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Europacup in Bremen (1. Tag)

Europarekord durch Feofanova

Dietzsch, Breuer und Sprintstaffel landen Siege für Deutschland

23.06.01 (fc) Der Auftakt der deutschen Mannschaft beim Europacup in Bremen verlief aus Sicht der Männer mit einem siebten Platz nach dem ersten Tag enttäuschend, dafür fuhren die Frauen insgesamt drei Siege ein und sitzen den führenden Russinnen im Nacken. Für den ersten Achter sorgte Franka Dietzsch (Bild) mit 64,04 Metern im Diskuswerfen. Ein weiteres Highlight des Nachmittags ging auf das Konto von Grit Breuer mit einer neuen deutschen Jahresbestleistung über 400 Meter. „Wenn man für die Mannschaft läuft, kämpft man im Unterbewusstsein vielleicht noch mehr“, war für sie der Teamgedanke eine zusätzliche Motivation. Mit Marion Wagner als Schlussläuferin kam die Sprintstaffel auf Platz eins in guten 43,03 Sekunden ins Ziel. Damit waren es die Frauen, die aus deutscher Sicht am ersten Tag den Ton angaben, während die Männer morgen zu ihrer Aufholjagd blasen müssen.

Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs eröffnete den Europacup aus deutscher Sicht mit einem fünften Platz. Damit war der Leverkusener nicht zufrieden. Seine Trainingsleistungen liegen um rund drei Meter über den 75,79, die er in Bremen ablieferte. „Mir fehlt im Wettkampf die Ruhe“, suchte er nach einer Erklärung, warum es im Kopf momentan nicht stimmt. Jedenfalls steht für ihn fest, dass er auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Edmonton verzichten wird, wenn es ihm nicht gelingen sollte, sich in den nächsten vier Wochen deutlich zu steigern. Mit Olympiasieger Szymon Ziolkowski (80,87) und dem Italiener Nicola Vizzoni (80,13) übertrafen zwei Athleten die 80 Meter.

Über 400 Meter der Hürden der Frauen lief die Russin Yulia Nosova bereits auf der Gegengerade zu Heike Meissner auf. Mit klarem Vorsprung bog sie auf die Zielgerade ein und siegte klar in der neuen Weltjahresbestzeit von 53,84 Sekunden vor Ionela Tirlea (55,08 sec), während sich Heike Meissner (55,33 sec) auf Rang drei kämpfte und eine neue deutsche Jahresbestzeit aufstellte. Bei den Männern war der junge Deutsche Jan Reinberg gegen starke internationale Konkurrenz überfordert. In 51,66 Sekunden kam er als Letzter ins Ziel. Es siegte Weltmeister Fabrizio Mori (48,39 sec).

Drei Siege der deutschen Frauen

Die ersten acht Punkte für den DLV heimste Diskuswurf-Weltmeisterin Franka Dietzsch mit 64,04 Metern ein und gab damit für die Frauen den Startschuss. Ihren Beispiel folgte später Grit Breuer mit einem couragierten Rennen über 400 Meter. In der neuen deutschen Jahresbestzeit von 50,49 Sekunden lief sie ins Ziel. Danach strahlte sie vom Fernsehturm der ARD mit beiden Daumen nach oben. Sie hatte allen Grund dazu. Denn es war ihre beste Zeit seit zwei Jahren. Nach getaner Arbeit drückte sie ihrer Trainingskollegin Ivonne Teichmann, die sich auf den 800 Metern nur der starken Russin Irina Mistyukevich (1:59,09 min) geschlagen geben musste, erfolgreich die Damen. 1:59,39 Minuten bedeuteten ebenfalls eine neue deutsche Jahresbestzeit. Ingo Schultz verpasste auf der Stadionrunde den zweiten Platz nur um fünf Hundertstel, war aber dennoch zufrieden: „Das Rennen war okay. Ich hoffe nun, dass wir morgen auch mit der Staffel punkten können.“ Wie das geht machten die schnellsten deutschen Frauen vor. In der Besetzung Melanie Paschke, Sina Schielke, Birgit Rockmeier und Marion Wagner liefen sie in guten 43,03 Sekunden auf Platz eins und ließen sich nachher von den begeisterten Zuschauern feiern. Gaby Rockmeier hatte wegen Fußproblemen unter der Woche nicht am Staffeltraining teilgenommen und meinte zur Leistung ihrer Kolleginnen: „Das haben sie gut gelöst.“ Mit einem zweiten Platz zog sich im Speerwurf auch Steffi Nerius mit einer Weite von 63,12 Metern gut aus der Affäre. Es siegte die Tschechin Nikola Tomeckova mit Landesrekord von 64,77 Metern.

Für die alles überragende Leistung aus europäischer Sicht sorgte neben Hürdenläuferin Nosova im Stabhochsprung die Russin Svetlana Feofanova mit einem neuen Europarekord von 4,60 Metern. Spannend war das Duell über 100 Meter. Hier setzte sich Mark Lewis-Francis (GBR) gegen Kostas Kenteris (GRE) in 10,13 Sekunden knapp durch. Zu erwähnen sind auch die 21,03 Meter des Spaniers Manuel Martinez im Kugelstoßen.