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Europacup 2000

Europacup der Absagen

Deutsche und britische Teams überrollte die Absagenflut

13.07.00 (fc) Der Deutsche Leichtathletik-Verband musste im Hinblick auf den Europacup in Gateshead am kommenden Wochenende in den letzten Tagen einige schmerzhafte Absagen hinnehmen. Während sich die Ausfälle von Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek und Kugelstoß-As Oliver-Sven Buder fast abzeichneten, meldeten sich nun auch noch die 400-Meter-Läufer Grit Breuer, Ingo Schultz und Stefan Holz ab. Damit sinken vor allem für die Staffel der Männer die Hoffnungen, Olympiaansprüche anmelden zu können, auf den Nullpunkt. Die stärkste Hürdensprinterin, Kirsten Bolm, konnte wegen einer Erkrankung nicht am Ausscheidungswettkampf in Kreuztal teilnehmen und musste so kampflos Birgit Hamann den Vortritt lassen. Während es für die deutschen Männer um die Titelverteidigung geht, so ist für die Frauen-Mannschaft ein Platz unter den ersten Drei das Ziel.

Keine leichte Aufgabe, der sich die deutsche Mannschaft gegenüber sieht. Einziger Trost ist im Moment, dass auch die Briten, Dritte des letzten Jahres, mit Colin Jackson und Steve Backley zwei ihrer Stars verloren haben. Falk Balzer besitzt damit eine realistische Chance, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. In den flachen Sprints sind die Briten mit ihren schnellen Leuten klar favorisiert. Über 800 Meter hat hingegen Nils Schumann die besten Karten. Für wichtige Punkte könnten desweiteren Jirka Arndt und Damian Kallabis über 3000 Meter und 3000 Meter Hindernis sorgen. In den Wurfdisziplinen kommen Lars Riedel und Karsten Kobs um die Favoritenrolle nicht herum, während Boris Henry im Duell mit dem Griechen Gatsioudis einen übermächtigen Konkurrenten im Bewerb vorfindet. Wenn es Kofi Amoah Prah gelingt, an seine Jahresbestweite von 8,20 Metern heranzuspringen, sollte er ebenso wie Stabakrobat Tim Lobinger auf dem Treppchen ganz oben stehen. Die 4×100-Meter-Staffel nimmt einen weiteren Anlauf auf die Olympianorm. In stark geschwächter Besetzung können ihre 400-Meter-Kollegen hingegen nur überraschen.

Tipp: Trotz der Ausfälle besteht für die deutschen Männer noch eine Chance auf die Titelverteidigung. Viel hängt davon ab, wie sich die zweite Garde verkauft. Es ist ein kein Geheimnis, dass die stärksten Konkurrenten aus Russland, Großbritannien und Italien kommen.

Weit höher hängen die Trauben bei den Frauen. Die Russinnen treten mit einer gesunden Mischung an jungen und erfahrenen Athletinnen an. Somit sollte es eine reine Formsache sein, den klaren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Die deutschen Frauen werden mit Rumänien, Frankreich und den Britinnen, die noch den Ausfall von Dreispringerin Ashia Hansen hinnehmen mussten, die weiteren Plätze auskämpfen. Aus deutscher Sicht kann man hoffen, Ulrike Urbansky, Astrid Kumbernuss, Irina Mikitenko und Yvonne Buschbaum am Ende als Disziplinsieger jubeln zu sehen. Aber auch in manch anderem Wettkampf wie dem Weitsprung mit Susen Tiedtke oder dem 800-Meter-Lauf mit Linda Kisabaka darf man auf eine gute Platzierung spekulieren. Wie bei den Männern geht es für die Sprintstaffel, die auf die Unterstützung von Andrea Philipp zählen kann, um die Olympianorm.  

Tipp: Wenn in dieser Saison endlich mal der Knoten platzt und ein paar weitere Olympianormen fallen, ist ein Platz unter den Top Drei auf alle Fälle drin. Aufgrund der bisher durchwachsenen Saisonleistungen könnte der Schuss aber ebenso nach hinten losgehen und man sich am Ende auf dem vierten oder fünften Platz wiederfinden. Man sollte auch die Griechinnen auf der Rechnung haben, die genauso wie die Ukrainerinnen in einzelnen Disziplinen Mitfavoritinnen im Rennen haben.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele im September ist der Europacup ein wichtiger Fingerzeig, wo die deutsche Leichtathletik momentan international steht. Nachdem die bisherigen Leistungen und vor allem das DLV-Meeting in Dortmund ein paar Sorgenfalten auf die Gesichter der DLV-Spitze trieben, können ein paar Athleten die Gelegenheit in Gateshead nutzen, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen.

Das aktuelle DLV-Aufgebot für Gateshead: 

Männer:
Marc Blume (100m), Mathias Mertens (200m), Lars Figura (400m), Nils Schumann (800m), Dirk Heinze (1500m), Jirka Arndt (3000m), Sebastian Hallmann (5000m), Falk Balzer (110m H), Steffen Kolb (400m H), Damian Kallabis (3000m H), Wolfgang Kreißig (Hoch), Tim Lobinger (Stabhoch), Kofi Amoah Prah (Weit), Hrvoje Verzi (Drei), Michael Mertens (Kugel), Lars Riedel (Diskus), Karsten Kobs (Hammer), Boris Henry (Speer), Marc Blume, Alexander Kosenkow, Christian Schacht, Patrick Schneider, Tobias Unger (4x100m), Lars Figura, Klaus Ehrnsperger, Michael Dragu, Benjamin Nitze, Ruwen Faller (4x400m)

Frauen:
Andrea Philipp (100m/200m), Anja Rücker (400m), Linda Kisabaka (800m), Kristina Da Fonseca-Wollheim (1500m), Luminita Zaituc (3000m), Irina Mikitenko (5000m), Birgit Hamann (100mH), Ulrike Urbansky (400m H), Amewu Mensah (Hoch), Yvonne Buschbaum (Stabhoch), Susen Tiedtke (Weit), Nicole Herschmann (Drei), Astrid Kumbernuss (Kugel), Ilke Wyludda (Diskus), Kirsten Münchow (Hammer), Karen Forkel (Speer), Andrea Philipp, Sina Schielke, Esther Möller, Marion Wagner, Sabrina Mulrain (4x100m), Anja Rücker, Uta Rohländer-Fromm, Birgit Rockmeier, Shanta Ghosh (4x400m)

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