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Olympische Sommerspiele in Sydney

Die Enttäuschten

Die Steeple-Analyse der deutschen Olympia-Starter

01.10.00 (fc) Die deutsche Leichtathletik-Mannschaft blieb bei den Olympischen Spielen mit nur fünf Medaillen deutlich hinter dem Ergebnis der letzten Weltmeisterschaft in Sevilla, als es noch zwölfmal Edelmetall gegeben hatte, zurück. Der DLV selbst wollte sich am Ergebnis von den letzten Spielen in Atlanta (sieben Medaillen) orientieren. Was zunächst wie eine bescheidene Parole schien, zeichnete sich bereits nach wenigen Tagen als zu hohe Hürde ab. 

Die Enttäuschten
Marc Blume
Etwas mehr hatten wir uns vom einzigen deutschen Sprinter schon erhofft. 10,42 Sekunden und Platz vier im Vorlauf reichten weder zum direkten noch indirekten Aufstieg in die Zwischenläufe. Es gelang ihm um Längen nicht, seine Saisonbestzeit von 10,19 Sekunden, mit der er sogar eine Halbfinalchance gehabt hätte, zu bestätigen und enttäuschte damit vor allem die Verantwortlichen, die sich für seine Nominierung als Härtefall eingesetzt hatten. 

Karsten Kobs und Heinz Weis
Hängende Köpfe gab es im deutschen Hammerwurflager. Weder Weltmeister Karsten Kobs, noch dem abtretenden Heinz Weis gelang es, die Qualifikation zu überstehen. Sogar der Dritte im Bunde, der junge Markus Esser, war nach seinem Aus „total geknickt“. Die beiden nationalen Topwerfer realisierten angesichts der Weiten im Finale selbst, welche Chance ihnen durch die Lappen gegangen war. Mit einer guten Leistung hätten sie vorne mitwerfen können. So blieb ihnen aber nur der undankbare Platz auf der Tribüne.

Petra Wassiluk
Die Darmstädterin verpasste in schwachen 33:23,03 Minuten den Finaleinzug über 10.000 Meter deutlich. Das war mehr als eineinhalb Minuten über ihrer Saisonbestzeit, die sie nach Sydney gebracht hatte. Das allein zeigt auf, dass mehr drin gewesen wäre für die Deutsche Meisterin. Auch wenn man das Leistungsvermögen nicht unbedingt vergleichen kann, so zeigte Irina Miktenko als Fünfte über 5000 Meter, wie man es angehen könnte.

Franka Dietzsch
Schon in der Qualifikation lief es nicht für die Weltmeisterin. Mit 60,74 Metern rutschte sie gerade mal so in das Finale. Dort reichten 63,18 Meter für die als heiße Goldmedaillenkandidatin gehandelte Diskuswerferin nur zum sechsten Platz. Ihr fehlte schlichtweg in der entscheidenden Saisonphase die Sicherheit, um weit zu werfen. Außerdem bereiteten ihr Knieprobleme, die vermutlich eine Operation unumgänglich machen, zusätzlich Kopfzerbrechen. Nach hervorragenden Saisonleistungen gab es für die Neubrandenburgerin keinen Saisonhöhepunkt in Australien. 

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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