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MTV Ingolstadt

Oliver-Sven Buder neues Zugpferd

Kugelstoßer will Medaille in Edmonton und EM-Titel 2002

12.12.00 (fc) Bis kurz vor Ende der Wechselfrist war unklar, für welchen Verein der deutsche Kugelstoßer Oliver-Sven Buder im nächsten Jahr starten würde. Dass er sich für den MTV Ingolstadt entschied, überraschte auf den ersten Blick. Nun begrüßten Vereinspräsident Gerhard Bonschab, Abteilungsleiter Herold Demel und Hans-Peter Ferner das neue Zugpferd in der Donaustadt und erläuterten die Hintergründe des Wechsels. 

Finanzielle Erwägungen hielten in den letzten Jahren den Verein davon ab, mit Athleten aus dem Spitzenbereich zu arbeiten. Nachdem Hans-Peter Ferner vernommen hatte, dass Buder einen Wechsel nach Bayern erwägt, bekam er von den Verantwortlichen grünes Licht für Verhandlungen. „Das war Neuland für mich“, gesteht Ferner, der als Organisator auch die Geschicke des Ingolstädter Meetings leitet. Die ehrgeizige Zielsetzung, den Vize-Weltmeister zum MTV zu holen, konnte er nach Gesprächen mit Audi und Amedia erfolgreich umsetzen. Der ortsansässige Automobilhersteller legte mit einem Drei-Jahres-Vertrag und einer verbesserten Leistungsprämierung den Grundstein für den nötigen finanziellen Rahmen.

Oliver-Sven Buder verlässt damit nach acht Jahren den TV Wattenscheid. Nach eigener Aussage bekam er erst am 29. November, also einen Tag vor Ablauf der Wechselfrist, die definitive Absage der Vertragsverlängerung. „Ursprünglich hätte ich Wattenscheid den Vorzug gegeben“, sagt der 34jährige. Nachdem er allerdings bereits frühzeitig nach Alternativen Ausschau gehalten hatte, konnte er rasch Nägel mit Köpfen machen. In einer lockeren Gesprächsrunde waren die Weichen gestellt worden. „Die gegenseitige Sympathie war von Anfang an da“, stellte der Olympia-Achte fest. Seit zweieinhalb Jahren wohnt er in der Nähe von München und verlagerte nun mit dem Wechsel zum MTV Ingolstadt auch den sportlichen Lebensmittelpunkt nach Bayern. „Meine Menschenkenntnis sagt mir, dass es nicht falsch ist, für Ingolstadt zu starten“, setzt der gebürtige Sachse auf ein gutes Verhältnis. Er hofft, dass er manche Abstriche, die er beim Training in München machen muss, in der Donaustadt ausgleichen kann. Herold Demel bekräftigte das Bemühen des Vereins, Buder die entsprechenden Rahmenbedingungen für seine sportlichen Leistungen zur Verfügung zu stellen. Nach einer mäßigen Olympiasaison peilt der Kugelstoßer bei der nächsten Weltmeisterschaft in Edmonton wieder eine Medaille an. Danach ist der Titel bei der Europameisterschaft 2002 in München das große Ziel. 

Gerade das war auch für den MTV Ingolstadt der Anreiz, mit Buder einen hochkarätigen Athleten als Werbeträger nach Bayern zu holen und es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Verein im nächsten Jahr um ein weiteres Aushängeschild, das der bayerischen Heimat den Rücken kehrte, bemüht. Zunächst steht aber auch für Präsident Gerhard Bonschab die Freude über den gelungenen Transfer im Vordergrund: „Wir sind sehr stolz, dass wir wieder ein Zugpferd in der Leichtathletik haben.“ Oliver-Sven Buder tritt damit nicht zuletzt das Erbe von Europameister Hans-Peter Ferner und Mehrkämpferin Birgit Clarius an.

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