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Anti-Doping

Neuer Zündstoff durch Untersuchung?

US-Verband in Kritikpunkten um positive Darstellung bemüht

12.07.01 (fc) Eine unabhängige internationale Kommission kam im Zusammenhang mit positiven Dopingfällen in den USA zu dem Ergebnis, dass der US-Verband keine Fälle verschleiern oder verbergen wollte. Es wurden allerdings Fehler in den Verfahren und Verzögerungen bei der Weiterleitung festgestellt. US Track & Field musste im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Fall C.J. Hunter heftige Kritik einstecken. In die Untersuchung flossen Tausende von Dokumenten aus dem Zeitraum Januar 1999 bis September 2000 ein.

Ein Problem ist in den Staaten weiterhin die rechtliche Situation. So führte die Kommission in ihrem über 100-seitigen Bericht aus, dass der Verband nicht gezwungen werden sollte, Athleten vor ihrer Anhörung zu suspendieren, so lange die Rechtslage nicht geändert bzw. das Nationale Olympische Komitee nicht ihre Dopingpolitik modifiziert. Darüber hinaus wurden einige weitere Anregungen an den nationalen und internationalen Verband sowie das Olympische Komitee gegeben. 

„Wir freuen uns, dass die Kommission unsere Aussagen vom vergangenen Herbst bestätigte“, sagte Craig Masback vom US-Verband. „Ich hoffe, dass auch andere Verbände von der Untersuchung profitieren können.“ Masback gestand aber auch ein, in manchen Belangen „nicht perfekt“ zu sein. Eine Schlüsselrolle spielt nach wie vor die Gesetze in den Vereinigten Staaten, die den Vorgaben des Weltverbandes, vor allem was eine Suspendierung und namentliche Bekanntgabe eines positiv getesteten Athleten betrifft, entgegen stehen. Unabhängig davon versuchte der Verband offensichtlich in einer Erklärung, die Kritik an der eigenen Vorgehensweise bei Dopingfällen in den letzten zwei Jahren zu kaschieren.

Der US-Verband kommt in der Untersuchung nach Berichten in den Staaten nämlich bei weitem nicht ungeschoren davon. So haben es die Verantwortlichen versäumt, Informationen über einen namentlich nicht genannten auf anabole Steroide positiv getesteten Athleten an die IAAF weiterzuleiten. Der betreffende Athlet wurde auf nationaler Ebene freigesprochen und ging bei den Olympischen Spielen an den Start. B-Proben sollen außerdem nicht in der vorgeschriebenen Zeit untersucht und unangemeldete Trainingskontrollen aufgrund des fehlenden Wissens über den Aufenthalt der Aktiven nicht durchgeführt worden sein.

Der US-Verband machte für Verzögerungen andere Gründe, wie zum Beispiel Probleme in den Labors oder bei der Übermittlung von Informationen, verantwortlich. Die Darstellungsweise stieß bereits auf Kritik. Der Bericht offenbart, dass es in den USA nach wie vor an der nötigen Transparenz im Zusammenhang mit positiven Dopingfällen zu fehlen scheint. Es bleibt abzuwarten, wie sich der in schleichende Konflikt zwischen der IAAF und dem US-Verband weiter entwickelt.

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