Versuchen im Mehrkampf leitete sein Trainer letztlich ab, dass Bastian Swillims vor allem für die Stadionrunde geeignet ist: „Thomas Görz hat erkannt, dass ich von diesen zehn Disziplinen eigentlich nur eine kann.“

Motiviert in eine „spaßige“ Hallensaison 2002

Die bevorstehende Hallensaison will Swillims nutzen, um sich gut zu präsentieren. „Ich glaube, ich habe reelle Chancen, vorne mitzumischen. Ich werde die Hallensaison auf jeden Fall voll durchziehen.“ Damit schielt er auf den A-Endlauf bei den Deutschen Meisterschaften, über eine Medaille will er aber noch nicht spekulieren. Dafür flirtet er durchaus mit einer Staffelnominierung für die Hallen-Europameisterschaft in Wien: „Da wäre ich schon ganz gerne dabei.“ Auch, weil er als junger Athlet noch unter keinem so großen Druck steht und ihm die Starts unter Dach viel Spaß bereiten.

Der junge Läufer geht davon aus, dass sich die deutschen 400-Meter-Läufer auch im kommenden EM-Jahr weiterentwickeln. „Ich denke, da wird sich wieder einiges tun“, gibt er sich optimistisch, „Ingo Schultz hat neuen Schwung reingebracht.“ Etwas vorsichtig blickt er insgesamt noch für sich selbst trotz der zweifelsohne guten Perspektiven in die Zukunft: „Im ersten Jahr bei den Männern kann ich sicher noch nicht ganz soviel erwarten.“ Sich in der nationalen Spitze zu etablieren, lautet das vorrangige Ziel, bevor er die großen internationalen Aufgaben in Angriff nehmen will.

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