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Deutsche Hallen-Meisterschaften

Wann folgt der nächste Akt?

„Diesen Titel widme ich dem Täter“ – „Werde ihn irgendwann finden“


25.02.01 (fc) Startrecht erhalten, Titel geholt, Norm gelaufen. Dieter Baumann kehrte zurück auf die deutsche Leichtathletik-Bühne, obwohl er international gesperrt ist. In 7:47,29 Minuten unterbot er auch die Norm für die Hallen-WM in Lissabon. Ob er sich auch den Weg dorthin über die Gerichte dieser Welt bahnen will, ließ der Tübinger noch offen.

„Hamburg-Marathon oder Hallen-WM – darüber muss ich noch eine Entscheidung treffen“, sagte Baumann nach dem Rennen. Dass der Lauf in Dortmund nicht sein letztes Rennen für dieses Jahr sein würde, hatte er bereits tags zuvor angekündigt. In der Tat liegen beim Rechtsausschuss und beim Landesgericht Darmstadt auch gerichtliche Offensiven für Starts bei den Deutschen Cross-Meisterschaften und den Hamburg-Marathon vor. Laut Aussage von DLV-Funktionär Rüdiger Nickel ist aber, was die Cross-DM betrifft, nach dem aktuellen Stand mit keiner rechtzeitigen Entscheidung der Justiz mehr zu rechnen. Scheinbar ist auch für Baumann ein Start in Regensburg kein wirkliches Thema. Vielmehr stellte er fest: „Reizvoll ist in jedem Fall die Hallen-WM – alleine schon wegen den Prämien.“

„Ich habe hier kein Happening erwartet“, kommentierte er die Zurückhaltung etlicher Zuschauer. Vieles von dem, was Baumann zu seinem „Kriminalstück“ erzählte, war nichts Neues, außer, dass er den Hallentitel von Dortmund dem Täter widmete, um ihn daran zu erinnern, dass er ihn irgendwann finden werde. Bei manchen Athleten sorgte der Auftritt von Baumann auch für Stirnrunzeln. Deutlich wurde Grit Breuer, die als Zuschauerin nach Dortmund gekommen und selbst einst wegen Dopings gesperrt war: „Das sind alles positive Fälle. Diese sollten aber auch bestraft werden.“ Die Magdeburgerin meinte weiter: „Die Zuschauer wollen sich wieder mehr auf den Sport konzentrieren.“

Gerade in diesem Punkt wäre nun auch eine Lösung zwischen Baumann und den Verbänden gefragt, um weiteres Rechtshickhack und noch größeren Schaden von der Sportart Leichtathletik fernzuhalten. Bereitschaft dazu signalisierten sowohl der designierte Digel-Nachfolger Dr. Clemens Prokop und Dieter Baumann selbst. Ob sich die Interessen allerdings vereinbaren lassen, vor allem was den Weltverband IAAF betrifft, ist mehr als fraglich. Sollte Baumann bei der Hallen-WM in Lissabon für Deutschland starten wollen, könnte der Deutsche Leichtathletik-Verband aufgrund der aktuellen Situation sogar gezwungen sein, das Startrecht für Baumann dort beim Weltverband IAAF einzuklagen. Steht der nächste Akt im „Kriminalstück“ Baumann bereits vor der Tür?

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