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Junioren-Europameisterschaft in Grosseto

Sonnenschein und Kämpfertyp

Nachwuchshoffnung Nadine Hentschke jagt bereits die deutsche Spitze

Zwischenzeitliche ernsthafte Wirbelsäulenprobleme, die zwei Winter Pause und zwei Operationen erforderlich machten, hat Nadine Hentschke mittlerweile hinter sich gelassen. „Jetzt komme ich auch im Sprint wieder an die Zeiten heran, die ich vor drei Jahren gelaufen bin.“ Was zugleich, ihre verschiedenen Vorlieben in der Leichtathletik anschneidet. „Der Weitsprung ist immer noch meine heimliche Liebe“, lacht sie. Trotzdem will sie sich nunmehr auf ihren Paradebewerb konzentrieren: „Wenn man eine Disziplin richtig angeht, reicht das auch.“

Leistungsstarke Trainingsgruppe beim Team Niederrhein 

Mit Jennifer Komoll, Katja Gotthardt und Sabrina Mulrain, die sich nach ihrer Verletzung in der Hallensaison wieder langsam an den Sport herantastet, kommen noch drei weitere interessante Athletinnen vom Team Niederrhein, die zusammen mit Nadine Hentschke eine schlagkräftige Trainingsgruppe bilden: „Wir trainieren so oft wie möglich zusammen.“ Das Talent der Moerserin wurde früh entdeckt. Bereits im Kindergarten machte sie auf sich aufmerksam, hatte zu dem Zeitpunkt aber noch keine Lust, sich einem Leichtathletik-Verein anzuschließen. Das setzte sich in der Grundschule zunächst noch fort, bis sie schließlich 1990 doch beim VfL Repeln, für den sie neun Jahre lang startete, landete. „Das erste Training hat mir gleich gut gefallen und dann bin ich regelmäßig hingegangen“, erinnert sie sich.

Dabei gab es in den jungen Jahren der Nadine Hentschke durchaus auch andere Interessen, die sie nach geraumer Zeit wieder „drangegeben“ hat, wie sie sagt. Schwimmen oder Ballett gehörten dazu. Irgendwann stand sie vor der Entscheidung, sich zwischen ihrem musikalischen Talent, das sie neun Jahre lang an der Orgel auslebte, und ihren Ambitionen auf der Bahn zu entscheiden. „Ich brauche auch die Bewegung. Nur Musik wäre nicht das Wahre gewesen“, erläutert sie ihren damaligen Entschluss. Wenn es der Sport erlaubt, widmet sie sich heute als Ausgleich hin und wieder zumindest noch der Gitarre. Alleine für das tägliche Training gehen momentan mit Fahrzeit mindestens drei Stunden drauf. Nach dem bestandenen Abitur wird sie voraussichtlich im Oktober in Essen mit ihrem Sportstudium beginnen, mit dem klaren Ziel, später an einem Gymnasium Sport zu unterrichten.

Kämpferin Nadine Hentschke: „Weiß, dass es nach jeder Verletzung wieder bergauf geht“

Auch in diesem Jahr musste Hentschke zwischen der Hallensaison, aus der sie mit dem Vize-Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund hervorging, und dem ersten Freiluftstart wieder einen Rückschlag hinnehmen. Als die Vorstufe eines Ermüdungsbruches festgestellt wurde („Zum Glück bin ich rechtzeitig zum Arzt gegangen“), war eine achtwöchige Trainingspause unmittelbar vor dem Trainingslager unumgänglich. So blieb nicht anderes übrig, als die Zeit in Portugal im April und Mai überwiegend mit Training im Wasser sinnvoll zu überbrücken und mit speziellen Einlagen den Fuß zu schonen. „Das hat alles gut geklappt und ist vollständig verheilt“, freut sich Nadine Hentschke, die danach gleich zu einem neuen Höhenflug in ihrer eigentlich noch jungen sportlichen Karriere ansetzte und damit einmal mehr bewiesen hat, dass sie ein Kämpfertyp ist, auf den man sich in den nächsten Jahren auf und neben der Bahn freuen darf.

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