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Interview mit Boris Henry

„Gesund zu bleiben, ist das Wichtigste“

Steeple:
Wie sieht der Fahrplan für die nächsten Wochen bei Ihnen im Detail aus?

Boris Henry:
Zunächst geht es jetzt wieder ins Trainingslager nach Batonrouge, wo ich bereits öfters war. Mitte Mai komme ich nach Deutschland zurück. Der erste Wettkampf könnte am 30. Mai in Dessau sein. Danach am 2. Juni in Jena, am 4. Juni bin ich bei meinem Heim-Meeting, dem Pfingstsportfest in Rehlingen. Am 9. Juni kommt die Gala in Dortmund und danach noch Kassel. Eines meiner Ziele ist auch, beim Europacup in Bremen zu starten, um mich dort automatisch für die WM zu qualifizieren. Dadurch könnte ich auch die nächsten Starts, wie die Deutschen Meisterschaften, viel lockerer angehen.

Steeple:
Ihr zweites Trainingslager steht vor der Tür. Wie unterscheiden sich die beiden Blöcke in ihren Schwerpunkten?

Boris Henry:
Ich habe im ersten Trainingslager eine Wurfspitze mit relativ vielen Speerwürfen mit schweren Geräten gemacht. Das heißt, alle Speere waren mit 900 bis 1300 Gramm schwerer als der Speer, mit dem man im Wettkampf wirft. Das Programm umfasste 700 bis 800 Würfe pro Woche. Jetzt ist es so, dass ich momentan etwas ruhiger trainiere. Wenn ich wieder in den USA bin, wird eine weitere Wurfspitze, dann allerdings mit den leichteren Speeren von 600 bis 800 Gramm, gemacht. Das zielt auf die Geschwindigkeit, Explosivität und Schnellkraft ab. Sechs bis sieben Wochen danach ist man dann soweit, dass der Speer so richtig weit fliegt und man kommt ins Laufen. Man braucht diese Zeit nach der Wurfspitze, um weit werfen zu können.

Steeple:
In der zurückliegenden Saison stand der DLV, gerade auch wegen dem Fall Baumann, im Blickpunkt und in der Kritik. Wie haben Sie als unbeteiligter Werfer diese Situation erlebt?

Boris Henry:
Die Sache mit Dieter Baumann ist natürlich ärgerlich für den DLV und noch ärgerlicher für Jan Fitschen, der sich für die Hallen-WM qualifiziert hatte und nicht starten durfte. Das Zustandekommen der Situation ist für mich nicht nachvollziehbar. Es war eine Auslegungssache des DLV, der sich auf das Spiel eingelassen und letztendlich verloren hat. Ich hoffe, der DLV hat daraus gelernt. Ich persönlich verstehe nicht mehr, weshalb Dieter Baumann nach der Entwicklung in Dortmund immer noch versucht, zu laufen und das über die Gericht zu erzwingen, weil die IAAF natürlich verstärkt gerade darauf schaut. Ich hoffe, dass der DLV hier eine clevere Lösung findet.