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21.01.01 (fc) Hallen-Europameisterin Karin Ertl präsentierte sich bei den Bayerischen Hallen-Meisterschaften in guter Verfassung und kann relativ gelassen der Mehrkampf-Qualifikation für die Hallen-WM im Februar in Frankfurt-Kalbach entgegenblicken. „Ich bin zufrieden“, resümierte sie nach ihren vier Wettkämpfen in der Fürther Quelle-Sporthalle.

Auch wenn sie die Norm für Lissabon von 4500 Punkte etwas überraschte, sollte dies für die in der Halle bekannt starke Mehrkämpferin kein Hindernis auf dem Weg nach Portugal sein. In Fürth bestach sie bereits am Samstag mit einer Zeit von 7,72 Sekunden über die 60 Meter und kratzte auch im Endlauf, in dem sie mit 7,74 Sekunden Dritte wurde, an ihrer Bestleistung von 7,69 Sekunden. Den Sieg holte sich Anja Wurm in 7,67 Sekunden. Aber auch für Ertl sollte es an dem Tag noch einen Titel geben. Im letzten Versuch entriss sie Beatrice Albert mit guten 6,39 Metern den Weitsprung-Triumph. Den Balken perfekt getroffen, entlockte ihr die Weite ein ungläubiges Staunen. Zum Ende der Veranstaltung erhielt sie für diese Leistung noch den „Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten“.
Am zweiten Tag standen zunächst die 60 Meter Hürden auf dem Programm. Karin Ertl gelang die Revanche an Anja Wurm, die sie in 8,44 Sekunden um drei Hundertstel besiegte.

Beim Kugelstoßen offenbarte sich bei der 26jährigen noch Potential, aber die 13,56 Meter reichten für den dritten Platz.

Ein spannendes Rennen gab es über 1500 Meter zu sehen. Wolfram Müller hatte sich bereit erklärt, die Rolle des Tempomachers zu übernehmen, um so seinem Trainingskollegen Franek Haschke (Quelle Fürth/München) zum Sieg zu verhelfen. Der Jungstar hinterließ bei seinem Ausstieg Embaye Hedrit, Christian Knoblich und Franek Haschke an der Spitze. Haschke attackierte eingangs der letzten Runde und konnte sich auf der Zielgerade mit einem beherzten Finish in 3:47,85 Minuten gegen seinen Vereinskollegen Christian Knoblich, der tags zuvor den 800-Meter-Titel errungen hatte, durchsetzen.

Außer Konkurrenz war Wolfram Müller am Samstag über 3000 Meter gestartet und lief dort zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Sein erster Platz war zu keiner Zeit gefährdet, rasch hatte der Pirnaer entscheidende Meter zwischen sich und seine Konkurrenten gelegt. Nach einer Zwischenzeit von 3:57 Minuten nach 1500 Metern stoppte die Uhr schließlich bei 8:11,28 Minuten. „Ich denke, für die kurze Zeit des Trainings ist das schon eine sehr gute Leistung“, sagte Müller nachher im Steeple-Interview. Einen guten Eindruck hinterließ Jan Schindzielorz auf den 60 Meter Hürden. Er gewann überlegen in 7,75 Sekunden, was der IAAF-Meldenorm, aber nicht der DLV-Norm für Lissabon (7,60 sec) entspricht.

In der Stabhochsprung-Konkurrenz sagte der angekündigte Fürther Neuzugang Tim Lobinger kurzfristig wegen einer Erkrankung ab. So kam Mehrkämpfer Florian Schönbeck mit 5,10 Metern zum Titelgewinn. Bei den Frauen scheiterte die auch für Großbritannien startberechtigte Iris Hill an den vier Metern und trug sich mit 3,90 Metern als Beste vor Carolin Hingst (3,80 m) in die Ergebnisliste ein.

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