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U23-Europameisterschaft in Amsterdam

Alexander Lubina auf Medaillenjagd

Wattenscheider Läufer möchte gute Saison in Amsterdam krönen

Damit ist sein Ziel, dort eine Medaille zu holen, nicht gefährdet. In die Favoritenrolle möchte er sich nicht drängen lassen, auch wenn er Anfang Juli von der in Holland zu erwartenden europäischen Konkurrenz die beste Vorleistung aufzuweisen hatte. „Ich erwarte ein klassisches Meisterschaftsrennen und hoffe, dass nicht zu viele verkappte Läufer von den kürzeren Strecken im Feld sind, die auf den letzten zwei Runden noch richtig Gas geben können. Ich denke, ich kann vorne ganz gut ein Wörtchen mitreden“, umreißt er die zu erwartende Situation. Auf die Sonderregelung, die den Medaillengewinnern der U23-EM eine Nachnominierungsmöglichkeit für die Weltmeisterschaft in Edmonton einräumt, spekuliert er nicht: „Die A-Norm des Weltverbandes ist noch weit weg und mit einer 28:40 habe ich bei einer WM nichts verloren.“ Der gesamte Saisonaufbau zielt ohnehin auf Amsterdam als Höhepunkt ab. Gute Chancen räumt er dort auch seinen Kollegen ein: „Wir sind mit einem kompletten Team vertreten, das von 1500 Metern bis 3000 Meter Hindernis vorne mitlaufen kann.“ Deshalb glaubt er auch daran, dass die Jungen bald in der Lage sein werden, vorhandene Lücken in der deutschen Spitze zu schließen.

Alexander Lubina denkt inzwischen auch an das nächste Jahr, wenn die Europameisterschaft in München stattfindet. „Da möchte ich dabei sein“, erkennt er wie viele andere Nachwuchsathleten die Chance, sich über die U23-EM in Amsterdam als Sprungbrett dann bei einer großen internationalen Veranstaltung mit ausschließlich europäischer Beteiligung zu bewähren. „Die Chance, im eigenen Land vor einem solchen Publikum zu laufen, wird man so bald nicht noch einmal haben. Es wäre für mich toll, damit die internationale Karriere zu beginnen.“

Mit dem Orientierungslauf hat vor gut zehn Jahren alles angefangen

Als optimale Strecke für sich bezeichnet der 21-jährige die 10.000 Meter. „Eine schnelle letzte Runde ist nicht so ganz meine Stärke“, sieht er für die Unterdistanzen noch ein Defizit. Gefallen findet er vor allem an Rennen, die von einem gleichmäßigen Tempo geprägt sind oder sich langsam steigern. „Das unrhythmische Laufen liegt mir nicht so.“ Seine ersten Erfahrungen sammelte er beim Orientierungslauf. Damit begann er 1990 und bestritt im Jahr darauf die ersten Wettkämpfe, um schon bald den westfälischen D-Kader und später den Bundeskader zu erreichen. Sogar zwei Teilnahmen an Junioren-Weltmeisterschaften kann er vorweisen. Über den Straßenlauf kam er – nicht weniger erfolgreich – parallel zu den Bahnstrecken 5.000 und 10.000 Meter. Mittlerweile widmet er sich dem Laufen mit Karte und Kompass nur mehr nach der Bahnsaison: „Seit drei, vier Jahren konzentriere ich mich auf das normale Laufen.“ Leichte Vorteile macht er durch diese Vergangenheit auch im Crossbereich aus. Dort diktierte er im März in Regensburg die nationalen Meisterschaften im Juniorenbereich nach Belieben und siegte mit fast einer Minute Vorsprung. Ein bisschen ärgert er sich deshalb darüber, dass er keinen Doppelstart, also zusätzlich bei den Männern, wagte. „Aber ich habe einen Titel geholt und das ist auch schon was.“

Alexander Lubina, der seit 1999 für den TV Wattenscheid startet, studiert in Bochum im zweiten Semester Wirtschaftswissenschaften. Im April zog er von seinem Elternhaus in Bottrop in seine Studienstadt. „Davon habe ich sehr profitiert. Ich wohne jetzt fünfzig Meter neben Jan Fitschen“, schätzt er die Tuchfühlung zu seinem Vereinskollegen und das gemeinsame Training in der Truppe, der im Kern auch noch Benjamin Hetzler, Mark Ostendarp und Carsten Schütz angehören: „Das ist meiner Meinung nach eine der besten Trainingsgruppen in Deutschland.“

Mit diesen optimalen Voraussetzungen möchte er in Amsterdam auf internationalem Parkett angreifen. „Meine bisherigen Einsätze in der Nationalmannschaft waren noch nicht so glorreich“, gesteht der Youngster, für den es nach der Junioren-Weltmeisterschaft 1998 in Annecy und der U23-Europameisterschaft 1999 in Göteborg der dritte große Einsatz in der Nationalmannschaft ist. Mit dieser Erfahrung im Rücken scheint für Alexander Lubina die Zeit reif, um nun den Sprung auf das Treppchen zu schaffen. 

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