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Grand-Prix-Meeting in London

Steve Backley setzt Ausrufezeichen

Irina Mikitenko gibt erfolgreiches Comeback über 5000 Meter

23.07.01 (fc) Viele Top-Athleten nutzten das Grand-Prix-Meeting in London zu einem Abschlusstest vor der Weltmeisterschaft in Edmonton. Dabei sorgte der britische Speerwerfer Steve Backley mit einem Wurf auf 90,81 Meter für das lautstärkste Ausrufezeichen. Die einzige deutsche Teilnehmerin war die zuletzt verletzte Irina Mikitenko (Bild), die sich in Crystal Palace nur Paula Radcliffe geschlagen geben musste. Felix Sanchez (DOM) lief über 400 Meter Hürden eine Weltjahresbestzeit.

Steve Backley ist wieder da. 90,81 Meter machen ihn zu einem Mitfavoriten auf den Speerwurf-Titel in Edmonton. Das ebenfalls aussichtsreiche Trio Zelezny, Gatsioudis und Parviainen wird es mehr als nur zur Kenntnis genommen haben. 

Überhaupt zeigten sich die britischen Asse auf heimischem Terrain durchaus schon in WM-Laune. Die Dreispringer Jonathan Edwards (17,29 m), Onochie Achike (17,21 m) und Philips Idowu (17,05 m) feierten gleich einen Triple-Erfolg. Katherine Merry gewann die Stadionrunde in 50,67 Sekunden und beweist sich damit nach ihren gesundheitlichen Problemen wieder in ansteigender Form. Paula Radcliffe entschied die 5000 Meter in 14:44,21 Minuten klar vor der Deutschen Irina Mikitenko (14:53,82 min), die ein erfolgreiches Comeback nach ihrer Verletzung gab, für sich. Die Österreicherin Susanne Pumper stellte in 15:10,54 Minuten einen neuen Landesrekord auf.

Auch Mark Richardson wird in rund zwei Wochen in Edmonton zu beachten sein. Er hatte in einem knappen 400-Meter-Lauf in 45,22 Sekunden die Nase vorne. Der Jamaikaner Greg Haughton (45,23 sec) wurde Zweiter. Dwain Chambers entschied die 200 Meter mit einer Zeit von 20,31 Sekunden zu seinen Gunsten, während Darren Campbell die Gnadenfrist seines Verbandes nicht nutzen konnte. Er trudelte in 21,21 Sekunden als Letzter ins Ziel. Maurice Greene (USA) blieb über 100 Meter in 9,98 Sekunden als einziger unter zehn Sekunden. Zusammen mit seinen Trainingskollegen lief er in der HSI-Staffel zu einem weiteren Erfolg (37,93 sec).

Niederlage für Kärntnerin Steffi Graf – Weltjahresbestleistung von Felix Sanchez

Die österreichische Olympia-Zweite Stephanie Graf musste sich über 800 Meter der starken Brasilianerin Fabiane dos Santos (1:57,65 min) geschlagen geben. Dahinter wurde die Britin Kelly Holmes Dritte.

Eine Weltjahresbestleistung gab es über 400 Meter Hürden. Hier brachte Felix Sanchez (DOM) in glänzenden 47,95 Sekunden dem Olympiasieger Angelo Taylor (USA; 48,36 sec) eine Niederlage bei. Das Frauenrennen entschied die Ukrainerin Tatjana Tereshchuk-Antipova (54,84 sec) für sich. Auf den 110 Meter Hürden setzte sich der kubanische Olympiasieger Anier Garcia (13,37 sec) durch.

Luke Kipkosgei brachte die kenianische Dominanz über 3000 Meter in 7:38,26 Minuten zu einem erfolgreichen Abschluss. Hicham El Guerrouj gelang über die Meile die angedachte Olympia-Revanche an Noah Ngeny (KEN). Mit einer Zeit von 3:49,41 Minuten distanzierte er seinen Rivalen um fast zwei Sekunden.

Die beste Dreispringerin war die Russin Tatjana Lebedeva, die nicht nur wegen diesen 14,72 Metern als Favoritin nach Kanada fliegt. Die südafrikanische Hochspringerin Hestrie Cloete konnte mit 1,99 Metern einen bemerkenswerten Sieg gegen Weltmeisterin Inga Babakova (UKR; 1,96 m) feiern. Bei den Stabakrobatinnen gaben auch an diesem Abend US-Girl Stacy Dragila (USA; 4,72 m) und die Russin Svetlana Feofanova (4,65 m) den Ton an.