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Berlin-Marathon

Tempomacher Simon Biwott siegt

Melanie Kraus stark – Kazumi Matsuo bezwingt Faccioni

10.09.00 (fc) Insgesamt fast 40.000 Teilnehmer in fünf Disziplinen bedeuteten einen neuen Rekord beim Berlin-Marathon. Kurz vor neun Uhr startete das Hauptfeld mit 27.017 Aktiven bei bewölkten 13 Grad auf die Strecke. Mit dabei waren auch der Bundesaußenminister Joschka Fischer und Ex-Hindernis-Europameister Patriz Ilg. Als Favoriten gingen der Spanier Fabian Roncero und Franca Fiacconi (ITA) in den Lauf, konnten der Rolle allerdings nur bedingt gerecht werden. Bei den Männern überraschte der als Tempomacher vorgesehene Simon Biwott (KEN) als Sieger in 2:07:42 Stunden. Fiacconi wurde von der Japanerin Kazumi Matsuo, die in 2:26:15 Stunden ihre alte Bestzeit pulverisierte, bezwungen. Beste Deutsche war Melanie Kraus (Bild) in hervorragenden 2:27:58 Stunden.

Nach 15 Kilometern zeigte sich Jackson Kabiga, einer der Mitfavoriten, mit an der Spitze, gefolgt von Fabian Roncero, und versuchte, sich etwas abzusetzen. Der Kenianer wurde aber von der Verfolgergruppe, aus vier Athleten bestehend, bald wieder einfangen. Mit einer Halbmarathonzwischenzeit von 1:04:00 war die Gruppe mit zwei Tempomachern schneller unterwegs als Ronaldo Da Costa vor zwei Jahren bei seiner Weltbestzeit in Berlin. Nach 1:10 Stunden attackierte Kabiga erneut und zog an Pacemaker Simon Biwott vorbei. Allerdings scheiterte auch diese Attacke, so dass sich eine Dreiergruppe mit Simon Biwott, Fabian Roncero und Jackson Kabiga formierte. Nach 1:25 Stunden ließ sich Biwott an die dritte Stelle zurückfallen, so dass sich ein spannendes Duell zwischen dem spanischen Rekordhalter und dem afrikanischen Mitfavoriten anzukündigen schien. 17 Kilometer vor Schluss legte Kabiga wieder einige Meter zwischen sich und seine Kontrahenten. Aber schon bald darauf waren die Karten neu gemischt. Nach 1:40 Stunden untermauerte der als Tempomacher verpflichtete Simon Biwott sein Ansinnen, das Rennen beenden zu wollen und hatte wieder die Führung übernommen. Roncero und Kabiga waren zurückgefallen. An die zweite Stelle hatte sich der Spanier Antonio Pena verbessert, der weiter aufholte und sich nach rund zwei Stunden an der Seite von Biwott zeigte. Gemeinsam gingen die beiden auf die letzten Meter. Dem Schlussangriff des Kenianers hatte Antonio Pena nichts mehr entgegenzusetzen, so dass der WM-Neunte in 2:07:42 Stunden seine Bestzeit des letzten Jahres nur um eine Sekunde verpasste und sich über den Sieg freute. Antonio Pena verbesserte in 2:07:47 Stunden seine persönliche Bestleistung. Jackson Kabiga wurde in 2:09:52 Stunden Dritter. Biwott sagte nach dem Lauf, dass er sich wegen Fußproblemen in den letzten Monaten für die Rolle des Pacemakers entschieden hatte und während des Marathons merkte, dass er das Rennen beenden könne. 

Bei den Frauen präsentierte sich die Spitze um die Italienerin Franca Fiacconi nach eineinhalb Stunden noch eng zusammen. Eine halbe Stunde später begleiteten die Italienerin weiterhin zwei Asiatinnen. Nach 2:10 Stunden hatte sich die Japanerin Kazumi Matsuo gelöst und die Führung übernommen. Sie baute ihren Vorsprung auf Fiacconi kontinuierlich aus und gewann den Berlin-Marathon klar in 2:26:15 Stunden. Die Deutsche Melanie Kraus (Leverkusen) lief als Fünfte in 2:27:58 Stunden ein hervorragendes Rennen. Zum Vergleich: die Olympianorm lag in diesem Jahr bei 2:30:00 Stunden.

Der Schweizer Abonnementsieger Heinz Frei entschied das Rennen der Rollstuhlfahrer für sich. Bei den Damen siegte seine Landsfrau Sandra Graf, die von einem Unfall auf den letzten Metern profitierte und sich nicht so richtig über ihren Erfolg freuen wollte. 

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