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Olympische Sommerspiele in Sydney

Korzeniowski gelingt Double

Steffi Nerius im Finale – Britische Sprintstaffel raus

29.09.00 (fc) Er konnte es kaum fassen, als er das Ziel erreichte. Der polnische Geher Robert Korzeniowski hat als erster Athlet der Geschichte auf beiden Strecken Olympiagold gewonnen. Auf den 50 Kilometern distanzierte er den Letten Aigars Fadejevs um über eine Minute. In der Speerwurf-Qualifikation überzeugte die Leverkusenerin Steffi Nerius mit einer persönlichen Bestleistung von 65,76 Metern. Die britische Sprintstaffel der Männer vergeigte den Vorlauf und schied aus.

Im Steeple-Interview spekulierte Robert Korzeniowski im Juli noch ein bisschen darüber, was möglich sein könnte in Sydney. Nun hat der 32jährige Routinier Taten sprechen lassen, nachdem ihm Gold über die Kurzstrecke durch die umstrittene Disqualifikation von Bernardo Segura zuteil wurde. Die Geher hatten auf den mörderischen 50 Kilometern von Beginn an mit den warmen Temperaturen zu kämpfen. Korzeniowski zeigte sich ständig mit an der Spitze. Nach 35 Kilometern setzte sich mit ihm eine Vierergruppe ab. Später löste sich der Pole und hatte nach 45 Kilometern rund eine Minute Vorsprung. Dahinter setzte sich der Lette Aigars Fadejevs vier Kilometer vor dem Ende an die zweite Position. Korzeniowski kam nach 3:42:22 Stunden ins Ziel, fiel glücklich auf die Knie und küsste die Bahn. Fadejevs erreichte mit 1:18 Minuten Rückstand das Ziel vor dem Mexikaner Joel Sanchez. Bester Deutscher war Mike Trautmann in 3:56:19 Stunden als Neunzehnter. Zwei Plätze hinter ihm kam sein Bruder Denis ins Ziel. Robert Ihly gab auf. Noch ist aber der Doppelsieg von Korzeniowski nicht besiegelt, da Bernardo Segura wegen seiner nachträglichen Disqualifikation über die Kurzstrecke das Schiedsgericht angerufen hat. Die Erfolgschancen des Protests werden jedoch als eher gering eingeschätzt.

Steffi Nerius überzeugt in Qualifikation
Nachdem Tanja Damaske verletzt den Heimflug antreten musste, ohne überhaupt das Olympiastadion von innen gesehen zu haben, war es an Steffi Nerius, die deutschen Farben im Speerwurf zu vertreten. Die Leverkusenerin machte ihren Job gut. Mit 65,76 Metern im ersten Versuch erzielte sie in der ersten Qualifikationsgruppe die größte Weite. Übertroffen wurde dies nur in der zweiten Ausscheidung durch die Kubanerin Osleidys Menendez. Ausgeschieden sind die australischen Hoffnungsträgerinnen Louise Currey und Jo Stone, die im Vorfeld mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatten. Ansonsten versammelt sich am morgigen Samstag die gesamte Weltspitze um die Norwegerin Trine Hattestad zum Kampf um die Medaillen. Nach dem souveränen Auftritt von Nerius darf man hoffen, dass sie um eine vordere Platzierung mitwerfen kann.

Britische Männer-Sprintstaffel ausgeschieden – Deutsche Sprinterinnen im Halbfinale
Mit großen Hoffnungen waren die Briten in der 4×100-Meter-Staffel angetreten. Aber erstens kommt es anders… Dwain Chambers war gefrustet, als er als mit Abstand als Letzter auf die Zielgerade geschickt wurde. Die Sache war gelaufen, seine Kollegen hatten die Staffelübergaben total in den Sand gesetzt. Chambers joggte nur noch ins Ziel und später wurde die britische Staffel sogar noch disqualifiziert. Die schnellste Zeit der Vorläufe lieferten die US-Boys mit Weltmeister Maurice Greene in 38,15 Sekunden ab. Die Kanadier kämpften sich auch ohne Donovan Bailey und Bruny Surin um eine Runde weiter. Bei den Frauen bekamen die USA einen Vorgeschmack darauf, welche Gefahr von Jamaika und den Bahamas ausgeht. Diese Truppen legten in 42,46 bzw. 42,58 Sekunden die schnellsten Vorlauf-Zeiten auf die Bahn. Aber auch ohne Marion Jones hatte das US-Quartett keine Mühe und erreichte souverän als Vorlaufsieger in 42,93 Sekunden das Halbfinale. Die DLV-Staffel wurde hinter Jamaika in 42,82 Sekunden Zweite und qualifizierte sich im Gegensatz zu den Australierinnen, bei denen bereits die erste Übergabe nicht klappte.

Über 4×400 Meter der Männer wurden die Nigerianer und Polen von den Bahamas zu den schnellsten Vorlaufzeiten getrieben. Am Ende setzte sich Nigeria in 3:01,20 Minuten knapp durch. Zu einem komfortablen Sieg kamen die favorisierten US-Amerikaner, die in 3:03,52 Minuten das Halbfinale ebenso erreichten wie die schnellen Jamaikaner und Briten.

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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