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Olympische Sommerspiele in Sydney

Behinderung keine Hürde
auf dem Weg ins Finale

von Sandy Wilzek

28.09.00 (sw) Als heute Abend im Olympiapark von Sydney die Halbfinalläufe über 1500 Meter der Frauen gestartet wurden, wussten bestimmt viele Menschen im Stadion nicht, dass unten auf der Bahn eine Frau lief, die ihre Konkurrenten nur schemenhaft wahrnehmen kann. Maria Runyan, die 31jährige Amerikanerin, besitzt seit ihrer Kindheit nur noch zehn Prozent der normalen Sehkraft.

Doch diese körperliche Beeinträchtigung konnte sie nicht davon abhalten, in diesem olympischen Lauf ein überaus beherztes Rennen zu zeigen. Anfangs orientierte sie sich noch vorsichtig am Ende des Feldes, als sie aber merkte, dass das Tempo nicht allzu hoch war, kam sie langsam nach vorn, um sogar einige Meter zu führen. Auch wenn sie am Ende nur Sechste wurde und sich damit nur über die Zeit für das Finale qualifizieren konnte, ist diese Leistung nicht hoch genug einzuschätzen. Die mehrmalige Siegerin bei Paralympics hat bewiesen, dass man auch mit einer Behinderung bei Olympischen Spielen starten kann und damit sicher einigen Menschen, die mit einer körperlichen Beeinträchtigung leben müssen, neuen Mut gemacht. Wenn also am Samstag die Frauen über 1500 Meter die Olympiasiegerin ermitteln, lohnt es sich auf jeden Fall einmal genau hinzuschauen und der sympathischen Frau ganz besonders die Daumen zu drücken.

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