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Geher-Cup in Hildesheim

Olympiasieger Korzeniowski dominiert

WM-Vierte Feitor setzt sich gegen russische Hoffnung Fedoskina durch

09.07.00 (fc) Gehersport der Spitzenklasse bekamen die geschätzten 3000 Zuschauer in Hildesheim geboten. Vor allem der polnische Olympiasieger Robert Korzeniowski unterstrich mit einer Zeit von 1:18:22 Stunden über 20 Kilometer seine Extraklasse. Bei den Frauen behielt die Portugiesin Susana Feitor gegen die russische Hoffnungsträgerin Natalja Fedoskina in 1:28:19 Stunden die Oberhand. Für Stimmung am 500-Meter-Rundkurs und eine begeisternde Moderation sorgte an der Strecke Organisationschef Walter Schwoche. Für die meisten Aktiven, die gerne in Hildesheim antreten, und das Publikum ist der Geher-Cup stets eine besondere Veranstaltung. Umso mehr bedauerlich, dass die deutschen Vorzeigegeher Robert Ihly und Beate Gummelt ihre Teilnahme wegen Krankheit kurzfristig absagten. Die Männer legten sofort ein schnelles Tempo vor. Bereits nach wenigen Runden kristallisierte sich das erwartete Duell zwischen Robert Korzeniowski und dem lettischen Vize-Europameister Aigars Fadejevs (LAT) heraus. Die beiden Spitzengeher, die sich in der Führungsarbeit kontinuierlich abwechselten, lagen so auf der ersten Hälfte teilweise deutlich unter Weltrekordkurs. Der italienische frühere WM-Zweite über 50 Kilometer, Giovanni Perricelli, musste schon bald eine Überrundung hinnehmen. Nach rund der halben Distanz gab Fadejevs wegen einer Oberschenkelverletzung auf, wodurch Korzeniowski alleine die Spitzenarbeit machen musste. Das kostete vielleicht einen weiteren Weltrekord in der Geschichte des Hildesheimer Geher-Cups. Auf den Rängen zwei und drei waren die Weißrussen Andrej Makarov und Evgenij Misjulja unterwegs. 14 Runden vor dem Ende gelang es dem für Hildesheim startenden Routinier, an Makarov vorbeizuziehen und machte Jagd auf den Führenden, der kurzzeitig Unterstützung vom Tschechen Jiri Malysa erfuhr. Außerdem war eine polnische Schülerfußballmannschaft aus Glogow mit lautstarken Sprechchören an der Strecke präsent. Mit dieser Anfeuerung legte die Geherlegende Runde um Runde zurück und warf regelmäßig einen bangen Blick auf die Uhr. Fünf Runden vor Schluss wurde der einzige deutsche Teilnehmer, Michael Lohse, disqualifiziert. In der Zwischenzeit gelang es dem Italiener Marco Giungi, sich auf den dritten Rang zu schieben. Korzeniowski sorgte als zufriedener Sieger gleich für eine Sektbrause für die Zuschauer. Zweiter wurde Evgenij Misjulja, der trotz der guten Zeit von 1:19,33 Stunden nicht nach Sydney fahren darf, weil für die Nominierung im weißrussischen Team die Platzierung beim Europacup im Juni ausschlaggebend ist. Dritter wurde Marco Giungi, stärker auf den 50 Kilometern, der mit 1:20,19 Stunden eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. „Es war ein herrlicher Tag und ein tolles Publikum“, zeigte sich der Italiener, der nicht für Sydney qualifiziert ist, bei seinem Hildesheim-Debüt begeistert.

An Brisanz fehlte es auch nicht im Bewerb der Frauen. Rasch gab es ein Führungstrio mit Natalja Misjulja (BLS), Susana Feitor (POR) und der jungen Russin Natalja Fedoskina. Die Olympiasiegerin Jelena Nikolajewa kam nicht in den Wettkampf und gab schon bald wegen einer Oberschenkelverletzung auf. Es kam zu einem packenden Duell zwischen Feitor und Fedoskina, das bis zehn Runden vor Schluss anhielt. In dieser Phase gelang es Susana Feitor, sich nach und nach abzusetzen, nachdem zuvor schon Misjulja den dritten Rang der starken Italienerin Rosella Girodano überlassen musste. Sehr engagiert bei der Sache war auch Robert Korzeniowksi, der seine junge Schwester Silvia lautstark am Streckenrand unterstützte. Mit Erfolg! Sie konnte sich auf den letzten Runden noch die „rote Laterne“ abgeben und fiel überglücklich im Ziel ihrem Bruder in die Arme. Susana Feitor gewann den Wettkampf in 1:28:19 Stunden vor Natalja Fedoskina (1:28:52 h) und Rosella Giordano (1:29:47 h).

Für die Neuauflage im nächsten Jahr kündigte Organisationschef Walter Schwoche bereits das Kommen der starken chinesischen Gehergarde an. Tolle Wettkämpfe sind also bereits für Ende August 2001 vorprogrammiert.

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