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Deutsche Hallen-Meisterschaften

Andreas Erm erzielt Hallenrekord

Shanta Ghosh glänzt über 400 Meter – Baumann souverän


25.02.01 (fc) Die Deutschen Hallen-Meisterschaften hatten am Sonntag gegen die Mittagszeit ihren ersten echten Höhepunkt. Der Geher Andreas Erm erzielte mit einer Zeit von 18:22,25 Minuten einen neuen deutschen Hallen-Rekord über 5000 Meter Gehen. Es folgten mehrere deutsche Jahresbestleistungen, bei denen 400-Meter-Läuferin Shanta Ghosh in 51,48 Sekunden herausragte. Im Mittelpunkt stand natürlich auch Dieter Baumann, der sich gerichtlich den Weg in das 3000-Meter-Startfeld verschafft hatte. Er gewann die 3000 Meter souverän in 7:47,30 Minuten. Insgesamt rückte am zweiten Tag der Titelkämpfe aber wieder mehr der Sport in den Vordergrund. Am Abend beschäftigt sich der DLV mit den wenigen Nominierungen für die Hallen-Weltmeisterschaft.

Der Dreisprung der Frauen, einer der ersten Bewerben des Sonntags, gehörte der Berlinerin Nicole Herrschmann, die ihre persönliche Bestleistung auf 14,03 Meter steigerte. 

Shanta Ghosh hatte über 400 Meter erwartungsgemäß ihre Konkurrentinnen im Griff und unterbot in exzellenten 51,48 Sekunden die Hallen-WM-Norm für Lissabon. Zweite wurde die Berlinerin Claudia Marx (52,53 Sekunden). Lars Figura fing bei den Männern in 46,77 Sekunden seinen Vereinskollegen Michael Dragu und den Fürther Ruwen Faller auf der Zielgerade ab.

Sina Schielke entschied die 60 Meter in der neuen deutschen Jahresbestzeit von 7,20 Sekunden für sich. Zwei Hundertstel dahinter wurde Marion Wagner Zweite. Sabrina Mulrain hatte sich im Vorlauf verletzt und konnte in die Entscheidung nicht mehr eingreifen. Bei den Männern holte sich Tim Goebel den Sieg in ebenfalls starken 6,58 Sekunden. Trotzdem erkannte der Kölner Potential: „Der Start war nicht optimal. Es sind noch Reserven da.“ Schnell unterwegs war über 200 Meter der Wattenscheider Holger Blume (21,07 sec), hinter dem sich der Jugendliche Sebastian Gatzka (21,31 sec) weiter profilierte. Der Hesse freute sich zurecht: „Dass es so gut läuft, hätte ich nicht erwartet.“ Birgit Rockmeier entschied das 200-Meter-Duell mit ihrer Schwester Gabi in 23,19 Sekunden für sich. 

Rüdiger Stenzel suchte über 1500 Meter sein Heil in der Offensive und bestimmte zunächst das Tempo. 300 Meter vor dem Ende attackierte der Fürther Christian Knoblich und zog vorbei. Auf der letzten Runde griff er weiter an, wurde allerdings von seinem Vereinskollegen Franek Haschke (3:47,89 min) auf den letzten Metern überrascht. Irina Mikitenko konnte bei den Frauen von Sylvia Kühnemund nicht gefordert werden. 4:09,97 Minuten waren für die Frankfurterin kein Problem.

Ivonne Teichmann lief letztlich ein überlegenes und einsames Rennen über 800 Meter mit einer Siegerzeit von 2:03,33 Minuten. Heike Meissner fehlte wegen einer Erkrankung. „Die letzten 100 Meter waren nicht so toll“, sagte Teichmann nach ihrem Lauf. Bis zur Hallen-WM in Lissabon steht nun das Training im Vordergrund. In Sindelfingen wird die Magdeburgerin nicht antreten. In Portugal möchte sie zum einen Erfahrungen sammeln und möglichst in den Endlauf, für den sich nur sechs Läuferinnen qualifizieren können, vordringen. „Der Endlauf ist aber schwer zu erreichen“, ist sie sich der Herausforderung bewusst. Für viele strahlende Gesichter sorgte Nico Motchebon, der mit seiner taktischen Erfahrung den Männer-Lauf für sich entschied und Wolfram Müller in 1:51,28 Minuten auf den zweiten Platz verwies. Dem im letzten Jahr erkrankten Motchebon gönnten nicht wenige den Meistertitel, der für ihn der wichtigste bislang war. Der junge Pirnaer ärgerte sich hingegen etwas. Nach rund 600 Metern war er sich etwas mit Motchebon ins Gehege gekommen, wobei der Routinier genau da seinen psychischen Aufwind erfuhr: „Nach 600 Metern wusste ich, dass es reicht.“

Dieter Baumann hatte sein Ziel erreicht, in Dortmund an den Start gehen zu können. Auf den 3000 Metern setzte er sich vom Beginn weg an die Spitze und nach drei Minuten bereits deutlich ab. Nach 7:47,30 Minuten erreichte er als Erster das Ziel und blieb damit unter der Norm für die Hallen-WM in Lissabon. Das bedeutet auch neue rechtliche Brisanz, nachdem Baumann bekanntlich auf Weltverbandsebene wegen Dopings gesperrt ist. Dass die Meinungen über seinen Start geteilt sind, war auch an der Reaktion des sonst an diesem Tag begeisterten Publikums zu erkennen. Einige hielten sich mit Applaus zurück, allerdings kann der Tübinger noch auf viele Sympathisanten zählen. 

Yvonne Buschbaum bestätigte im Stabhochsprung mit 4,40 Metern die Hallen-WM-Norm ein zweites Mal. Eine Niederlage musste der Berliner Kofi Amoah Prah im Weitsprung hinnehmen, der aber dann über 4×200 Meter seinen Frust abbaute und als Schlussläufer die LG Nike Berlin mit dem Titel beglückte. 7,84 Meter reichten nicht in seiner Paradedisziplin nicht für den ersten Platz, der an Konstantin Krause (7,96 m) ging. Ohne echte Konkurrenz konnte Martin Buss den Hochsprung mit 2,25 Metern souverän gestalten. Ähnlich problemlos verlief der Wettkampf für Kugelstoßerin Nadine Kleinert-Schmitt (18,83 m). Zum Ende der Veranstaltung hatte die LG Olympia Dortmund noch einen Nachschlag parat. In der Besetzung Katchi Habel, Birgit Rockmeier, Sina Schielke und Gaby Rockmeier lief die 4×200-Meter-Staffel in 1:32,57 Minuten nur um zwei Hundertstel am Hallen-Weltrekord vorbei.

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