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Marathon-Sonntag

Paul Tergat gibt Marathondebüt

London, Hamburg und Rotterdam erleben ihre Laufspektakel


19.04.01 (fc) Das Marathon-Wochenende des Jahres steht vor der Tür. In London, Hamburg und Rotterdam warten die Veranstalter am Sonntag mit ihren eigenen Headlinern auf. Im Mittelpunkt steht dabei in England das Debüt auf den 42,195 Kilometern des Kenianers Paul Tergat, dem manche sogar eine neue Weltbestzeit zutrauen. In Hamburg bekommt es die Deutsche Katrin Dörre-Heinig bei ihrem Comeback nach einjähriger Abstinenz mit der deutschen Spitze zu tun.

Das allein unterstreicht, dass es in der Hansestadt nicht zuletzt um die WM-Norm von 2:30:00 Stunden geht. Petra Wassiluk, Luminita Zaituc und Titelverteidigerin Manuela Zipse werden die etablierte Leverkusenerin Sonja Oberem und Katrin Dörre-Heinig, die nicht auf eine WM-Teilnahme schielt, herausfordern. An der internationalen Konkurrenz muss sich der Fürther Olympia-Starter Carsten Eich messen lassen. Gespannt blickt man hier auf den Spanier Julio Rey, der nach einer Anabolika-Sperre wieder in das Geschehen eingreift und gemeinsam mit Tendai Chimusasa (ZIM) und dem Kenianer Simon Lopuyet den Streckenrekord gefährden will.

Noch schnellere Zeiten sind in London auf der Tagesordnung, wenn sich ein Großteil der absoluten internationalen Marathonspitze gegenübersteht. In diesem Jahr blicken alle auf den Kenianer Paul Tergat, der zum ersten Mal den Marathon in Angriff nimmt. Manche sprechen nicht nur hinter vorgehaltener Hand über einen neuen Weltrekord, andere vermuten, dass Tergat den Lauf eher zurückhaltend angehen wird. In der Beobachterrolle könnte er sich aber durchaus wohl fühlen, wenn Vorjahrestriumphator Antonio Pinto (POR) seinen vierten Sieg beim London-Marathon anpeilt. Das vereiteln will unter anderem der erfahrene spanische Weltmeister Abel Anton. Weitere klangvolle Namen in der Starterliste sind Gert Thys (RSA), Tesfaye Jifar (ETH), Takayuki Inubushi (JPN) and Tesfaye Tola (ETH). Übrigens wird nicht wie sonst Pinto als Sieger der letzen Auflage die Startnummer eins tragen, sondern die britische Ruderlegende Steve Redgrave, dessen sportliche Leistungen damit honoriert werden.

Tegla Loroupe kennt die Strecke in London fast wie ihre Westentasche und hat ebenfalls ihren Titel zu verteidigen. Nach ihrem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen will sie vor allem dem kenianischen Verband, der sie in die Kritik nahm, etwas beweisen. Ihre Trainingskollegin Joyce Chepchumba zählt ebenso zu den Favoritinnen wie die schnelle Rumänin Lidia Simon (ROM), Harumi Hiroyama (JPN) und Marleen Renders (BEL). Sehr gezielt hat sich die Äthiopierin Derarta Tulu vorbereitet. Obwohl sie ohne Vorleistung an den Start geht, muss man die erfolgreiche Bahn- und Crossläuferin auf der Rechnung haben. Die Siegerin des Halbmarathon in Lissabon, Susan Chepkemei (KEN), geht dem Showdown in London aus dem Weg und startet ihrerseits in Rotterdam, wo ein weiterer hochkarätiger Marathon am Sonntag steigt.

Für die Besten der Besten ist am Sonntag auch Zahltag. Die Preisgelder betragen bis zu  55.000 (Sieg) und 175.000 US-Dollar (Weltrekord). In Hamburg winken immerhin noch 25.000 Mark für den ersten Platz. Nicht vergessen sollte man aber gerade in diesem Zusammenhang die Tausende Läufer, die weit hinter der Spitze das Ziel erreichen und ihrerseits ohne finanzielle Entlohnung einen persönlichen Erfolg erzielen.

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