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Olympische Sommerspiele in Sydney

Korzeniowski erster Olympiasieger

Leichtathletik-Auftakt in Sydney – Harju überrascht Nelson

22.09.00 (fc) Am ersten Tag der Leichtathletik-Bewerbe bei den Olympischen Spielen sicherte sich der Pole Robert Korzeniowski über 20km Gehen das erste Gold. Allerdings profitierte er von einer Disqualifikation des Siegers Bernardo Segura (MEX). In 1:18:59 Stunden ließ Korzeniowski den Mexikaner Noe Hernandez und den Russen Vladimir Andrejev hinter sich. Der Deutsche Andreas Erm, der lange auf Medaillenkurs lag, wurde guter Fünfter (1:20:25 h) und war mit sich zufrieden („Mehr war heute nicht drin“). Das war auch der finnische Kugelstoßer Arsi Harju, der in Vor- und Endkampf die Konkurrenten um Adam Nelson und Yuri Belonog überraschte. Mit 21,29 Metern sorgte er für den ersten überraschenden Olympiasieg. Oliver-Sven Buder wurde Achter.

In den Vorläufen überzeugte Claudia Gesell über 800 Meter als Zweite in 1:58,56 min hinter der überlegenen Stephanie Graf (AUT) im schnellsten der fünf Rennen. Titelfavoritin Maria Mutola (MOZ) gestaltete ihren Lauf souverän, während Weltmeisterin Ludmila Formanova (CZE) verletzungsbedingt nicht ins Ziel kam. 

Im Kugelstoßen blieb Michael Mertens in der Qualifikation auf der Strecke. Schwache 18,72 Meter reichten nur zu Platz zwölf in der zweiten Gruppe. Hingegen kam Sven-Oliver Buder auf 19,96 Meter und erreichte erwartungsgemäß den Endkampf. Der Finne Arsi Harju beeindruckte in der Ausscheidung mit der persönlichen Bestleistung von 21,39 Metern. Vor dem Endkampf stellten die Recken entschlossene Mienen zur Schau. Und wieder war es Arsi Harju, der mit 21,29 Metern die Konkurrenz schockte. So sehr, dass der Weltjahresbeste Adam Nelson (USA; 21,21 m) am Ende enttäuschter Zweiter war. Der mit heiß gehandelte Yuri Belonog (UKR) konnte sogar nicht einmal in den Kampf um die Medaillen eingreifen, der den US-Vertretern gehörte. John Godina, für C.J. Hunter nachnominiert, holte mit 21,20 Metern Bronze. Andy Bloom blieb wie schon in Sevilla nur der vierte Platz. Oliver-Sven Buder (D) konnte um die vorderen Plätze nicht mitstoßen. 20,18 Meter bedeuten den achten Platz. Buder erkannte nachher: „Eine verkorkste Saison lässt sich in einem Wettkampf nicht aufholen.“

Bei den Speerwerfern kämpfen Boris Henry (84,58 m) und Raymond Hecht (84,00 m) um die Medaillen. Die größte Weite in der Qualifikation erzielten Jan Zelezny (CZE) mit 89,39 Metern und Kostas Gatsioudis (GRE) mit 88,41 Metern.

Seine Nominierung nicht rechtfertigen konnte Marc Blume. Als Vorlauf-Vierter musste er auf die Zeit hoffen, aber 10,42 Sekunden waren zu wenig. Ato Boldon (TRI) lief in 10,04 Sekunden die mit Abstand schnellste Zeit in allen 100-Meter-Vorläufen. Bei den Frauen peilen die großen Namen die nächsten Runden an. Fynes, Arron, Pintusevich, Jayasinghe, Ferguson, Sturrup, Jones, Thanou, Ottey und Gaines gewannen die Vorläufe. 

Auch auf der Stadionrunde kamen bei den Männern alle Favoriten mühelos eine Runde weiter. Als einziger blieb Alvin Harrison in 44,96 Sekunden unter der 45-Sekunden-Marke. Von den drei Briten erreichte nur Daniel Caines die nächste Runde. Weit unter den Erwartungen blieb der Waliser Jamie Baulch als Letzter seines Vorlaufs. 

Irina Mikitenko (D) zeigte sich im 5000-Meter-Vorlauf mit an der Spitze und erreichte in überzeugender Manier mit einer Zeit von 15:14,76 Minuten den Endlauf. Die drei Rennen gewannen Gabriela Szabo (RUM), Rose Cheruiyot (KEN) und Sonia O’Sullivan (IRL).

Cathy Freeman (AUS) und Marion Jones (USA), die vermeintlichen Superstars der Spiele, begrüßten sich vor ihren Abendrennen freundlich auf der Aufwärmbahn. Ihre Auftritte konnten sie beide ohne Mühe absolvieren. Freeman wurde dabei von über 100.000 begeisterten Zuschauern bei ihrem Vorlaufsieg über 400 Meter unterstützt. Marion Jones hatte nach 10,83 Sekunden über 100 Meter ein Lächeln auf den Lippen und stand im Halbfinale. Merlene Ottey (11,08 sec), Zhanna Pintusevich (11,08 sec) und Sevatheda Fynes (11,10 sec) entschieden die restlichen Viertelfinalläufe für sich. Bei den Männern gab es mit Olympiasieger Donovan Bailey das erste prominente Opfer. Der Kanadier, der in den letzten Tagen an einer fiebrigen Erkältung litt, verursachte den ersten Fehlstart, als er alles auf eine Karte setzte. Diese Taktik deutete bereits darauf hin, dass er nicht fit ist. Bei einem weiteren Fehlstart war es Bailey, der am längsten auslief. Als es dann beim dritten Startschuss auf die Strecke ging, brach Bailey ab, als er merkte, dass er keine Chance hatte und trudelte aus. Sorgen macht man sich im britischen Lager um ihren Hoffnungsträger Dwain Chambers, der sich zwar als Sieger für das Halbfinale (10,12 sec) qualifizierte, aber mit schmerzverzerrtem Gesicht und Oberschenkelproblemen sofort in den Katakomben des Olympiastadions verschwand. Ihre Medaillenansprüche unterstrichen Maurice Greene (10,10 sec), Ato Boldon (10,11 sec) und Obadele Thompson (10,04 sec).

In der Dreisprung-Qualifikation der Frauen setzten sich alle Favoritinnen durch. Die größte Weite erzielte dabei die Weltjahresbeste Tatjana Lebedeva mit 14,91 Metern. Zittern musste Ashia Hansen (GBR), die nach zwei ungültigen Versuchen im dritten Anlauf 14,29 Meter erreichte und dem Himmel dankte. Im Hochsprung lieferte der Deutsche Wolfgang Kreissig eine fehlerfreie Vorstellung ab und erreichte mit 2,27 Metern das Finale ebenso souverän wie Weltmeister Vjacheslav Voronin (RUS), Stefan Hom (SWE) und Konstantin Matusevich (ISR). Christian Rhoden (D) wird fehlen, wenn am Sonntag die Karten neu gemischt werden. 2,24 Meter reichten für den Leverkusener nur zu Rang acht in seiner Gruppe. Er befand sich mit Tim Forsyth (AUS) und Charles Austin (AUS) in prominenter Gesellschaft unter den Ausgeschiedenen.

Über 10000 Meter ließ sich Titelverteidiger Haile Gebreselassie (ETH) den Vorlaufsieg in 27:50,01 Minuten nicht nehmen. Auch die Mitfavoriten Patrick Ivuti (KEN), Assefa Mezgebu (ETH), Paul Tergat (KEN) und Mohammed Mourhit (BEL) erreichten souverän das Finale.

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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