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Grand-Prix-I-Meeting in Athen

Zweite Saisonniederlage für Greene

Griechen feiern Gatsioudis und Thanou – Humbert schafft Norm

28.06.00 (fc) Vor Jahresfrist war Maurice Greene in Athen den aktuellen 100-Meter-Weltrekord von 9,79 Sekunden gelaufen. Entsprechend wurde er diesmal für den Endlauf gesetzt und kassierte 100.000 Dollar Antrittsgage. Den Beweis, dieses Geld wert zu sein, blieb er schuldig! Als Vierter mit einer Zeit von 10,16 Sekunden kassierte er die zweite Niederlage nach Helsinki in dieser Saison. Viel mehr Freude hatten da die begeisterungsfähigen Griechen mit ihren Nationalhelden Kostas Gatsioudis (88,46 Meter im Speerwurf) und Ekaterina Thanou, die sich auf den 100 Metern gegen harte Konkurrenz behauptete. Die deutsche Stabhochspringerin Nicole Humbert nutzte die günstigen Bedingungen, um erstmals in diesem Jahr die Olympianorm von 4,40 Metern abzuliefern. 

Gleich am Anfang der Veranstaltung sorgte der kubanische Hürdensprinter Anier Garcia mit windunterstützten 13,06 Sekunden über 110 Meter Hürden für einen Kracher. Seine Landsfrau Osleidys Menendez unterstrich im Speerwerfen mit einer Weite 66,35 Metern im Duell mit der Weltmeisterin Mirela Tzelili (GRE; 64,51 m) ihre Möglichkeiten.

Ato Boldon (TRI; 10,07 sec) und Francis Obikwelu (NIG; 10,01 sec) hatten die Vorläufe über 100 Meter souverän für sich entschieden und gezeigt, dass sie den für den Endlauf gesetzten Maurice Greene herausfordern wollen. Nach dem dritten Fehlstart (Obikwelu disqualifiziert) zeigte der Weltrekordler seinen Unmut. Entsprechend schlecht kam er dann auch in die Gänge und musste als Vierter (10,16 sec) eine weitere bittere Niederlage in dieser Saison hinnehmen. In 10,08 Sekunden war Nürnberg-Sieger Greg Saddler der Schnellste vor Ato Boldon. Der WM-Dritte Francis Obikwelu setzte die gesparten Kräfte über 200 Meter erfolgreich ein (20,08 sec).
Chryste Gaines (USA) legte bei den Frauen bereits im B-Lauf eine Zeit von 10,97 Sekunden auf die Bahn. Im glänzend besetzten A-Lauf mangelte es nicht an Brisanz. Ekaterina Thanou begeisterte ihre heimischen Fans trotz einem müden Start mit einem Sieg in 11,00 Sekunden gegen Inger Miller (5. Platz; 11,08 sec) und Gail Devers (6. Platz; 11,20 sec), die ihr Saisondebüt auf der Kurzstrecke gab. Hinter der Griechin kamen Chandra Sturrup und Sevatheda Fynes (beide Bahamas) in 11,04 bzw. 11,05 Sekunden ins Ziel.

Der Brasilianer Eronilde De Araujo überflügelte über 400 Meter Hürden auf der Zielgerade Felix Sanchez (DOM) und lief in glänzenden 48,25 Sekunden die zweitschnellste Zeit des Jahres. Auf der Flachstrecke gab es einen weiteren brasilianischen Erfolg durch Sanderlei Parrela (44,73 sec), der auf den letzten Metern den enteilten Mexikaner Alejandro Cardenas noch abfing. Cathy Freeman hatte bei den Frauen keine Mühe, das 400-Meter-Rennen in guten 50,04 Sekunden erfolgreich zu gestalten.

Die deutschen Stabakrobaten gaben eine gute Figur ab. Christine Adams und Nicole Humbert tasteten sich bei 4,30 Meter an die Norm heran. Humbert schaffte die geforderten 4,40 Meter dann zum ersten Mal in dieser Saison. Mit der Entscheidung hatte die Landauerin allerdings nichts zu tun. 4,50 Meter meisterten Daniela Bartova (CZE) und die Russinnen Svetlana Feofanova und  Elena Beljakova, während Vize-Weltmeisterin Anzhela Balakhonova ausließ und wie die drei Konkurrentinnen am neuen Europarekord von 4,56 Meter scheiterte. Feofanova belegte den ersten Platz!
Tim Lobinger überquerte die 5,75 Meter im zweiten Versuch. Das bedeute Rang drei hinter dem immer besser in Form kommenden US-Boy Nick Hysong und dem siegreichen Russen Maxim Tarasov (5,80 m).

Begeisterungsstürme löste der Speerwerfer Kostas Gatsioudis mit 88,46 Metern bereits im ersten Versuch aus. Das reichte schließlich auch, um den ersten Rang zu belegen. Boris Henry (82,47 m) und Peter Blank (82,32 m) landeten auf den Plätzen fünf und sechs. Der deutsche Vorzeige-Kugelstoßer Oliver-Sven Buder verpasste als Viertplatzierter mit 19,98 Meter die 20 Meter knapp. John Godina (USA) beherrschte den Bewerb mit 20,82 Metern. Die Marokkanerin Hasna Benhassi wurde über 800 Meter in 1:59,24 Minuten ihrer Favoritenrolle gerecht. Daniel Komen (KEN) gewann die 3000 Meter in guten 7:31,96 Minuten, der drittschnellsten Zeit des Jahres. Der Dreisprung ging an die Weltjahresbeste Tatjana Lebedeva (RUS), die im sechsten Versuch noch 14,78 Meter erreichte. Die Chinesin Yanmei Dong schloss das Meeting mit der Weltjahresbestzeit von 8:33,07 Minuten über 3000 Meter ab.

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