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Internationales Hallen-Meeting in Chemnitz

Danny Ecker springt Hallenrekord

Tscheche Radek Zachoval besticht in Landesrekord von 20,79 Sekunden


09.02.01 (fc) Den dritten Streich von Danny Ecker in diesem Jahr bekamen die Zuschauer im Chemnitzer Sportforum geboten. Nach 5,80 in Dortmund, 5,85 Metern in Erfurt, war nun der deutsche Hallenrekord fällig. Bereits im ersten Versuch holte er sich mit 5,96 Metern diesmal die neue Bestmarke, die Tim Lobinger an gleicher Stelle im vergangenen Jahr gesprungen war. Olympiasiegerin und Headliner Heike Drechsler musste wegen einer Rückenverletzung ihren Start in Sachsen absagen.

In einem der ersten Wettkämpfe, den 800 Metern der Männer, attackierte Nico Motchebon eingangs der letzten Runde, konnte die Führungsposition jedoch nicht ins Ziel bringen und musste sogar noch drei Läufer, darunter den siegreichen Polen Pawel Czapiewski (1:47,98 min), ziehen lassen. Motchebons Endzeit von 1:48,95 Minuten war mäßig und verdeutlicht, dass er nach seiner Erkrankung noch nicht wieder den wirklichen Anschluss gefunden hat.

Der nigerianischen Fraktion gehörten die Sprints. Mary Onyali ließ der Österreicherin Karin Mayr (7,24 sec) in 7,19 Sekunden keine Chance. Gaby Rockmeier (7,26 sec) wurde Dritte, Melanie Paschke (7,36 sec) Fünfte. Bei den Männern diktierte Sunday Emmanuel das Geschehen. 6,66 Sekunden waren für Ryszard Polarczyk (6,72 sec) und den Wattenscheider Alexander Kosenkow (6,72 sec) zu schnell. Über 200 Meter überraschte der Tscheche Radek Zachoval mit einem Hallen-Landesrekord von 20,79 Sekunden. Er bestätigte damit seine Leistungen in Südafrika nun auch in der Halle und gab das Ergebnis via Handy gleich an seine Heimat weiter.

Unzufrieden war der Berliner Kofi Amoah Prah trotz des ersten Platzes mit seinen 7,89 Metern und vier ungültigen Versuchen im Weitsprung. „Ich muss mich selbst noch besser in den Griff bekommen“, sagte der Olympia-Fünfte nach dem Wettkampf. Sein Ziel, in der Halle über acht Meter zu springen, hat er bereits erreicht. Im Hinblick auf einen möglichen Start in Lissabon fehlt ihm allerdings noch die Norm und er selbst würde sich mehr Sicherheit im Acht-Meter-Bereich wünschen. Sein nächster Start ist in einer Woche in Halle geplant.

Das Highlight hatte allerdings wie schon in Erfurt Stabakrobat Danny Ecker parat. Diesmal war der deutsche Rekord fällig. Bereits im ersten Versuch überquerte er unter dem Jubel des Publikums die 5,96 Meter. Ganz nebenbei verbesserte er auch seine Weltjahresbestleistung. „Ich hatte eigentlich überhaupt kein Gefühl“, sagte er nachher zu seinen Sprüngen und setzte sich für seine zwei weiteren Hallenstarts vor der Fußoperation die sechs Meter als nächstes Ziel. Lars Börgeling (D) teilte sich mit dem Tschechen Adam Ptacek bei übersprungenen 5,60 Metern den zweiten Platz.

Bei den Frauen ging es bei 4,40 Metern ins Stechen. Yvonne Buschbaum zeigte bei der Hallen-WM-Norm Nerven und haderte mehrmals mit ihren Sprüngen, entschied den Wettkampf allerdings mit 4,35 Metern im Duell mit Nicole Humbert und Pavla Hamackova (CZE) für sich. „Irgendwann wird es mit den Höhen klappen, die wir gern springen wollen“, meinte die Stuttgarterin auch stellvertretend für ihre deutschen Kolleginnen. Die Junioren-Vize-Weltmeisterin Annika Becker konnte nur zuschauen. Nach einem Verkehrsstau bei der Anreise war sie erst in der Halle eingetroffen, als der Wettkampf bereits begann.

Falk Balzer setzte sich über 60 Meter Hürden in 7,56 Sekunden knapp gegen den Österreicher Elmar Lichtenegger durch. Der Ulmer Ralf Leberer hatte nach einer Zeit von 7,76 Sekunden im Vorlauf im Finale bereits an den ersten beiden Hürden Probleme und schied aus. Die 400 Meter der Frauen gehörten der Rehlingerin Shanta Ghosh (52,50 sec), die von Anfang an ein schnelles Tempo vorlegte und ihre Konkurrentinnen Claudia Marx und Heike Meissner in Schach hielt. Bei den Männern lief Lars Figura (D) deutsche Hallenbestleistung in 46,90 Sekunden, den Sieg holte sich jedoch ungefährdet der Pole Robert Mackowiak (46,19 sec). Dawn Burrell (USA) gewann in Abwesenheit von Drechsler den Weitsprung mit 6,58 Metern. Hier überraschte Nicole Herrschmann vom OSC Berlin mit 6,46 Metern. Olympia-Teilnehmerin Sofia Schulte von Bayer Leverkusen wurde Vierte (6,30 m).

Ohne die angeschlagene Lokalmatadorin Kathleen Friedrich musste der 2000-Meter-Lauf auskommen. Diesen gewann die Rumänin Elena Iagar-Buhaianu in 5:55,07 Minuten. Im 3000-Meter-Rennen der Juniorinnen setzte sich das Chemnitzer Talent Steffi Günther (9:40,68 min) durch. Über die 1500 Meter der Männer siegte der Äthiopier Birhane Alemu (3:40,53 min) vor dem Franzosen Bouabdellah Tahri (3:40,97 min).

Stimmen:

Radek Zachoval (CZE; Sieger 200m):
Landesrekord mit 20,79 Sekunden. Das ist eine Überraschung. Ich wollte unsere Norm für die Hallen-WM laufen. Diese ist bei 21 Sekunden. Das muss ich erst mal verdauen.

Yvonne Buschbaum (D; Siegerin Stabhochsprung):
Ich hätte die Norm für die Hallen-WM gerne geschafft. Dann da will ich hin. Wir sind alle sehr ausgeglichen und treiben uns gegenseitig voran. 

Danny Ecker (D; Sieger Stabhochsprung mit deutschem Rekord):
Ich bin nach dem Motto „Augen zu und durch“ ran gegangen. Die Kraft und die Spannung war nach dem Rekord bei den sechs Metern etwas weg. Die Entscheidung über die Operation ist gefallen. Ich gehe am 22. Februar unter das Messer.

Robert Mackowiak (POL; Sieger 400m):
Es war mein erster Lauf in der Halle. Ich wollte unsere Norm für die Hallen-WM unterbieten. Das ist mir mit 46,19 Sekunden deutlich gelungen. Das Publikum in Chemnitz verdient ein großes Lob.

Falk Balzer (D; Sieger 60m Hürden):
Mit dem Sieg bin ich natürlich zufrieden. Aber ich bin nach dem Start wie in Erfurt regelrecht eingesackt, da habe ich einige Hundertstel gelassen.

Kofi Amoah Prah (D; Sieger Weitsprung):
Mit den 7,89 Metern bin ich nicht zufrieden. Mein Anspruch war höher. Wir haben gut trainiert. Dieser Wettkampfblock ist gewollt. Nach Stuttgart hatte ich fünf Tage Zeit, mich zu erholen.

Pawel Czapiewski (POL; Sieger 800m):
Ich bin ein wenig überrascht, dass ich so leicht an Johan Botha vorbeikam. Ich war mehr auf die Zeit, als auf den Sieg fixiert. Schade, es hat nicht ganz für unsere Hallen-WM-Norm gereicht. 

Elena Iagar-Buhaianu (RUM; Siegerin 2000m):
Es war mein erstes Rennen über 2000 Meter. Da wollte ich nur gut sein. Es hätte schneller sein können. Das Hauptziel ist die Hallen-WM in Lissabon

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