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Boston-Marathon

Ndereba verteidigt Titel souverän

Bong-Ju Lee beendet zehnjährige Siegesstrecke der Kenianer


16.04.01 (fc) Bei der 105. Auflage des Boston-Marathons schaffte die Kenianerin Catherine Ndereba die Titelverteidigung mit einer Zeit von 2:23:53 Stunden. Die Äthiopierin Fatuma Roba (Bild) verpasste die angestrebte Revanche für die Niederlage des Vorjahres. Die Top-Favoriten der Männer hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Hier machten Silvio Guerra, Joshua Chelanga und Bong-Ju Lee den Sieger unter sich aus. Der Südkoreaner hatte die entscheidenden Reserven und siegte in 2:09:43 Stunden.

Simon Mpholo und Makhosonke Fika (beide Südafrika) suchten zu Beginn des Boston-Marathons ihr Heil in der Offensive. Lange Zeit hielt sich das Duo an der Spitze, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorsprung herauslaufen. Nach 50 Minuten wurden die beiden Ausreißer von der eigentlichen Spitzengruppe mit den Favoriten gestellt. Die beiden blieben allerdings beharrlich und zeigten sich weiter an der Front. Nach eineinhalb Stunden kam es zu der ersten ernsthaften Tempoverschärfung, initiiert von Silvio Guerra (ECU). Bereits da war klar, dass die Kenianer Elijah Lagat und Moses Tanui mit der Entscheidung nichts mehr zu tun haben würden. Vielmehr formierte sich nun ein Quartett mit Guerra, David Kiptum Busienei, Bong-Ju Lee und Joshua Chelanga. Lee suchte die Vorentscheidung, konnte aber Chelanga und Guerra nicht abschütteln. Seite an Seite präsentierten sie sich selbstbewusst zur Zwei-Stunden-Marke, ehe es zu weiteren Tempoverschärfungen und Führungswechseln kam, denen Chelanga zum Opfer fiel. Danach konnte sich der Südkoreaner, der 1996 bei den Olympischen Spielen Silber gewonnen hatte, auch von Silvio Guerra lösen und lief unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer seinem Sieg (2:09:43 h) entgegen. Guerra blieb als Zweiter um sieben Sekunden über 2:10 Stunden. Debütant Chelanga (2:10:29 h) erreichte völlig ausgepumpt auf dem dritten Rang das Ziel. Der glückliche Sieger Bong-Ju Lee analysierte nachher: „Nach Kilometer vierzig war ich mir sicher, dass ich gewinnen kann.“

Bei den Frauen belauerten sich die Titelaspirantinnen längere Zeit. Die Russin Ludmila Petrova kam zu Sturz, nachdem der Vorjahressiegerin Catherine Ndereba kurz zuvor an einer Verpflegungsstation ein Lapsus unterlaufen war. Diesen machte sie aber rasch wieder wett und distanzierte sich schließlich frühzeitig von ihren Mitstreiterinnen. Fatuma Roba fiel als letzte Läuferin ab, nachdem sie bis zu Kilometer dreißig noch mithalten konnte. So eilte die 28jährige Ndereba einsam ihrer Titelverteidigung entgegen. Nach 2:23:53 Stunden konnte sie erneut als Siegerin strahlen. Erstaunlich war dabei, dass sie ebenso wie Lee die zweite Hälfte der Distanz schneller zurücklegte als die erste. Hinter ihr liefen mit Malgorzata „Masha“ Sobanska (POL) in 2:26:42 und Lyubov Morgunova (RUS) in 2:27:18 Stunden zwei Europäerinnen ein. Roba war weiter abgefallen.

Der 28jährige Ernst van Dyk entschied den Wettbewerb der Rollstuhlfahrer in 1:25:12 Stunden überlegen für sich, was ihm mit 10.000 US-Dollar versüßt wurde. Ganz nebenbei beendete er die Siegesserie des Schweizers Franz Nietlispach. Im Frauen-Rennen besiegte Louise Savage (AUS; 1:53:54 h) die Schweizerin Edith Hunkeler auf der Zielgeraden.

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