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Weltmeisterschaft in Edmonton

Couragierter Vorlauf überzeugte DLV

Kathleen Friedrich: Nach Verletzungspech mit „Crashkurs“ in Schwung

30.07.01 (fc) Die Jagd nach dem Ticket zur Weltmeisterschaft in Edmonton war für Kathleen Friedrich wegen einer Verletzung aus der Hallensaison im doppelten Sinn ein Lauf gegen die Zeit. Mit einem couragierten Vorlauf bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart konnte sie schließlich die DLV-Verantwortlichen davon überzeugen, sie trotz verpasster Norm bei der Zusammenstellung des Kaders zu berücksichtigen. „Ich brauche die WM, um internationale Luft zu schnuppern“, weiß die 1500-Meter-Läuferin.

Dabei alleine soll es möglichst nicht bleiben, denn ihr Ziel für die Weltmeisterschaft hat sie insofern klar definiert, dass sie „nicht nur ein Rennen“ im Commonwealth Stadium bestreiten möchte. Im Klartext heißt das, die erste Runde zu überstehen. Dabei ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass die Vorläufe mangels eines großen Feldes ausfallen und somit die eigentlichen Zwischenläufe den Auftakt bedeuten. „Irgendwo ist es schon mein Ziel, in den Endlauf zu kommen, auch wenn das richtig hart wird. Als Ziel nehme ich mir das aber auf jeden Fall vor“, spekuliert die 24-jährige auch auf eine Finalteilnahme.

Das könnte das Sprungbrett für weitere Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, sein. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Enttäuschung über die verpasste Olympia-Teilnahme überwog, plant sie, sich diesmal zum Ende der Saison noch zu zeigen. „Mein Traum wäre schon, auch in Zürich zu rennen“, würde sie ein Trip in die Schweiz, um dort im legendären Letzigrund zu laufen, durchaus reizen.

Es geht etwas voran in der sportlichen Karriere der Kathleen Friedrich. Ihr Ehrgeiz ist unverkennbar, die Europameisterschaft 2002 in München ein großes Ziel: „Ich betreibe den ganzen Aufwand nicht, um einfach nur dabei zu sein.“ In diesem Jahr musste sie zunächst einen herben Rückschlag hinnehmen. Wegen einem Ödem im Sprunggelenk konnte sie elf Wochen nicht laufen. Das Training beschränkte sich auf Heimtrainer, Schwimmbecken und Kraftraum. Nicht gerade ideale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison einer Mittelstreckenläuferin. „Das war für mich wirklich eine richtig schlimme Zeit“, erinnert sie sich, „deshalb bin ich für den Verlauf der Saison, die noch lange nicht beendet ist, wirklich dankbar.“