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Weltmeisterschaft in Edmonton

Steeple-WM-Preview

Die Vorschau auf den Saisonhöhepunkt in Edmonton – Männer (2)

31.07.01 (fc) In wenigen Tagen fällt der Startschuss für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Edmonton. Die nationalen und internationalen Topathleten haben sich akribisch auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet, um auf den Punkt fit zu sein. In unseren Previews nehmen wir die einzelnen Disziplinen unter die Lupe, wägen die deutschen Chancen ab und wagen einen Medaillentipp.

110 Meter Hürden:

DIE LAGE:
Das Duell, das sich Allen Johnson und Olympiasieger Anier Garcia in Monaco lieferten, könnte auch die Auseinandersetzung der Weltmeisterschaft sein. Aber Vorsicht, mit dem Olympia-Zweiten Terrence Trammell lauert dahinter starke Konkurrenz. Eine gute Saison lief auch der Südafrikaner Shaun Bownes. In Abstinenz von Colin Jackson könnte der Lette Stanislavs Olijars die Rolle des schnellsten Europäers übernehmen. 

DEUTSCHE CHANCEN:
Der DLV ist in Vollbesetzung vertreten: Mike Fenner, Florian Schwarthoff und Jerome Crews, die aber allesamt nach den Deutschen Meisterschaften noch keine Zeiten anboten, die sie für die Weltspitze qualifizieren. Fenner lief in Mals zumindest eine deutsche Jahresbestzeit und scheint der Stärkste aus dem Trio zu sein. Trotzdem: ein DLV-Athlet im Endlauf wäre schon ein Erfolg.

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Johnson – Garcia – Trammell

400 Meter Hürden:

DIE LAGE:
Olympiasieger Angelo Taylor (USA) musste in London die schnellste Zeit des Jahres Felix Sanchez (DOM) überlassen. Der Franzose Stephane Diagana zeigte in den letzten Wochen, dass er nicht weit entfernt ist. Ob Fabrizio Mori die Titelverteidigung gelingt, ist fraglich. Der Italiener besitzt aber eine reelle Medaillenchance, die man auch dem „Saudi“ Hadi Sou’an Al-Somaily einräumen muss. Weitere Endlauf-Kandidaten sind James Carter (USA), Dai Tamesue (JPN) und Llewellyn Herbert (RSA). Auch der Brite Chris Rawlinson zeigte zuletzt ansteigende Form. 

DEUTSCHE CHANCEN:
kein deutscher Teilnehmer

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Taylor – Sanchez – Diagana

3000 Meter Hindernis:

DIE LAGE:
Der Mann, der diese Disziplin im Juli vorrangig beherrschte, fehlt. Wilson Boit Kipketer konnte sich bei den Trials nicht qualifizieren. Aber Kenia ist mit Bernard Barmasei, Raymond Yator und Olympiasieger Reuben Kosgei nichts desto trotz in der Favoritenrolle. Die Marokkaner Ali Ezzine und El Arbi Khattabi sehen im Gegensatz zum Vorjahr nicht so aus, als seien sie in der Lage, um den Sieg mitzulaufen. Aber eine Medaille könnte dennoch nach Nordafrika gehen.

DEUTSCHE CHANCEN:
Der Großengottener Ralf Aßmus muss sich ganz darauf konzentrieren, den Vorlauf zu überstehen. Kein leichtes Unterfangen…

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Barmasei – Kosgei – Khattabi

Hochsprung:

DIE LAGE:
In den letzten beiden Jahren hatten sich mit Vjacheslav Voronin und Sergej Kljugin zwei Russen durchgesetzt. Bei den Landesmeisterschaften übersprangen neben dem Olympiasieger noch Yaroslav Rybakov und Aleksandr Kravtsov 2,31 Meter. Die Ukraine hat mit Andrey Sokolovskiy und Sergey Dymchenko ebenfalls zwei starke Leute aufzubieten. Diese osteuropäische Phalanx könnten am ehesten der junge Südafrikaner Jacques Freitag oder die Schweden Stefan Holm und Staffan Strand sprengen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Athleten, die in diesem Jahr schon die 2,30 Meter knackten.

DEUTSCHE CHANCEN:
Auch Martin Buss hat eine Jahresbestleistung von 2,30 Metern von den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart, wo er noch den Sprung in das WM-Aufgebot schaffte, stehen. Zunächst einmal muss er aber in den Endkampf einziehen. Eine Medaille wie vor zwei Jahren in Sevilla wäre eine Überraschung, gerade nach den gesundheitlichen Problemen, die der Leverkusener in der Zwischenzeit zu bekämpfen hatte. Aber er scheint deshalb besonders motiviert zu sein…

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Kljugin – Sokolovskiy – Rybakov

Stabhochsprung:

DIE LAGE:
Das ambitionierte deutsche Trio bekommt es mit einer interessanten Konkurrenz zu tun. Dass sich der Australier Dmitri Markov mit seinem 5,95-Meter-Sprung in Monaco in die Favoritenrolle katapultiere, kann Ecker, Stolle und Spiegelburg nur recht sein. Olympiasieger Nick Hysong (USA) kämpfte lange um seine Form, zeigte sich zuletzt aber in aufsteigender Verfassung. Sein Landsmann Lawrence Johnson, der seit seinem Hallentitel von Lissabon vor allem mit großen Worten bestach, sagte die WM verletzungsbedingt ab. Aleksandr Averbukh, Pavel Burlachenko und Viktor Chistiakov sollte man im Commonwealth Stadium beachten. Weltmeister Maxim Tarasov fällt nach einer Verletzung aus und muss den Titel kampflos abgeben. 

DEUTSCHE CHANCEN:
Die deutschen Stabakrobaten, diesmal Danny Ecker, Michael Stolle und Richard Spiegelburg, sollten in diesem Jahr endlich in der Lage sein, nicht nur von den Medaillen zu träumen. Die Tagesform wird auch darüber entscheiden, wer am Ende der beste DLV-Athlet ist.

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Markov – Ecker – Hysong

Weitsprung

DIE LAGE:
Mit dem Russen Danila Burkenya schob sich bei den Landesmeisterschaften in Tula und auch in Monaco ein neuer Name in den Blickpunkt. Mit seiner Olympia-Erfahrung aus dem letzten Jahr sollte man den 1,98-Meter-Riesen auf der Rechnung haben. Das musste der Jamaikaner James Beckford, mit 8,41 Metern Weltjahresbester, auch in Monte Carlo erkennen. Die Hoffnungen der USA ruhen auf Savante Stringfellow. Der 21jährige Hussein Tahe Al-Sabee (KSA) ist ebenfalls zum Favoritenkreis zu zählen. Auch wenn sich der Kubaner Ivan Pedroso im bisherigen Saisonverlauf nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, führt der Weg zu den Top Drei nur über ihn. 

DEUTSCHE CHANCEN:
Für den jungen Leverkusener Schahriar Bigdeli wird es eine Herausforderung, die Qualifikation zu überstehen. Dafür ist wohl eine Acht vor dem Komma nötig. Dass er das kann, hat er in diesem Sommer bereits bewiesen.

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Beckford – Pedroso – Burkenya

Dreisprung:

DIE LAGE:
Olympiasieger Jonathan Edwards wird beruhigt nach Edmonton fliegen, nachdem er den Dreisprung in den letzten Wochen fast nach Belieben bestimmte. Mit Charles Friedek ist der deutsche Weltmeister nach einer Verletzung vom Europacup bereits zum Zuschauen gezwungen. Der junge Schwede Christian Olsson gehört wie Hallen-Weltmeister Paolo Camossi zum Kreis der heißesten Medaillenanwärter. Phillips Idowu (GBR), Larry Achike (GBR) und Michael Calvo (CUB) könnten weitere Anwärter sein.

DEUTSCHE CHANCEN:
Für den Berliner Thomas Moede hängen die Trauben recht hoch. Er wird aber auf alle Fälle mit wichtigen Erfahrungen aus Kanada zurückkehren.

STEEPLE-MEDAILLENTIPP:
Edwards – Olsson – Camossi