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LBBW-Meeting in Karlsruhe

Friedek gewinnt Duell mit Edwards

Svetlana Feofanova springt mit 4,58 Metern Europarekord


27.01.01 (fc/up) Zum Einstieg in die Hallensaison bekamen die Zuschauer in der Karlsruher Europahalle hochklassige Leichtathletik geboten. Die russische Stabhochspringerin Svetlana Feofanova sorgte mit ihrem Europarekord von 4,58 Metern für einen der Höhepunkte. Ihr Landsmann Yuri Borzakovsky brillierte über 800 Meter mit der tollen Zeit von 1:44,15 Sekunden, der Nico Motchebon bei seinem Comeback nichts entgegenzusetzen hatte. Weit mehr bot Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek. In der hochkarätigen Konkurrenz kam er als einziger über die 17 Meter hinaus und bezwang Olympiasieger Jonathan Edwards. Über 60 Meter hatte der Neuzugang des ASV Köln, Tim Goebel, bereits im Vorlauf mit 6,63 Sekunden eine ordentliche Leistung abgeliefert. Im Endlauf kam die deutsche Hoffnung zunächst etwas schwerfällig aus den Blöcken und konnte in die Entscheidung nicht eingreifen (6,68 sec). Es siegte der Nigerianer Deji Aliu mit einer Zeit von 6,56 Sekunden vor US-Boy Coby Miller (6,63 sec). Das Finale der Frauen fand ohne deutsche Beteiligung statt. Melanie Paschke verabschiedete sich bereits im Vorlauf. Anzhela Kravchenko (UKR) setzte sich im Endlauf in 7,14 Sekunden gegen die Bulgarin Petja Pendareva durch. Über 200 Meter kam es in beiden Läufen zu deutschen Siegen durch Shanta Ghosh (23,31 sec) und Birgit Rockmeier (23,50 sec).

Das mit Spannung erwartete Comeback von Nico Motchebon über 800 Meter verlief mäßig. Pacemaker Mark Eplinius legte ein schnelles Tempo vor, so dass er sich mit Abstand an der fünften Position einreihte. Als der russische Jungstar Yuri Borzakovsky das Feld wie gewohnt von hinten aufrollte, konnte Motchebon (1:48,23 min) nicht folgen. Der Hallen-Europameister setzte sich hingegen auf der letzten Runde deutlich ab und siegte in der tollen neuen Hallen-Bestleistung von 1:44,15 Minuten, zugleich die zweibeste jemals in der Halle gelaufene Zeit. Nico Motchebon hingegen war enttäuscht: „Ich bin nicht zufrieden, weil das Rennen zu schwer ging.“

Mutiger lief die Frankfurterin Irina Mikitenko ihr Rennen über 1500 Meter. Als einzige heftete sie sich an die Fersen der Tempomacherin und übernahm so mit riesigem Vorsprung die Führung. Obwohl Mikitenko auf der letzten Runde merklich kämpfte, kamen Kutre Dulecha und Carla Sacramento nicht mehr an sie heran. In 4:07,45 Minuten unterbot die Olympia-Fünfte die DLV-Norm für die Hallen-WM und strahlte danach: „Dieser Wettkampf machte Spaß.“ Der 800-Meter-Lauf gehörte überraschend der Chemnitzerin Heike Meissner, die sich auf den letzten 100 Metern in der Endzeit von 2:00,75 Minuten von der Russin Jelena Afanasjeva löste. Claudia Gesell war dem Tempo noch nicht gewachsen und trudelte als Letzte ins Ziel. Olympiasieger Million Wolde (ETH) holte sich bei einem äthiopischen Dreifacherfolg in 7:40,97 Minuten standesgemäß den 3000-Meter-Sieg. Der Franzose Mehdi Baala entschied das Rennen über die halbe Distanz in 3:37,39 Minuten für sich.

In den Hürdensprints stellten sich Ralf Leberer und Falk Balzer vor. Der Jenaer erreichte mit Tony Dees (USA) Kopf an Kopf das Ziel, hatte in 7,54 Sekunden allerdings knapp die Nase vorn und freute sich danach: „So gut bin ich noch nie in die Saison gestartet.“ Der Österreicher Elmar Lichtenegger wurde vor Ralf Leberer („Der Kopf war schneller, als die Beine schon können“) Dritter. Bei den Frauen siegte die Französin Nicole Ramalalanirina (7,97 sec). Die Deutsche Juliane Sprenger kam über den vierten Platz nicht hinaus.

Im Dreisprung der Frauen wurde die Olympia-Zweite Tatjana Lebedeva mit 14,36 Metern ihrer Favoritenrolle gerecht. Bei der folgenden Männerkonkurrenz jubelte der Leverkusener Charles Friedek erst nach dem fünften Versuch. Als erster und einziger Springer hatte er die 17-Meter-Marke um acht Zentimeter übertroffen und verzichtete danach auf seinen letzten Sprung. Olympiasieger Jonathan Edwards begnügte sich hinter ihm mit 16,78 Metern. „Das war für den ersten Wettkampf sehr gut“, strahlte auch Olympiasiegerin Heike Drechsler nach ihrem Weitsprung-Sieg mit 6,69 Metern. Die Lokalmatadorin musste sich dabei der starken Russin Ljudmila Galkina (6,62 m) erwehren.

Schwierigkeiten hatte Stabakrobatin Nastja Ryshich (D), die einen Tag nach ihrem fünften Platz vom Springer-Meeting in Zweibrücken an 4,03 Metern scheiterte. Yvonne Buschbaum und Nicole Humbert kamen über 4,28 Meter nicht hinaus und mussten später den Europarekord von Svetlana Feofanova, die 4,58 Meter meisterte, zur Kenntnis nehmen. Die Russin leistete sich erst bei dem Weltrekordversuch über 4,63 Meter ihren ersten Fehlversuch und präsentierte sich in exzellenter Form. Auch ihre Landsfrau Jelena Beljakova überzeugte als Zweite. Sie steigerte ihren Hausrekord auf 4,53 Meter. Humbert, die ihr Hauptaugenmerk auf die Freiluft-Saison legt, gestand nach dem Wettkampf: „Ich habe im Moment nicht mehr drauf.“ Außerdem kämpft die Neu-Ludwigshafenerin nach wie vor mit Rückenproblemen. Yvonne Buschbaum stürzte in den Einstichkasten. „Dann war alles vorbei“, sagte die Stuttgarterin.

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