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Europacup 2000

Nur drei Einzelsiege für DLV

Männer und Frauen auf dem zweiten Gesamtrang – Gutes Teamergebnis

16.07.00 (fc) Trotz nur insgesamt drei Einzelsiegen konnten die DLV-Teams beim Europacup in Gateshead mit zwei zweiten Rängen in der Gesamtwertung ein gutes Mannschaftsergebnis abliefern. Am Sonntag zeichneten Lars Riedel, Falk Balzer und Astrid Kumbernuss für die einzigen deutschen Siege in den Einzelbewerben verantwortlich. Irina Mikitenko lieferte über 5000 Meter in 14:54,30 Minuten eine weitere gute Leistung ab. Auch wenn die Männer an der Titelverteidigung hauchdünn vorbeischrammten, so stimmte vor allem der zweite Platz der Frauen versöhnlich. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele zeichnet sich immer mehr ein relativ kleiner Leichtathletikkader ab, zumal bis zur Nominierung nach den Deutschen Meisterschaften Ende Juli nur noch wenige Qualifikationsmöglichkeiten bestehen.

Der zweite Tag beim Europacup in Gateshead begann so, wie der Samstag verlaufen war. Deutsche Siege Fehlanzeige! Karsten Kobs musste sich im Hammerwerfen als Dritter geschlagen geben, 800-Meter-Europameister Nils Schumann gab auf der Zielgerade alles, konnte aber den Franzosen Baala nicht mehr besiegen. Ähnlich erging es Kristina Da Fonseca-Wollheim über 1500 Meter. Irina Mikitenko lief über 5000 Meter forsch mit und nahm das von der Französin Belkacem vorgegebene Tempo an. Es reichte in 14:54,30 Minuten aber nur zum zweiten Platz hinter der Russin Tomashova. Susen Tiedtke konnte im Weitsprung mit allemal durchschnittlichen 6,42 Metern keine Akzente setzen. Sprinterin Andrea Philipp ging schnell an, hatte jedoch wie schon am Vortag auch über 200 Meter das Nachsehen und wurde in 22,88 Sekunden Dritte.

Lars Riedel war es schließlich zu verdanken, dass die deutschen Männer endlich etwas an Oberwasser gewannen. Der Diskuswerfer erreichte bei den schwierigen Bedingungen in England zwar nur eine Weite von 63,30 Metern, aber das reichte zum ersten deutschen Wettkampfsieg. „Ungünstiger geht’s nicht“, meinte der Chemnitzer zu den äußeren Bedingungen.

Chancenlos war Mathias Mertens über 200 Meter als Achter (21,22 sec). Es siegte der Brite Christian Malcom in 20,45 Sekunden. Astrid Kumbernuss war im Kugelstoßen ohne Konkurrenz und sorgte mit 18,94 Metern für den ersten und einzigen DLV-Sieg bei den Frauen. Die russische Vertreterin, Lyudmila Sechko, kam in diesem Wettkampf mit 16,42 Metern überhaupt nicht in Tritt und verlor einige Punkte für ihre Mannschaft. 

Der Stabhochsprung der Männer gehörte nicht Tim Lobinger, sondern dem Russen Evgenij Smirjagin, der den Wettkampf mit 5,85 Metern für sich entschied. Der Kölner hatte bei 5,80 Metern als Führender ausgelassen und nachher im Gegensatz zu dem Russen keinen gültigen Versuch mehr zu verbuchen. Auch Europameister Damian Kallabis konnte über 3000 Meter Hindernis den in ihn gesetzten Hoffnungen nicht ganz gerecht werden und unterlag trotz zwischenzeitlicher Führung dem Franzosen Tahri in 8:29,16 Minuten.

In der Zwischenwertung nach 16 Bewerben rangierten beide DLV-Mannschaften auf dem zweiten Platz, wobei die Männer bis auf einen halben Punkt auf die Italiener aufgeschlossen und die Briten bereits überholt hatten. Die Frauen verzeichneten einen komfortablen Vorsprung von 19 Punkten auf Frankreich.

Etliche Fehlstarts, die den Unmut der Aktiven hervorriefen, gab es über 110 Meter Hürden. Drei Disqualifikationen waren die Konsequenz. Von den verbliebenen fünf Sprintern war Falk Balzer der Schnellste und brachte die Deutschen in Führung in der Gesamtwertung! Jirka Arndt lief über 3000 Meter ein mutiges Rennen und attackierte eingangs der letzten Runde. Als dann die Post abging, hatte der Berliner nichts mehr zuzusetzen, brachte aber einen bemerkenswerten vierten Platz ins Ziel. Boris Henry belegte im Speerwerfen hinter dem überlegenen Russen Sergej Makarov (89,92 m) und dem Griechen Kostas Gatsioudis (84,56 m) mit 82,83 Metern den dritten Rang. 

Vor den abschließenden 4×400 Metern war bei den Frauen klar, dass die DLV-Mannschaft die Russinnen wohl nicht mehr einholen würden können. Hürdenspezialistin Ulrike Urbansky war noch in die Staffel, die auf Grit Breuer und Anja Rücker verzichten musste, gerutscht. Die Karten waren rasch verteilt. Russland vor Deutschland lautete der Einlauf und auch das Endergebnis in der Teamwertung.

Wesentlich enger und spannender war es bei den Männern vor dem Schlussbewerb. Es lag in der Hand der ersatzgeschwächten Staffel um den Bremer Figura, den Gesamtsieg unter Dach und Fach zu bringen. Eine schwierige Aufgabe für die Viertelmeiler. Während vorne ordentlich gekämpft wurde, reihten sich die Deutschen auf dem siebten Rang ein. Mehr war für Benjamin Nitze, Klaus Ehrnsperger, Ruwen Faller und Lars Figura nicht drin. Jamie Baulch lief um den Sieg für Großbritannien, überholte zwischenzeitlich den Franzosen, musste jedoch auf der Zielgerade Jean-Marc Raquil noch den ersten Platz überlassen. Trotzdem reichte es! Mit einem halben Punkt vor Deutschland ging der Gesamtsieg an die Männer aus Großbritannien! 

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