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Saison 2001

Mit Comeback in Stuttgart zufrieden

Kristina Da Fonseca-Wollheim hat Golden-League-Starts im Visier

06.07.01 (dg) Mit Platz zwei über 1500 Meter und Rang vier über 800 Meter hat sich Kristina da Fonseca-Wollheim in Stuttgart zurückgemeldet. Nach einer Fußverletzung wurde ihr im November letzten Jahres ein viermonatiges Laufverbot auferlegt, insofern war der Start bei den Deutschen Meisterschaften nur eine symbolische Geste für ihren neuen Verein, die LG Eintracht Frankfurt. Zwischen den Wettkämpfen nahm sie sich die Zeit, um mit dem Online-Magazin über ihre Zukunftspläne zu reden und die vergangenen elf Monate seit der verpassten Olympiaqualifikation Revue passieren zu lassen. Die Enttäuschung und Verbitterung über die knapp gescheiterte Nominierung für Sydney merkt man ihr noch heute an. Im letzten Sommer hatte sie in Rom die Olympianorm von 4:06,50 Minuten unterboten, an einer zweiten Erfüllung scheiterte sie jedoch knapp und musste sich die Spiele zuhause ansehen. „Wir haben genug Talente in Deutschland, trotzdem schaffen es kaum Mittelstreckenläuferinnen für Großereignisse nominiert zu werden. Man muss sich fragen, warum das so ist. Eine zweite Normerfüllung im letzten Jahr scheiterte daran, dass ich keine gute Tempomacherin bei den Qualifikationswettbewerben hatte“, blickt die Mittelstreckenläuferin zurück. Damit ist sie dann auch schon bei dem Kernpunkt ihrer Kritik. Die Doppelnorm, nach ihren Fußproblemen in diesem Jahr utopisch, hält sie für den falschen Ansatz. Man solle bei den Nominierungsrichtlinien mehr zwischen den Disziplinen differenzieren und dem Athleten nicht den Saisonaufbau verbauen, indem man zweimal die Norm verlangt. „Wir müssen eine sehr gute Frühform zeigen und diese bei Sportfesten, beim Europacup und den deutschen Meisterschaften halten. Das ist im Ausdauerbereich kaum zu schaffen. Danach ist die Zeit einfach zu kurz, um bis zu der WM einen sinnvollen Neuaufbau zu machen. Warum nicht eine einmalige Normerfüllung zu Beginn der Saison und einen Leistungsnachweis kurz vor der WM. Wir haben mit den Verantwortlichen beim DLV ein Gespräch gesucht, aber da fehlt das Interesse an den Mittelstrecken. Die Erfolge von Nils Schumann verdecken hier viele Defizite“, glaubt sie.

Mittlerweile hat die Studentin für sich die Konsequenzen aus den zurückliegenden Jahren gezogen und sich freiwillig aus den DLV-Kadern zurückgezogen, um ihre eigenen Konzepte verfolgen zu können. Da sie in diesem Jahr erst im April wieder richtig trainieren konnte, richtet sie ihre Saison auf die kommenden Meetings aus und hofft, sich für die Golden-League-Serie empfehlen zu können.