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Olympische Sommerspiele in Sydney

Favoriten über 200 Meter im Finale

Verwirrung um Erki Nool im Zehnkampf – 1500-Meter-Elite im Endlauf

28.09.00 (fc) Die Favoriten Marion Jones und Ato Boldon auf den 200 Metern zeigten in den Halbfinalläufen keine Schwächen. Wirbel gab es um Zehnkämpfer Erki Nool. Nachdem er zunächst im Diskuswerfen drei ungültige Versuche hatte, folgte ein erfolgreicher Protest und plötzlich lag er nach dem Stabhochsprung in der Zwischenwertung wieder auf Rang zwei. Bei den Frauen steht die komplette Weltspitze über 1500 Meter im Endlauf.

Marion Jones spielte sich weiter mit der Konkurrenz und teilte sich angesichts ihres Mammutprogramms dabei die Kräfte gut ein. Wie schon in der zweiten Runde, brauchte sie sich auch im Halbfinale über 200 Meter nicht anzustrengen. In 22,40 Sekunden gewann sie locker. Im zweiten Lauf ging es für die Australierinnen Melinda Gainsford-Taylor und Cathy Freeman, die begeistert empfangen wurden, um den Finaleinzug. Freeman hatte nach einem schwachen Start Mühe, noch als Vierte in die nächste Runde einzuziehen. Gainsford-Taylor wurde hinter Susanthika Jayasinghe (SRI) und Pauline Davis-Thompson (BAH; 22,38 sec) Dritte.
Bei den Männern unterstrich John Capel (USA) seine Medaillenansprüche. In 20,10 Sekunden lief er die schnellste Zeit im Halbfinale. Ato Boldon hielt sich als Dritter bedeckt. Der Grieche Konstantinos Kenteris (GRE) machte als Schnellster des zweiten Laufs (20,20 sec) erneut auf sich aufmerksam. Ausgeschieden sind Francis Obikwelu (NGR) und Floyd Heard (USA).

1500 Meter: Komplette Elite im Endlauf
Über 1500 Meter kämpften die Frauen ebenfalls um die Qualifikation für den Endlauf. Suzy Favor Hamilton übernahm nach zweieinhalb Minuten die Führung im ersten Lauf – gefolgt von Kelly Holmes. Auf der letzten Runde schoben sich auch Lidia Chojecka (POL) und Nouria Merah-Benida (ALG), die in 4:05,24 Minuten gewann, in die vorderen Positionen. Die sehbehinderte Marla Runyan (USA) wurde Sechste. Im zweiten Lauf hielt sich Gabriela Szabo zunächst bedeckt, lief sogar auffällig auf der Außenbahn, um im entscheidenden Moment anzutreten. Vor der letzten Runde war Kutre Dulecha (ETH) eingekeilt. Szabo fiel zurück, so dass sie nochmals attackieren musste. Dulecha versuchte es innen. Auf der Zielgerade brachte Beclea-Szekely (4:06,61 min) den ersten Rang nach Hause. Kutre Dulecha, Gabriela Szabo und Carla Sacramento erreichten ebenfalls den direkten Aufstieg. Somit ist die Basis für einen spannenden Endlauf geschaffen.

Verwirrung und Proteste wegen Erki Nool
Verwirrung total gab es im Zehnkampf um den Esten Erki Nool. Beim dritten Versuch im Diskuswerfen hatte er zunächst die Ringkante touchiert. Danach war zum dritten Mal die rote Flagge gezückt worden. Nool raus? Der estische Verband legte Protest ein und hatte Erfolg. Dann der Gegenprotest der Briten und USA. Wieder stattgegeben. Am Ende des Theaters nahm Nool am Stabhochsprung teil und wurde nach diesem Bewerb, den er mit für ihn mäßigen 5,00 Metern abschloss, an zweiter Position in der Gesamtwertung geführt. Mike Maczey kam als einziger neben dem Schweden Henrik Dagard über 5,10 Meter. Frank Busemann und Stefan Schmid meisterten 5,00 Meter. Tomas Dvorak konnte mit nur 4,40 Metern nicht glänzen. Frank Busemann präsentierte sich nach dem schwachen Diskusbewerb im Speerwerfen mit 64,91 Meter wieder besser. Auch Tomas Dvorak warf den Speer weit hinaus – fast an die 70-Meter-Marke. Aber beide brachten die Durchhänger im Laufe der zwei Tage um ihre Chancen.

Bericht zu den Vormittagsbewerben des 6. Tages

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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