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Weltmeisterschaft in Edmonton

WM-Qualifikation trotz Übergangsjahr

Stefan Schmid sieht großes Potenzial im Zehnkampf-Nachwuchs

26.07.01 (fc) Eigentlich sollte es für Zehnkämpfer Stefan Schmid nur ein Übergangsjahr zwischen seiner ersten Olympia-Teilnahme im letzten Jahr und der Europameisterschaft 2002 in München werden. Eigentlich hatte er zu Jahresbeginn die Weltmeisterschaft in Edmonton noch gar nicht so richtig eingeplant. Aber nun saß er am 25. Juli doch im Flieger ins WM-Vorbereitungslager des DLV nach Calgary, um wenige Tage später bei den Titelkämpfen im Zehnkampf zusammen mit dem jungen Sebastian Knabe die deutschen Fahnen hoch zu halten.

Den Grundstein dafür legte er Mitte Juni beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen mit der deutschen Jahresbestleistung von 8287 Punkten. „Es hat sich bereits vorher herauskristallisiert, dass ich in einer läuferisch und sprungmäßig guten Verfassung bin.“ Trotzdem versteifte er sich noch gar nicht auf die Qualifikation für Edmonton. „Wahrscheinlich war es der Schuss Lockerheit, der die Leistung mitproduziert hat“, spekuliert der 31jährige, der die Veranstaltung nicht nur wegen der dann als Konkurrenten präsenten deutschen Spitze sehr schätzt. „Von der Wertigkeit ist es ein Riesenerfolg, wenn man, wie ich, die Qualifikation zwei Jahre hintereinander gewinnt. Darauf kann man schon etwas stolz sein.“

Bereits im letzten Jahr krönte er sein Olympiajahr in Ratingen mit einer neuen Bestleistung von 8.485 Punkten nach einem langen Aufbautraining, das bereits im September 1999 begann. „Die Olympiade mein absolutes Ziel“, ließ er auch bei der Startplatzvergabe keine Zweifel an seinen Sydneyplänen aufkommen. Letztlich hatte er in Sydney als Neunter mit 8.206 Punkten einen Platz in den Top 10 der Welt realisiert.

Hürdenlehrgang im März gab neue Motivation

Die Motivation für das Jahr 2001 hauchte ihm im März ein Hürdenlehrgang in Leverkusen mit Ewald Kaufmann als Trainer ein. „Da habe ich auch die anderen Zehnkämpfer wieder getroffen. Das war die Initialzündung“, erinnert sich Schmid an den Startschuss für sein Schnelligkeitstraining auf hohem Niveau. Danach setzte er sich schwerpunktmäßig Ziele in den Disziplinen 100 Meter und 110 Meter Hürden. Das sind auch die Bewerbe, in denen er sich in diesem Jahr verbessern möchte. Dass er da auf dem besten Weg dazu ist, bewies er erst kürzlich bei den Unterfränkischen Meisterschaften im heimischen Karlstadt mit Zeiten von 10,75 bzw. 14,26 Sekunden. Das zielorientierte Training trägt also Früchte.