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Bayer-Meeting in Leverkusen

Claudia Gesell besticht mit Bestzeit

Weltjahresbestleistung durch Jonathan Edwards – Balzer stark

20.08.00 (bm) Die deutsche German-Meetings-Serie geht mit den letzten fünf Veranstaltungen in den nächsten zwei Wochen in ihre Schlussrunde, die mit der sechsten Auflage des Bayer-Meetings in Leverkusen eingeläutet wurde. Dort beglückte man Astrid Kumbernuss, Virgilius Alekna und Greg Saddler als die drei besten Athleten des aus vier Veranstaltungen bestehenden Diamonds Cup (Jena, Nürnberg, Chemnitz und Leverkusen) mit Diamanten im Gesamtwert von 100.000 Mark. Claudia Gesell, Astrid Kumbernuss und Falk Balzer glänzten  bei schwülwarmer und bewölkter Witterung mit deutschen Jahresbestleistungen. Dreisprung-Weltrekordhalter Jonathan Edwards (GBR) setzte mit einer Weltjahresbestleistung von 17,62 Metern ein Ausrufezeichen in Richtung seiner Konkurrenz um den deutschen Weltmeister Charles Friedek, der in seinem einzigen gültigen Sprung auf 17,14 Meter kam.

Falk Balzer lief bereits im 110-Meter-Hürden-Vorlauf mit 13,28 Sekunden eine deutsche Jahresbestzeit. Beim Showdown im Finale gegen Florian Schwarthoff und Colin Jackson legte der Jenaer als Dritter in 13,19 Sekunden noch eine Schippe drauf und war schneller als Florian Schwarthoff (13,23 sec). Colin Jackson, der in 13,10 Sekunden eine exzellente Zeit lief, und Dominique Arnold (USA; 13,11 sec) stritten sich um den Sieg. Balzer hofft nach diesem überzeugenden Auftritt nun auf eine Nachnominierung für die Olympischen Spiele („Es ist schwer, damit umzugehen“), nachdem er zunächst wegen seines Verhaltens bei den Deutschen Meisterschaften nicht berücksichtigt worden war. Den Hürdensprint der Frauen gewann Astia Walker in 12,85 Sekunden. Die Deutschen Caren Sonn (13,14 sec) und Juliane Sprenger (13,10 sec) konnten in dem internationalen Feld keine Akzente setzen. 

Die drei schnellsten deutschen 800-Meter-Läuferinnen trafen im Montforter Stadion aufeinander. Ivonne Teichmann („Ich habe immer noch Hoffnung auf eine Nominierung“) ging das Rennen offensiv an, setzte sich bald an die dritte Stelle, zollte jedoch in der Endphase diesem Tempo Tribut (2:04,21 min). Auf den letzten 200 Metern attackierte Claudia Gesell und überlief unwiderstehlich die Konkurrenz in der neuen persönlichen Bestleistung von 1:58,35 Minuten. Linda Kisabaka (1:59,97 min) wurde Dritte hinter Laetitia Vriesde (SUR). Gesell zeigte sich nach dem Zieleinlauf zufrieden: „Ich wollte zeigen, was ich kann.“ Über 1500 Meter gaben die Russinnen Olga Komyagina (4:02,32 min) und Olga Nelyubova (4:04,21 min) mit schnellen Zeiten den Ton an.

Im Diskuswerfen besiegte der Ungar Zsoltan Kövago (64,97 m) Michael Möllenbeck (62,64 m) und Jürgen Schult (62,38 m). Lars Riedel, der sich in Portugal auf die Olympiade vorbereitet, war ebenso wie der verletzte Litauer Virgilius Alekna nicht am Start.

Charles Friedek legte in einem gut besetzten Dreisprungbewerb im ersten Versuch bereits 17,14 Meter vor. Weltrekordhalter Jonathan Edwards konterte im zweiten Sprung sofort mit der Weltjahresbestleistung von 17,62 Metern und beendete danach den Wettkampf: „Ich wollte nur sehen, ob ich fit bin für Sydney.“

Im Frauen-Hochsprung überzeugte die junge Russin Yulia Lyakhova mit 1,96 Metern. Die deutsche Olympiastarterin Amewu Mensah enttäuschte mit ihren 1,84 Metern als Siebte. Christian Rhoden hingegen entschied das Duell mit US-Routinier Charles Austin für sich. Der Leverkusener sprang mit 2,28 Metern zum Sieg. Michael Stolle machte mit 5,80 Metern als Sieger im Stabhochsprung da weiter, wo er zwei Tage vorher in Monaco aufgehört hatte. Der Niederländer Rens Blom (5,70 m) wurde vor Tim Lobinger (5,60 m) Zweiter.

Astrid Kumbernuss jubelte nach ihrem ersten Stoß auf 20,03 Meter und besiegte damit Nadine Kleinert-Schmitt (18,97 m) deutlich. „Ich wollte die Schallmauer von 20 Metern brechen“, lautete die Zielsetzung der Neubrandenburgerin bereits im Vorfeld, die auf die letzten beiden Versuche verzichtete. 

Zu einem Dreifachsieg der US-Sprinter kam es über 100 Meter. Es gewann Tim Montgomery in 10,09 Sekunden vor Jeff Laynes und Dennis Mitchell (beide 10,16 sec). Marc Blume verletzte sich im Finale (11,11 sec), nachdem er 10,40 Sekunden im Vorlauf lief. Debbie Ferguson (BAH) wies das Zielfoto bei den Frauen als Siegerin aus. Tanya Lawrence (JAM) hatte ebenfalls eine Zeit von 11,11 Sekunden auf die Bahn gelegt. Andrea Philipp war die Trainingsbelastung anzumerken. Sie wurde in 11,35 Sekunden nur Sechste. Über 400 Meter siegte der Jamaikaner Davian Clarke in 45,75 Sekunden. Europameister Iwan Thomas konnte sich mit seiner Zeit von 46,19 Sekunden nicht für einen Platz in der britischen Staffel empfehlen. Die schnellste Frau auf der Stadionrunde war Sandie Richards (JAM), die in 51,24 Sekunden die US-Amerikanerin Monique Hennagan (51,81 sec) auf den zweiten Rang verwies. Über 400 Meter Hürden feierten die US-Boys Eric Thomas (49,51 sec) und William Porter (49,68 sec) einen Doppelsieg. 

Dieter Baumann stellte sich über 1500 Meter vor und mühte sich – aus dem Trainingslager kommend – vergeblich. Benjamin Kipkurui siegte in 3:34,62 Minuten. Baumann, Sechster in 3:37,58 Minuten, stellte fest: „Ich war zu vorsichtig. Ich muss in Sydney mehr Druck machen.“

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