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Internationale Sportartikel-Messe in München

Leichtathleten präsentierten Sydney-Anzug

Sport und Fun standen im Mittelpunkt der Winter-ISPO 2000

08.02.00 (fc) Die Internationale Sportartikel-Messe ISPO ist ein wichtiger Termin für Aussteller und Fachbesucher aus der Sportindustrie. Die Firma Adidas nutzte die Möglichkeit, um den Anzug für die Olympischen Sommerspiele in Sydney zu präsentieren. Bei dieser Gelegenheit durften sich Sprinthoffnung Sina Schielke und Stabhochspringer Danny Ecker gemeinsam mit Britta Becker (Hockey) und Alexander Leipold (Ringen) als Models auf der Adidas-Bühne versuchen.  

Zunächst einmal blickten im Rahmen der Präsentation Heide Ecker-Rosendahl und Ulrike Nasse-Meyfarth auf die Olympiaden der Vergangenheit zurück. Die zweifache Hochsprung-Olympiasiegerin meinte, dass die Spiele auch in einer Zeit der zunehmenden Sport-Kommerzialisierung nicht an Reiz für die Aktiven verloren hätten. 

Frank Busemann zeigte sich nach seiner Verletzungspause sehr optimistisch. Am Wochenende hatte er einen ersten Wettkampf im Stabhochsprung (4,80 Meter) absolviert. „Es tat gut, wieder mal das Trikot zu spüren“, so Busemann. Als Ziel gab er zunächst die Qualifikation für Sydney an. Auf sein Studium angesprochen, musste der Zehnkämpfer zugeben, dass er kein „richtig schneller Student“ sei.

Hochspringer Martin Buss, der auf eine gute bisherige Hallensaison zurückblickte, machte gute Perspektiven für seine Disziplin in Deutschland aus. Für ihn persönlich ist auch der Angriff auf den deutschen Rekord von 2,37 Metern, gehalten von Carlo Thränhardt, ein Thema. Das Potential dazu hat Buss, der in der Trainingsphase oft 13 Einheiten pro Woche absolviert, auf alle Fälle.

Die dreifache Junioren-Europameisterin Sina Schielke, ausgezeichnet mit einem Jugend-Förderpreis, war auf ihre Leistungsexplosion von 1998 auf 1999 angesprochen, auch etwas überfragt. „So richtig erklären kann ich mir das auch nicht“, meinte die Dortmunder Nachwuchssprinterin. Obwohl schon Kadermitglied, wollte sie noch keine wirklichen Ambitionen auf die Sommerspiele anmelden. Wenn sie sich qualifizieren sollte, wolle sie nur in der Staffel an den Start gehen.  „Wichtiger für mich ist in meinem letzten Jugendjahr die Junioren-WM in Chile“, so Schielke.

Ecker: „Man muss 5,80 Meter springen, um sich für Sydney zu qualifizieren“

Auch Danny Ecker stellte sich dem folgenden Talk auf der Adidas-Bühne:

Der Stabhochsprung boomt in Deutschland, insbesondere in Leverkusen. Woher kommt das auf einmal?

Danny Ecker:
Das ist im Grund schwer zu erklären. Ich denke, dass das eine gute Trainerarbeit voraussetzt. Das Stabhochspringen ist auch finanziell eine recht anspruchsvolle Disziplin. Der Stab kostet über 1000 Mark pro Stück, wir haben ein über hundert Stäbe im Verein. Die Anlage an sich kostet auch 25 bis 30.000 Mark. Von daher müssen die Voraussetzungen erst mal gegeben sein. Und wie gesagt, der Trainer hat auch sehr gute Arbeit geleistet. Und ich denke auch, wenn sich alle an einem Ort zusammenfinden, es kamen ja auch Springer aus anderen Städten in Deutschland, dann puscht man sich gegenseitig hoch. 

Du warst bei der WM in Sevilla einerseits bester Deutscher mit übersprungenen 5,70 Metern, andererseits hat es aber als Vierter nicht zu einer Medaille gelangt. Was überwiegt denn da? Die Freude, bester Deutscher zu sein oder die Enttäuschung, dass es nicht zu einer Medaille reichte?

Danny Ecker:
Dass ich bester Deutscher war, ist mir in dem Augenblick gar nicht bewusst gewesen. Die Freude war an sich nicht so da. Vierter Platz, das ist ja eigentlich sowieso knapp daneben. Ich hatte mir doch mehr vorgenommen, gerade weil eben der dritte Platz mit 5,80 Meter weggegangen ist. Ich war in einer Verfassung, wo ich das auch locker hätte springen können. Aber ich glaube, das ging den anderen Leichtathleten ebenso. Woran’s gelegen hat, kann ich nicht sagen, es war aber schon so, dass ich mich in dem Augenblick da geärgert habe. 

Was ist Deine Perspektive für Sydney? Es gibt ja in Deutschland mittlerweile sechs Springer, die fünf Meter siebzig springen können. Welche drei werden sich durchsetzen? Was glaubst Du?

Danny Ecker:
Schwer zu sagen, es ist ja noch viel Zeit. Also sechs sind ungefähr bei 5,70 und es dürfen nur drei mitfahren. Ich glaube, dass man mindestens 5,80 oder 5,85 springen muss, um sich zu qualifizieren. Da möchte ich jetzt noch gar keine Prognose dazu abgeben. Es kann noch soviel dazwischen kommen, Verletzungen und so. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich dabei bin.

Eine Frage noch zu Sergej Bubka. Er arbeitet an seinem Comeback. Was traust Du ihm zu?

Danny Ecker:
Einen ersten Wettkampf hat er ja schon absolviert mit 5,60 Metern. Aber ich denke mal, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange bei ihm ist. Er ist ja mittlerweile schon 36 oder 37. Aber ein Athlet wie Sergej Bubka, der so viele Erfolge hatte und unangefochten die Nummer eins war in der Disziplin, wird nicht zurückkehren mit 5,60 und sich zufrieden geben, wenn er in den Endkampf kommt. Also ich denke schon, dass er ein Pfund drauf hat und dass man im Sommer auf jeden Fall wieder mit ihm rechnen muss.

Abschließende Frage. Was macht der Olympia-Anzug?

Danny Ecker:
Der sitzt hervorragend. Passt scho…

Neben dem Olympia-Anzug stellte Adidas auch noch einen überwiegend in schwarz und gold gehaltenen offiziellen Trainingsschuh für die Olympioniken vor. Hockeyspielerin Britta Becker verstand die goldenen Streifen gleich als kleine Anspielung.

Insgesamt stand die ISPO gemäß der Jahreszeit auch im Zeichen des Wintersports. Die Skifirmen waren zahlreich vertreten und auf einer kleinen Kunsteisbahn stellten sich ein paar Profis der München Barons zu einem lockeren Spielchen mit den Erding Jets ein, das den Kufencracks sichtlich Spaß bereitete.

Außerdem gab es natürlich noch einiges mehr auf der Messe zu sehen und erleben. Die Besucher wurden mit Blickfängen und Attraktionen immer wieder auf’s Neue überrascht.

Bild-Impressionen von der Winter-ISPO 2000: 

Neben vielen Sport-Prominenten durfte auch die „Miss Reef“ an dem Stand ihres Auftraggebers eine Autogrammstunde geben (links oben).

Eishockeytorwart Christian Künast vertrat auf der Kunsteisbahn im ISPO-Freigelände souverän die Farben seiner München Barons (oben).

Die Damen der Hockey-Nationalmannschaft überraschten bei der Präsentation ihres neuen Outfits auch mit einem originellen und werbeträchtigen Puma-Mundschutz (links).

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