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Hallen-Weltmeisterschaft in Lissabon

Bronze für Karin Ertl – Braun besiegt

Keine Medaille für Stacy Dragila – Bergqvist siegt mit zwei Metern


09.03.01 (fc) Mehrkämpferin Karin Ertl erreichte am ersten Tag der Hallen-WM in Lissabon nicht nur ihr Ziel, das sie punktemäßig als Wiederholung des letztjährigen Werts von Gent definierte, sondern schaffte auch das, was sie seit Jahren vergeblich versuchte: „Sabine eines Tages schlagen.“ Ob das nun mehr wiegt, als die Bronzemedaille, die für die 26jährige am Ende aufgrund der 4678 Punkte heraussprang, bleibt dahingestellt. Sicher ist vielmehr, dass es die erste und einzige Medaille der deutschen Mannschaft am Auftakttag der Titelkämpfe war. Zu einem Überraschungssieg kam es im Stabhochsprung der Frauen. Weltrekordhalterin Stacy Dragila stand am Ende mit leeren Händen da und zog als Vierte nicht nur gegenüber der neuen Hallen-Weltmeisterin Pavla Hamackova den Kürzeren.

Fünfkämpferin Karin Ertl sorgte zu Beginn des Nachmittags des ersten Tages aus deutscher Sicht für einen Kracher. Im Kugelstoßen, sonst eher eine ihrer Sorgendisziplinen, erzielte sie eine neue Bestleistung von 14,79 Metern und nahm damit als Dritte in der Zwischenwertung Kurs auf die Medaillen. Karin Ertl bestätigte mit 6,34 Metern im Weitsprung, dem vierten Bewerb des Fünfkampfs, ihre Weite von der Generalprobe in Sindelfingen und schloss diesen Teilbewerb als Dritte vor Sabine Braun (6,27 m) ab. Vor den abschließenden 800 Metern, auf die die Deutschen als Zweite und Dritte gingen, war der Sieg der Weißrussin Natalja Sazanovich (4850 Punkte) nicht mehr zu nehmen. Den Sprung auf das Podest schaffte noch die junge Russin Yelena Prokhorova, die sich mit 4711 Punkten Silber vor der glücklichen Karin Ertl (4678) sicherte. Sabine Braun blieb nur der fünfte Platz (4646).

Einen Doppelsieg gab es für die USA im Kugelstoßen zu feiern. Der routinierte John Godina (20,82 m) verwies seinen Landsmann Adam Nelson (20,72 m) auf den zweiten Rang. Hallen-Europameisterin Kajsa Bergqvist setzte sich nun in diesem Jahr auch als weltbeste Hochspringerin durch. Zwar überquerte auch Inga Babakova (UKR) die 2,00 Meter, aber nachdem die Schwedin diese Höhe im ersten Versuch gemeistert hatte, wurde ihr die Goldehre zuteil. Mit nur 1,80 Metern und Rang 13 blieb die deutsche Vertreterin Elena Herzenberg deutlich unter ihren Möglichkeiten und nur die Erkenntnis, internationale Erfahrung gesammelt zu haben.

Einen perfekten Lauf erwischte US-Girl Anjanette Kirkland auf den 60 Meter Hürden. Im Finale bezwang sie in 7,85 Sekunden ihre Konkurrentinnen Michelle Freeman (7,92 sec) und Nicole Ramalalanirina (7,96 sec). Olga Shishigina (KAZ) wurde zeitgleich Vierte. Terrence Trammell (USA) gelang auf der kürzeren Hallenstrecke in 7,51 Sekunden die Revanche an Olympiasieger Anier Garcia (CUB), der nach 7,54 Sekunden knapp vor dem Südafrikaner Shaun Bownes (7,55 sec) die Ziellinie ersprintete.

Die Briten Daniel Caines (46,65 sec) und Mark Hylton (46,79 sec) gaben bei den männlichen Viertelmeilern in den Vorläufen erwartungsgemäß den Ton an. Bei den Frauen war es die Jamaikanerin Sandie Richards, die sich im australischen Sommer auf die Hallen-WM vorbereitet hatte, in 52,11 Sekunden. Mutig unterwegs war die Rehlinger 400-Meter-Läuferin Shanta Ghosh. Im Vorlauf brachte sie offensiv den ersten Platz in 52,49 Sekunden nach Hause. Auf der doppelten Strecke bei den Männern spielte der junge russische Himmelsstürmer Yuri Borzakovsky als Vorlaufschnellster in 1:47,28 Minuten mit seinen Gegnern.

Ohne deutsche und österreichische Beteiligung müssen die 200-Meter-Finals auskommen. Sowohl Birgit Rockmeier (23,35 sec), als auch Karin Mayr (23,52 sec) zogen in den Semifinals als jeweils Dritte den Kürzeren. Klare Favoritin für den morgigen Endlauf ist die Jamaikanerin Juliet Campbell (22,72 sec). Etwas ausgeglichener präsentierten sich die Männer. Kevin Little (USA) legte mit 20,73 Sekunden die schnellste Halbfinalzeit vor.

Aus der Stabhochsprungkonkurrenz verabschiedete sich Anzhela Balakhonova (UKR) bereits bei 4,25 Metern ohne gültigen Versuch. Auch in der entscheidenden Phase gab es eine faustdicke Überraschung. Olympiasiegerin Stacy Dragila (USA) wurde mit 4,51 Metern hinter den höhengleichen Kellie Suttle (USA) und Svetlana Feofanova (RUS) nur Vierte und blieb damit die Gratulation an die Siegerin Pavla Hamackova, die sich überraschend mit 4,56 Metern den Titel sicherte. Yvonne Buschbaum (D) scheiterte an 4,35 Metern.

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