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Olympische Sommerspiele in Sydney

Skandale bei Olympia

von Sandy Wilzek

29.09.00 (sw) Wie heute bekannt wurde, hat sich der Läufer Astylos von Kroton vom Tyrannen von Sykrakus Gelon abwerben lassen, vorauf seine Heimatstadt mit der Zerstörung seiner Ehrenstatue und der Umwandlung seines Hauses in ein Gefängnis reagierte.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob bei diesen Worten irgendetwas nicht stimmen kann, liegen sie genau richtig. Die Geschichte hat sich zwar genauso abgespielt, aber nicht im Jahre 2000, sondern 488 v. Chr.
Die Skandale der Neuzeit, bei denen Dopingvergehen an der Spitze stehen, haben, wenn man dem antiken Reiseschriftsteller Pausanias glaubt, ihre Vorbilder bei den Olympischen Spielen der Antike.

Auch damals schon waren Ruhm und Wohlstand, den ein Olympiasieg verhieß, verlockend genug, um mit unerlaubten Mitteln gegen seine Konkurrenten zu kämpfen oder wie in dem oben beschriebenen Fall der Prestigegewinn für eine Stadt, die einen Olympiasieger zu ihren Bürgern zählen durfte so groß, dass ein Athlet auch schon mal von seiner Heimatstadt abgeworben wurde.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Jahre 388 v. Chr., als der Boxkämpfer Eupolos aus Thessalien drei seiner Gegner mit Geld bestach, darunter auch der amtierende Olympiasieger Phormion aus Halikarnassos.

Die Olympischen Spiele waren also noch nie „saubere“ Spiele, wie sie von vielen Funktionären immer wieder erklärt werden, doch das soll auf keinen Fall eine Entschuldigung sein für die Dopingfälle, die es auch in diesem Jahr wieder gab. Die Beispiele zeigen nur, das Skandale, wie sie heute fast schon alltäglich scheinen, nicht nur Bestandteile des modernen Sports sind, sondern vielmehr schon genauso lange existieren, wie die Olympischen Spiele selbst, und deshalb muss der Kampf gegen den Einsatz von illegalen Mitteln weitergehen, damit vielleicht irgendwann einmal Skandale zur Geschichte gehören.

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