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Grand-Prix-Meeting in Lausanne

Schnelle Zeiten auf den Mittelstrecken

Sieben Weltjahresbestleistungen bei „Athletissima“

04.07.01 (fc) Die Männer trumpften vor über 25.000 begeisterten Zuschauern beim Grand-Prix-Meeting in Lausanne groß auf. Alle sieben Weltjahresbestleistungen gingen auf das Konto des starken Geschlechts. Dafür verantwortlich zeichneten Maurice Greene, Ramon Clay, Andre Bucher, Ali Saidi-Sief (Bild), Paul Bitok, Angelo Taylor und Jeff Hartwig. Für die wertvollste Leistung bei den Frauen sorgte Hochspringerin Inga Babakova mit ihrem Satz über 2,03 Meter.

Zur Freude des begeisterten Publikums drückte der Schweizer Star Andre Bucher dem 800-Meter-Lauf seinen Stempel auf. In 1:43,58 Minuten lief er ungefährdet zu einer neuen Weltjahresbestzeit, zu der ihn der deutsche Tempomacher Mark Eplinius geführt hatte. Die Afrikaner kämpften hinter Bucher nur noch um die Plätze. 

Der Algerier Ali Saidi Sief stand dem in nichts nach und blieb über 1500 Meter in 3:29,51 unter 3:30 Minuten. Er siegte in dieser neuen persönlichen Bestzeit klar und deutlich vor dem Rest des Feldes. Der kenianische Olympiasieger Noah Ngeny (3:33,63 min) hatte das Nachsehen. Über 3000 Meter trumpften die Kenianer dafür umso mehr auf und landeten, angeführt von Paul Bitok (7:32,61 min), auf den ersten fünf Plätzen.

In einem interessanten Rennen über 400 Meter Hürden behauptete sich Olympiasieger Angelo Taylor (USA) in 47,95 Sekunden gegen seinen französischen Vorgänger Stephane Diagana (48,08 sec). Der Kubaner Anier Garcia gewann auf den 110 Meter Hürden in 13,24 Sekunden hauchdünn vor dem wiedererstarkten Larry Wade (USA).

Löst Jenny Adams im Hürdensprint Gail Devers ab?

Die USA haben eine neue Hoffnung im Hürdensprint der Frauen. Unbeeindruckt von ihren Konkurrentinnen eilte Jenny Adams mit einer Zeit von 12,68 Sekunden zum Sieg vor der Jamaikanerin Delloreen Ennis-London (12,73 sec). Gail Devers (USA) musste mit dem fünften Platz Vorlieb nehmen. Auf der längeren Hürdendistanz bewies die Marokkanerin Nezha Bidouane ihre Klasse. Sie setzte sich in 54,02 Sekunden gegen das internationale „Who’s who“ in dieser Disziplin durch. Den Sieg über 800 Meter schnappte bei den Frauen Irina Mistyukevich (1:58,80 min) auf den letzten Metern noch ihrer Landsfrau Natalja Tsaganova (1:58,74 min) weg. Mit Olga Raspopova wurde eine weitere Russin eine Zehntel hinter Mistyukevich Dritte.

Frauen: Starker Hochsprung, aber nur mäßiger Weitsprung mit Heike Drechsler

Inga Babakova (UKR) hat gute Karten im Hinblick auf ihre Titelverteidigung in Edmonton. Sie überquerte 2,03 Meter und keine der anderen Hochspringerinnen konnte ihr an diesem Abend das Wasser reichen. Die Weitspringerinnen knauserten hingegen mit ihren Leistungen. Olga Rublyova (RUS) behauptete sich mit 6,59 Metern um einen Zentimeter gegen Jackie Edwards von den Bahamas. Die deutsche Olympiasiegerin Heike Drechsler begnügte sich mit Rang drei und 6,50 Metern. Bei den Männern konnte der Berliner Kofi Amoah Prah nicht an seine Leistung von Stuttgart anschliesen. „Mein Körper hat heute gemacht, was er wollte. Aber ich werde weiter kämpfen“, meinte er danach zu seinen 7,66 Metern. Als Neunter gehörte Olympiasieger Ivan Pedroso aber einen Platz hinter Prah auch zu den Enttäuschten. Es gewann der US-Boy Savante Stringfellow (8,28 m). Als bester Deutscher Stabhochspringer ging Danny Ecker mit 5,80 Meter und Rang drei aus dem Bewerb. Hier gewann der US-Amerikaner Jeff Hartwig (5,90 m, Weltjahresbesthöhe eingestellt) vor Alexander Averbukh (ISR; 5,85 m).

Maurice Greene und Marion Jones geben sich keine Blöße

Überraschungen in den Sprints blieben aus. Die US-Stars Maurice Greene und Marion Jones gaben sich über 100 Meter in 9,90 bzw. 11,04 Sekunden keine Blöße, wobei Chandra Sturrup (BAH) der dreifachen Olympiasiegerin bis auf eine Hunderstel „auf die Pelle“ rückte. Greene humpelte zwar im Ziel erstmal wieder, hatte jedoch seine Weltjahresbestzeit eingestellt. Über 200 Meter untermauerte Ramon Clay (USA) mit einer Zeit von 20,05 Sekunden, ebenfalls die schnellste in dieser Saison, seine Ambitionen für die Weltmeisterschaft.

Im Speerwurf attackierte Olympiasieger Jan Zelezny (CZE) vergeblich die 90-Meter-Marke. Mit 89,94 Metern verpasste er diese knapp, diktierte aber den Wettkampf nach Belieben. Der angeschlagene Raymond Hecht (D) wurde mit 82,37 Metern vor Boris Henry (82,25 m) Vierter. Der deutsche Meister Peter Blank erwischte keinen guten Tag und verpasste mit 75,89 Metern den Endkampf der besten Acht ebenso wie Peter Esenwein (72,42 m).