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Boston-Marathon

Fatuma Roba peilt vierten Erfolg an 

Für Kenianer geht es um das Olympiaticket

16.04.00 (fc) Die Läufe in London, Hamburg und Rotterdam sind noch nicht richtig aufgearbeitet, da steht für die Marathon-Fans am 17. April schon die Zugabe in Boston auf dem Programm. Beim traditionsreichsten Stadtmarathon überhaupt geht es für die kenianischen Männer um zwei Startplätze für Olympia. Entsprechend dicht gefüllt ist die Starterliste. Bei den Frauen schickt sich die starke Äthiopierin Fatuma Roba an, zum vierten Mal in Folge zu triumphieren.

Die Olympiasiegerin kennt die Strecke wie kaum eine andere im Feld der Spitzenläuferinnen. Im letzten Jahr hatte sie das Rennen in 2:23:35 Stunden für sich entschieden und die Nachfolge von Uta Pippig, die die Siege von 1994 bis 96 abonniert hatte, endgültig angetreten. Nun ist es an Roba, die als erste Afrikanerin in Atlanta den olympischen Marathon gewann, ein weiteres Mal Leichtathletik-Geschichte zu schreiben. Eine, die ihr dieses Ziel durchkreuzen will, ist die Südafrikanerin Elana Meyer. Die 33jährige nimmt zum vierten Mal in Boston teil und hat noch nie gewonnen. Über 10.000 Meter qualifizierte sie sich bereits für Sydney. Sehr zu beachten wird auch die Rumänin Anuta Catuna sein, die 1998 in Boston eine neue Bestleistung aufgestellt hatte (2:27:34 h), aber im letzten Jahr als Zehnte Lehrgeld zahlen musste. Als jüngste Mitfavoritin geht die Chinesin Sun Yingjie an den Start. Die erst 21jährige ist aber keinesfalls ein „Greenhorn“! Im Vorjahr hatte sie lange Zeit das Rennen mitbestimmt, war letztlich aber als Elfte ihrem eigenen Tempo zum Opfer gefallen. Wenn Yingjie die Lehren daraus gezogen hat, ist sie ein Geheimtipp für Boston und auch schon für Sydney! Weitere interessante Namen im Feld sind Catherine Ndereba, Lorna Kiplagat, Irina Bogacheva und Renata Paradowska.

Beinharte Auseinandersetzungen sind bei den Männern zu erwarten. Der kenianische Verband hat entschieden, dass die zwei schnellsten Läufer in Boston einen Startplatz bei Olympia erhalten. Entsprechend wird die Starterliste von den Kenianern angeführt. Titelverteidiger Joseph Chebet sollte dabei vor allem Moses Tanui beachten, der im letzten Jahr mit dem niedrigen Anfangstempo nicht zurecht kam, allerdings 1996 und 98 bereits zweimal Boston gewonnen hatte. Für den 34jährigen Tanui sollte allein schon sein wahrscheinlich letzter Olympiastart genug Motivation sein. John Kagwe, zweifacher New-York-Marathon-Gewinner, hatte in der Vergangenheit stets Probleme mit der teils abschüssigen Strecke in Boston. Er rechnet sich aber ebenso gute Chancen aus wie sein Landsmann Ondoro Osoro, der vor zwei Jahren in Chicago mit einer Superzeit von 2:06:54 Stunden sein Marathondebüt gab. Die wesentlich jüngeren Philip Tarus (25) und Jackson Kabiga (23) würden diesen alten Hasen ebenso wie der frühere Berlin-Marathon-Sieger Elijah Lagat gerne ein Schnippchen schlagen. Die Fortsetzung der kenianischen Siegesserie – seit 1991 gab es in Boston nur kenianische Erfolge  – scheint vorprogrammiert und könnte wohl nur von dem Mexikaner Alejandro Cruz oder Silvio Guerro (ECU) durchkreuzt werden.

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