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München-Marathon

„Ziehe vor jedem den Hut“

Sprinterin Birgit Rockmeier schnupperte in München Marathonluft

Bei der zweiten Etappe der Versorgungstour ging es in den Englischen Garten zu Kilometer 29. Nachdem sich Birgit mit Barbara und Angela dorthin vorgekämpft hatte, stellte sich die bange Frage: Ist er schon durch oder kommt er noch? Er kam, nach einigen Minuten stach er aus einer kleinen Gruppe hervor, nun schon etwas mehr von den Strapazen gezeichnet. Trotzdem verzichtete er auf die bereitgehaltene Erfrischung. Das kam dem „Silber-Girl“ von Edmonton nach der vorausgegangenen Hetzjagd durch München gerade recht und die Trinkflasche fand umgehend einen neuen Zweck. Zurück im Olympiapark hatte sie für Heinrich Wöhrl, der in 3:13:41 netto am Ende auf einem glänzenden 484. Platz die angepeilte Zeit von 3:15 Stunden sogar unterbot, noch die passende Anfeuerung für die letzten Meter parat und so konnte sie sich mit ihm in ihrer ungewohnten Rolle als Betreuerin am Straßenrand über sein geglücktes Marathondebüt freuen.

Birgit Rockmeier erlebte das erste Mal einen Marathon in dieser Form hautnah und sozusagen von Anfang bis Ende. Aber bereits bei der letzten Europameisterschaft 1998 in Budapest hatte es sie an die Strecke verschlagen und dabei fand sie heraus, dass die Langstreckenläufer die Anfeuerungsrufe intensiv mitbekommen: „Die hören das sogar.“ Besonders fasziniert ist sie von der Professionalität, die bei den Spitzenläufern vorherrscht und mit der sie auch von ihren Trainern unterstützt werden.

Selbst irgendwann einmal diese Lange Distanz auszuprobieren, scheint für die bayerische Vorzeigeathletin so gut wie ausgeschlossen. „Das ist viel zu lang“, weiß sie, „am ehesten könnte ich es mir vielleicht noch auf Inline-Skates vorstellen.“ Aus ihrer eigenen Erfahrung als Leistungssportlerin glaubt sie, dass es bei diesen Distanzen vor allem wichtig ist, nicht zuviel über die Strapazen, die man gerade erleidet, nachzudenken.

Beim Medien-Marathon in München hat sie auch das Drumherum und die besondere Atmosphäre genossen. „Ich finde es super, dass Otto-Normal-Verbraucher, Jung und Alt bei so einem Event mit ihrem eigenen Erfolg dabei sein und sich von dem Publikum feiern lassen können. Ich bewundere es, wie sich die Leute schinden“, zeigte sie großen Respekt vor jedem, der sich durch München gequält hat.

In rund zehn Monaten ist wieder Marathonzeit in München, dann bei der Europameisterschaft, die vom 6. bis 11. August in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen wird. Zwar wird Birgit Rockmeier, wenn mit der Unterstützung ihres Trainingspartners Heinrich Wöhrl alles nach Plan läuft, dann selbst über 400 Meter am Start sein und die Leistungen der Marathonis nur am Rande mitbekommen, aber natürlich ist sie gerade nach ihren Eindrücken vom Medien-Marathon überzeugt davon, dass dann noch mehr Leute an der Strecke die Langstreckenasse unterstützen und anfeuern, wenn Leichtathletik-Europa auf München blickt: „Das wird ganz bestimmt eine tolle Sache, wenn viele Zuschauer kommen.“

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