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28.05.01 (dg) Bei den westdeutschen Meisterschaften in Mönchengladbach-Rheydt waren die
65,80 m von Diskuswerfer Michael Möllenbeck und die 20,87 Sekunden des Neu-Dortmunders Ingo Schultz, der außerdem die 100 Meter in 10,66 Sekunden zurücklegte (beides „Hausrekorde“) die wertvollsten Leistungen des schwülwarmen Tages. Beide setzten sich damit an die Spitze der deutschen Jahresbestliste, außerdem bedeuten die 65,80 Meter die WM-Norm für Edmonton.
Weitere Jahresbestleistungen gingen auf das Konto von Alexander Kosenkow (10,43 s über 100 m), Ulrike Urbansky (55,99 s über 400 m Hürden), Marcus Adam (2,19 m im Hochsprung) und Jan Reinberg (50,59s s über 400 m Hürden). Sina Schielke bestach als dreifache Meisterin (100m, 200m, 4 x 100 m), wobei sie mit ihren Staffelkolleginnen Silke Maurer, Sandra Möller und Katchi Habel in 45,21 Sekunden eine neue Bestmarke über 4 x 100 Meter setzen konnte. In einem interessanten Duell über die kurze Hürdenstrecke setzte sich Juliane Sprenger (13,24 s) gegen die gerade aus den USA heimgekehrte Kirsten Bolm (13,26 s) durch. Für Kirsten Bolm, die ihre Collegezeit an der Bringham Young University erfolgreich beendet hat und in Deutschland für die Sporthochschule Köln startet, steht nun ein konsequentes Training für ihre Spezialdisziplin 100 Meter Hürden auf dem Programm. Zu oft wurde sie im Rahmen ihres Stipendiums genötigt, in Disziplinen zu starten, die ihr eigentlich nicht liegen, der Universität aber die nötigen Punkte brachten. Ihre gelegentlichen Seitensprünge zum Mehrkampf sieht sie trotz ansprechender Leistungen aber nicht als weiter förderungswürdig. Bei aller hörbaren Kritik an dem Collegesystem in den USA, gibt sie aber auch zu, sehr viele interessante Erfahrungen gemacht zu haben und letztendlich waren es die vier Stipendienjahren, die sie aus dem sportlichen Tal herausbrachten. Nun steht allerdings die Sommersaison in Europa an und darauf kann man bei der sichtlich gelöst wirkenden Kirsten Bolm gespannt sein. Diejenigen, die den Weg zum Grenzlandstadion gefunden haben, konnte neben den genannten Spitzensportlern auch Frank Busemann antreffen, der endlich wieder sorgenfrei trainieren kann und nun jede Möglichkeiten wahrnimmt, Wettkampfpraxis zu sammeln. In Rheydt meisterte er als Dritter 4,80 Meter im Stabhochsprung und war damit halbwegs zufrieden. „Die Zeit um diesen Sommer noch so richtig in Form zu kommen ist, eigentlich zu kurz, aber die WM-Norm sollte in Ratingen eigentlich machbar sein“ meinte er zum Online-Magazin. „Mich wurmt es, dass ich in der letzten Saison zum ersten Mal keine meiner persönlichen Bestleistungen

steigern konnte und noch mehr ärgere ich mich über die 8706 Punkte, die nun schon seit meiner Jugend als Bestleistung stehen.“ Bis Athen 2004 will er sich Zeit nehmen, um auch diesen statistischen Makel auszulöschen, den Biss dazu, so macht es den Eindruck, hat er jedenfalls noch.