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Boston-Marathon

Äthiopier wollen Revanche

Olympiasieger Abera und Roba für kenianische Konkurrenten gerüstet


15.04.01 (fc) Die Kenianer gaben vor einer Woche beim Paris-Marathon den Ton an. Im vergangenen Jahr war es in Boston ähnlich. Nicht zuletzt deshalb wollen die äthiopischen Stars Fatuma Roba (Bild) und der Olympiasieger von Sydney, Gezahenge Abera, bei der Neuauflage am Montag Revanche nehmen. Aber die kenianische Fraktion sitzt ihnen mehr als nur im Nacken.

Im letzten Jahr verpasste Roba in Boston ihren vierten Titel in Folge. Als Dritte erreichte sie hinter Catherine Ndereba (KEN) und Irina Bogacheva (KAZ) das Ziel. Es war ihre erste und bislang einzige Marathon-Niederlage in den Vereinigten Staaten. 1996 hatte sie in Atlanta auch den Olympiasieg errungen. In diesem Jahr hat die 27jährige erneut die Chance, als erste Frau den Boston-Marathon zum vierten Mal zu gewinnen. Titelverteidigerin Ndereba, bekannt stark auf der Straße, wird ihr dabei wieder den entscheidenden Strich durch die Rechnung machen wollen. Lornah Kiplagat (KEN) und New-York-Siegerin Ludmila Petrova (RUS) sollte man ebenfalls auf der selben haben.

Ihr Landsmann Gezahenge Abera trifft auf eine sehr starke Konkurrenz aus Kenia. Mit Moses Tanui (1998), Joseph Chebet (1999) und Elijah Lagat (2000) treten die Sieger der letzten drei Jahre gegen ihn an. Überhaupt haben in den letzten zehn Jahren bei den Männern nur Kenianer gewonnen. Der einzige äthiopische Sieg geht in das Jahr 1989 zurück. Beim letzten Boston-Marathon wurde Abera in 2:09:47 Stunden Zweiter und krönte seine Marathonsaison gut fünf Monate später mit dem Sieg in Sydney. Und er gibt sich selbstbewusst vor dem Rennen: „Ich bin mir sicher, dass ich die Kenianer diesmal schlagen kann.“ Joseph Chebet stellt das Ziel der Kenianer vor: „Wir müssen zusehen, dass einer von uns gewinnt.“ Rein zahlenmäßig sind diese jedenfalls klar im Vorteil und das könnte durchaus zu einem entscheidenden Fakt werden, wenn die Taktik darauf abzielt, Abera zu zermürben.

Es liegt in den Händen von Fatuma Roba und Gezahenge Abera, den Boston-Marathon in den Landesfarben Äthiopiens zu gestalten. Sorgenfalten bekam in dem Zusammenhang bereits der Renndirektor Dave McGillivray, der den Enthusiasmus der afrikanischen Landsleute, die oft gerne auf die Strecke stürmen, kennt und diese zur Zurückhaltung aufforderte. Aber gerade, wenn die beiden Mitfavoriten an der Spitze liegen, wird die Freude der äthiopischen Fans nur schwer zu bändigen sein.

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