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Deutsche Meisterschaften in Stuttgart

Stabhochsprung verspricht Spannung 

Vorschau VI: Wer hat die besten Chancen bei den Männern?


27.06.01 (fc) Es gibt nur wenige klare Favoriten, wenn es um die Titelvergabe am kommenden Wochenende im Stuttgarter Daimler-Stadion geht. In manchen Bewerben bahnen sich spannende Zweikämpfe an, die auch zu großartigen Leistungen verhelfen können. Im Stabhochsprung der Männer bewerben sich gleich fünf aussichtsreiche Athleten um den Titel. Wir haben die interessantesten Aufeinandertreffen für Sie herausgefiltert und gegenübergestellt.

Sprints und Läufe:
Tim Goebel muss sich über 100 Meter auf der Jagd nach der WM-Norm gegen die Wattenscheider Marc Blume und Alexander Kosenkow behaupten. Auf der zweiten Sprintstrecke, den 200 Metern, könnte es durch Tobias Unger und Steffen Otto ebenfalls frischen Wind geben. Die Stadionrunde wird voraussichtlich Ingo Schultz gehören, der in diesem Jahr nachhaltig auf sich aufmerksam machte. Für seine Kollegen geht es im Kollektiv darum, sich für eine Staffel bei der WM in Edmonton zu empfehlen. Mit der Rückkehr von Olympiasieger Nils Schumann nach seiner Verletzung wäre die Rolle des Gejagten über 800 Meter eindeutig verteilt. Die Jäger sind vor allem Tarik Bourrouag und Nico Motchebon, dem allerdings weiterhin die Nachwehen des Pfeifferschen Drüsenfiebers Sorgen bereiten. Über 1500 Meter fordern die Trainingspartner Wolfram Müller und Franek Haschke die alten Hasen um Rüdiger Stenzel heraus. Können die beiden den Generationenwechsel herbeiführen? Einige Doppelstarter sind auf den 5000 Metern gemeldet. Grundsätzlich ist hier keine Jagd auf die WM-Norm mehr zu erwarten. Vor allem wollen die jüngeren Läufer wie Sebastian Hallmann, Jan Fitschen, Mario Kröckert, Alexander Lubina und der in Kassel überzeugende Michael May den Titel unter sich ausmachen. 

Hürden/Hindernis:
Um die WM-Teilnahme geht es über 110 Meter Hürden. Vier Athleten haben die B-Norm bereits abgeliefert, die 13,45 Sekunden, die der DLV verlangt, aber noch nicht unterbieten können. Florian Schwarthoff ist der deutsche Jahresbeste, gefolgt von Jerome Crews, Claude Edorh und Ralf Leberer. In Abwesenheit von Thomas Goller bietet sich den Youngstern Christian Duma und Jan Reinberg die Chance zum Titelgewinn auf den 400 Meter Hürden. Jan Schneider und Gerko Siemer sind die Männer dahinter. Damian Kallabis verzichtet auf einen Start über 3000 Meter Hindernis. Somit sollte alles auf Ralf Assmus als neuem Meister hinauslaufen. 

Staffeln:
Der TV Wattenscheid und Salamander Kornwestheim sind die wohl stärksten Vereine über 4×100 Meter. Den Hecht im Karpfenteich könnte die MTG Mannheim mit Jerome Crews spielen. Auf den 4×400 Metern ist ein Sieg für die LG Olympia Dortmund, deren Aufstellung fast schon einer DLV-Staffel gleicht, Pflicht. Bayer Leverkusen, Olympia Dortmund und Quelle Fürth/München kämpfen um die Plätze.

10.000m Gehen:
Die stärksten deutschen Geher sind gemeldet. Als Top-Favorit geht natürlich Andreas Erm an den Start. Die Jungen Andre Höhne und Jan Albrecht haben sicher das Zeug, um mit Leuten wie Denis Trautmann, Mike Trautmann und Denis Franke mitzukämpfen.

Sprünge:
Eine kleine Sorgendisziplin ist derzeit der Hochsprung. Wer den Titel in Stuttgart holt, ist ziemlich offen. Martin Buss, Christian Rhoden und der nach Verletzung zurückgekehrte Wolfgang Kreissig sind die altbekannten Namen. Ein absoluter Höhepunkt der Meisterschaften wird der Stabhochsprung der Männer werden. Michael Stolle hat sich über den Europacup bereits sicher für die WM in Edmonton qualifiziert. Während es somit für ihn vor allem um den Titel geht, kämpfen Tim Lobinger, Danny Ecker, Richard Spiegelburg und Lars Börgeling allesamt um die zwei noch vakanten Tickets nach Kanada. Dieser Wettkampf wird nicht nur den Athleten einiges abverlangen.

Weitspringer Kofi Amoah Prah muss sich bei seiner Titelverteidigung mit Konstantin Krause und Schahriar Bigdeli beschäftigen. Der Berliner büßte durch eine Verletzung im Juni seine Chancen auf eine WM-Teilnahme praktisch ein. Mit 8,20 Metern befindet sich die WM-Norm der IAAF in einem schwindelerregenden Bereich. Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek hat nach seiner Verletzung beim Europacup die Saison beendet. Nun ist Thomas Moede plötzlich der Favorit. Quelle Fürth/München setzt Hrvoje Verzi dagegen. Die Nachwuchsspringer Rudolf Helpling und Andreas Pohle werden es schwer haben. 

Würfe:
Kugelstoß-Ass Oliver-Sven Buder hat in diesem Jahr noch keine beständige Form mit Weiten über 20 Meter gefunden. Ralf Bartels wird in Stuttgart sein stärkster Gegner sein. Olympia-Teilnehmer Michael Mertens und Detlef Bock sind bei einem perfekten Wettkampf zu beachten. Am Diskus-Denkmal von Lars Riedel wird auch am kommenden Wochenende nur schwer zu wackeln sein. Michael Möllenbeck hätte unter Umständen das Zeug dazu. Hinter diesen beiden Werfern können sich mit Michael Lischka, Andreas Seelig und Tolga Köseoglu theoretisch noch drei Athleten Hoffnungen auf ein WM-Ticket nach Edmonton machen. Für Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs geht es darum, endlich seine guten Trainingswerte auch im Wettkampf umzusetzen. Zuletzt fehlten ihm zwei bis drei Meter. Holger Klose und mit etwas Abstand Markus Esser sind seine stärksten Konkurrenten im Kampf um den DM-Sieg. Aus Raymond Hecht, Boris Henry und Peter Blank setzt sich der Favoritenkreis im Speerwurf zusammen. Mit Björn Lange lauert ein junger Magdeburger dahinter. Aber ob er den Sprung auf’s Treppchen schafft?

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