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DLV-Meeting in Dortmund

Danny Ecker schafft Olympianorm

Wenige wirklich herausragende Leistungen – Schumann souverän

08.07.00 (fc) Nur wenige internationale Spitzenathleten hatten sich nach Dortmund verirrt, um die deutschen Asse herauszufordern. So waren in einigen Disziplinen die nationalen Größen gefordert, sich gegenseitig zu den noch fehlenden Olympianormen zu pushen. Das klappte nur bedingt. Die Highlights gab es im Stabhochsprung der Männer, den Tim Lobinger mit 5,80 Metern gewann, und über 800 Meter. Dort lief Nils Schumann zu einem ungefährdeten Sieg mit einer Zeit unter 1:45 Minuten. Danny Ecker schaffte mit 5,70 Metern die erste Olympianorm, was aufgrund seiner längeren Verletzungspause besondere Anerkennung verdient. Nun scheint immer wahrscheinlicher, dass ein für deutsche Verhältnisse relativ kleines Team nach Sydney fährt. Im Vergleich zu Atlanta vor vier Jahren hat erst die Hälfte des damaligen numerischen Aufgebots ihr Olympiaticket in der Tasche. In den Vorläufen über 100 Meter siegten die Mainzerin Marion Wagner (11,41 sec), Marc Blume (10,32 sec) und Patrick Schneider (10,34 sec). Im Endlauf kam Andrea Philipp, die sich im Staffelrennen verletzte, mit 11,32 Sekunden auf Rang zwei hinter Irina Pukha (UKR; 11,29 sec). Ein Duell mit dem Briten Dwain Chambers lieferte sich Marc Blume im Finale, das er in der neuen deutschen Jahresbestzeit von 10,28 Sekunden erfolgreich gestalten konnte.

„Ich habe einige gute Weiten im Training geworfen und das gab doch Sicherheit“, stellte Hammerwurf-Sieger Karsten Kobs nach dem Wettkampf fest. Für die drei Wochen bis zu den Deutschen Meisterschaften kündigte er hartes Training an. Der Weltmeister siegte mit 79,35 Metern vor Heinz Weis (78,45 m).

Über 800 Meter lief Linda Kisabaka (2:01,40 min) ein offensives Rennen und stürzte geschafft ins Ziel. Für die Norm von zwei Minuten reichte es aber dennoch nicht. Heike Meissner versuchte, über 400 Meter Hürden von der vor ihr laufenden Trainingskollegin Ulrike Urbansky zu profitieren. Sie wagte so auch nach 300 Meter eine Attacke, wurde aber von Urbansky in 55,23 Sekunden auf der Zielgerade ausgekontert und kam schließlich in 55,60 als Dritte ins Ziel.

Lars Riedel erzielte im Diskuswerfen mit 67,13 Metern im fünften Versuch eine neue deutsche Jahresbestleistung, die aber der Litauer Virgilius Alekna prompt mit 68,48 Metern konterte.

Nils Schumann lief die 800 Meter überlegen in guten 1:44,87 Minuten nach Hause. Nico Motchebon konnte ein weiteres Mal keine Ansprüche auf die Olympianorm anmelden (1:46,89 min). 

Ähnlich erging es Florian Schwarthoff über 110 Meter Hürden. „Ich bin ein bisschen ratlos“, meinte der Olympiamedaillengewinner von 1996. Er fühlt sich selbst deutlich besser, seine Ansprüche liegen aber doch bei Zeiten um 13,30 Sekunden, so dass er bei den Zeiten, die er momentan läuft, auch keine Berechtigung erhebt. „Es geht mir nicht einfach nur darum, die Norm zu laufen.“ Um einiges glücklicher war der Ulmer Ralf Leberer, der zwar hinter Colin Jackson und Falk Balzer „nur“ Dritter wurde, aber noch Steigerungspotential sieht.

Grit Breuer konnte über 400 Meter die geforderten 51,00 Sekunden nicht knacken und musste den Sieg der Russin Svetlana Goncharenko überlassen. Ingo Schultz machte sich über 400 Meter auf die Jagd des zwei Bahnen vor ihm laufenden Stefan Holz. Auf der Zielgerade hatten aber beide Läufer nichts mehr zuzusetzen und mussten den Sieg dem Bremer Lars Figura (46,40 sec) überlassen. Überraschungszweiter wurde Benjamin Nitze (Leverkusen; 46,75 sec). Die Messlatte Olympianorm lag zu hoch. „Man kann nicht immer gewinnen“, kommentierte Ingo Schultz treffend seinen siebten Rang und diese für ihn neue Erfahrung.

Über 3000 Meter Hindernis gab es den erwarteten kenianischen Sieg durch Jerome Abraham. Sehr gut in Szene setze sich Ralf Assmus, der zu einer neuen persönlichen Bestleistung von 8:24,11 Minuten lief. Damian Kallabis hielt sich zunächst zurück, verbesserte sich aber noch auf den dritten Rang.

Mit einer Tempomacherin ging es auf die 1500 Meter der Frauen. Die deutschen Olympiaaspirantinnen nahmen das Tempo an, trotzdem klappte es nicht so, wie es sich die Läuferinnen gewünscht hätten. Kristina Da Fonseca-Wollheim behielt in 4:06,74 Minuten Oberhand vor Sylvia Kühnemund (4:07,07 min). Die Chemnitzerin Kathleen Friedrich wurde Vierte (4:07,71 min).

Als Höhepunkt der Veranstaltung kann man getrost den Stabhochsprung der Männer bezeichnen. Tim Lobinger sprang mit 5,80 Metern zum Sieg. Viel wertvoller war allerdings der zweite Rang von Danny Ecker, der nach seiner längeren Verletzungspause erstmals die DLV-Olympianorm überquerte. Bei den Frauen machten die Springerinnen den Sieg bei 4,30 Meter aus, wobei Sabine Schulte die wenigsten Fehlversuche vorwies. 

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