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Deutsche Meisterschaften in Stuttgart

Wer springt noch auf WM-Zug auf?

Vorschau IV: Letzte Qualifikationschance für Edmonton in Stuttgart


26.06.01 (fc) Der Countdown tickte bereits in den letzten Tagen spürbar. Nun haben die deutschen Top-Leichtathleten am kommenden Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart die Chance, auf den Zug zur Weltmeisterschaft aufzuspringen. Vor dieser abschließenden Qualifikationsmöglichkeit zeichnet sich bereits ein im Vergleich zu den Olympischen Spielen in Sydney deutlich kleinerer DLV-Kader ab, trotzdem gibt es noch mehrere Kandidaten mit Chancen auf eine WM-Teilnahme.

Rund 50 Aktive haben bislang die Voraussetzungen erfüllt, mit denen sie der DLV in das Aufgebot für die Weltmeisterschaft in Edmonton einplanen kann. Von Freitag bis Sonntag wird es sicherlich noch die ein oder andere Verschiebung geben. Aber die Frage ist vielmehr: wer hat die Chance, seine Qualifikation noch rechtzeitig vor dem Nominierungsschluss einzureichen?

Die Handvoll Olympia-Teilnehmer von Sydney, die noch nachbessern muss, wird angeführt von Hürdensprinter Florian Schwarthoff, der bislang vergeblich die 13,45 Sekunden attackierte wie seine Kollegen Jerome Crews, Claude Edorh und Ralf Leberer. Einer schweren Aufgabe sieht sich Damian Kallabis gegenüber. Der Hindernisläufer konnte in Nürnberg das Rennen nicht beenden und wird wohl im Daimler-Stadion seine ganze Courage zusammennehmen müssen, um an die geforderten 8:20 Minuten heranlaufen zu können. Heike Meissner schlitterte beim Europacup in Bremen als Dritte um einen Rang an der greifbar nahen direkten WM-Qualifikation vorbei und muss nun mindestens eine 55,15 Sekunden nachlegen. Über die Sonderregelung der Nachwuchsjahrgänge könnte Hammerwerfer Markus Esser in das Aufgebot rutschen. Hierfür muss er 76 Meter oder mehr erzielen.

Können 400-Meter-Läufer Staffelambitionen unterstreichen?

Weitere junge Athleten haben die Chance über die Erfüllung der IAAF-Norm freie Startplätze zu belegen. Zum Kreis mit mehr oder weniger großen Chancen zählen Tim Goebel, Kathleen Friedrich, Juliane Sprenger und Inga Leiwesmeier, die im Europacup-Aufgebot der Olympiasiegerin Heike Drechsler weichen musste. Motiviert sollten in Stuttgart auch die 400-Meter-Läufer hinter ihrem neuen Zugpferd Ingo Schultz an der Startlinie stehen. Nach dem couragierten Auftritt der Staffel in Bremen müssen sie nun mit einer Steigerung ihrer Einzelzeiten den DLV davon überzeugen, dass die Truppe wm-tauglich ist. Hochspringerin Alina Astafei rangierte beim Europacup auf dem zweiten Platz. Das bedeutet für sie, dass bereits 1,93 Meter (IAAF-Norm) für Edmonton reichen würden.

Ohne dieses Hintertürchen werden die Sprint-Zwillinge Gabi und Birgit Rockmeier sowie Dreispringerin Nicole Herschmann versuchen, die vom DLV geforderte Hürde noch zu überwinden, um zu WM-Einsätzen in den Einzelbewerben zu kommen.

Für die Teilnehmer an der U23-Europameisterschaft Mitte Juli in Amsterdam besteht übrigens auch noch die Möglichkeit, als Medaillengewinner über die IAAF-Norm nachnominiert zu werden.

Nach dem aktuellen Stand könnte der deutsche WM-Kader folgendermaßen aussehen (mögliche Härtefälle, denen noch die Erfüllung der zweiten Normanforderung fehlt, sowie Sonderregelungen bei freien Startplätzen eingeschlossen):

Tobias Unger (200m), Ingo Schultz (400m), Nils Schumann (800m), Michael Stolle plus zwei weitere Stabhochspringer (Lobinger, Ecker, Spiegelburg, Börgeling), Stefan Schmid, Frank Busemann, Sebastian Knabe (beide Zehnkampf), Andreas Erm, Andre Höhne, Denis Trautmann (alle Gehen), Oliver-Sven Buder, Ralf Bartels (beide Kugelstoßen), Lars Riedel, Michael Möllenbeck, Michael Lischka (alle Diskus), Karsten Kobs, Holger Klose (beide Hammerwerfen), Raymond Hecht, Boris Henry, Peter Blank (alle Speer);
Sina Schielke (Sprint), Grit Breuer, Claudia Marx, Florence Ekpo-Umoh (alle 400m), Ivonne Teichmann (800m), Irina Mikitenko (5000m), Sonja Oberem, Luminita Zaituc, Kathrin Weßel (alle Marathon), 4x100m, 4x400m, Karin Ertl (Siebenkampf), Melanie Seeger (Gehen), drei Stabhochspringerinnen (Strutz, Becker, Hingst, Buschbaum), Susanne Keil, Kirsten Münchow (beide Hammer), Heike Drechsler (Weitsprung), Nadine Kleinert-Schmitt, Astrid Kumbernuss (beide Kugel), Franka Dietzsch, Anja Möllenbeck (beide Diskus), Steffi Nerius (Speer).

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