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Olympische Sommerspiele in Sydney

Die Stars der Spiele

Die Steeple-Olympia-Analyse – Die Top Ten

03.10.00 (fc) Es waren die bekannten Namen, die den Olympischen Spielen mit glänzenden Leistungen ihren Stempel aufdrückten – den vielen Überraschungen zum Trotz. Wir haben uns die Leistungen der Athleten in Sydney noch einmal angesehen und eine „Top Ten“ aufgestellt. Dabei dürfen natürlich die US-Stars ebenso wenig fehlen wie Cathy Freeman, Robert Korzeniowski oder Heike Drechsler. 

1. Marion Jones (USA)
Mit dem Vorhaben, fünf Goldmedaillen zu holen, war sie angetreten. Am Ende waren es nur drei in Gold plus zwei in Bronze als Zugabe. So weit war sie von ihrem „Big Deal“ gar nicht entfernt. Ihr letzter Satz im Weitsprung ging weit hinaus und hätte sie nicht deutlich übertreten, wäre auch dieser Olympiasieg möglich gewesen. In der Sprintstaffel hatten bereits ihre Kolleginnen die Übergaben vermasselt und so konnte Jones nur noch Bronze erlaufen. Getrübt wurde ihr Siegeszug von den Dopingwirren um ihren Ehemann C.J. Hunter. Aber wie sie das wegsteckte und unbeirrt ihren Weg ging, war beeindruckend. Ihr Coach kündigte für Athen 2004 bereits die beste „Marion aller Zeiten“ an. Vielleicht dann mit fünf Goldenen? Wer weiß…

2. Robert Korzeniowski (POL)
Der polnische Geher schrieb mit seinem Double über 20 und 50 Kilometer Olympiageschichte. Noch nie war es einem Athleten gelungen, beide Strecken für sich zu entscheiden. Im Juli hatte er bereits im Steeple-Interview angekündigt, dass er seinen Olympiasieg auf der langen Distanz verteidigen will. Als er durch die Disqualifikation des Mexikaners Segura Gold über 20 Kilometer in der Tasche hatte, war der Weg für den historischen Doppelsieg frei!

3. Cathy Freeman (AUS)
Für die Australier war sie ohne Zweifel der Star der Spiele. Viele, wenn nicht alle, hatten ihren Olympiasieg auf der Stadionrunde nach zwei Weltmeistertiteln erwartet. Der Druck auf Freeman war enorm; wie sie ihn bezwang, beeindruckend. Nachdem sie als Erste die Ziellinie erreicht hatte, saß sie zunächst regungslos auf der Bahn. Die ganze Anspannung fiel erst nach und nach von ihr ab. Über 200 Meter zählte sie nie zu den Favoritinnen und wurde letztlich Siebte. In der Staffel konnte sie das Ruder nicht im Alleingang herumreißen. Trotzdem war die Aborigine ein echter Star der Spiele!

4. Michael Johnson (USA)
Keiner spielte mit seinen Gegnern in Sydney so wie der Weltrekordhalter über 400 Meter. Im Finale war er standesgemäß in 43,84 Sekunden der einzige, der unter 44 Sekunden blieb. Ganz nebenbei war es wohl der lockerste Michael Johnson aller Zeiten, der seine Laufbahn ausklingen lassen möchte und deshalb wohl zum letzten Mal die Olympischen Spiele ganz bewusst erleben wollte.

5. Maurice Greene (USA)
Wenn er unruhig vor dem Start mit fletschender Zunge auf- und abmarschiert, dann war das in Sydney auch ein Zeichen von Beunruhigung. „Ich war noch nie so nervös“, gestand Greene. Aber das hinderte ihn nicht daran, alle Läufe über 100 Meter souverän zu gestalten und in der Staffel das ersehnte zweite Gold in trockene Tücher zu bringen. Im Gegensatz zu Jones fehlt ihm aber noch der letzte Tick Ausstrahlung, der ihn zum wirklichen Superstar macht.

6. Heike Drechsler (D)
Die 35jährige Weitspringerin wurde zum zweiten Mal nach 1992 Olympiasiegerin  Damit schlug die Deutsche ein weiteres erfolgreiches Kapitel in ihrer Karriere auf. Es war faszinierend, wie sie ihre Konkurrentinnen May, Jones und Kotova bezwingen konnte und mit ihrem sympathischen und gelösten Auftreten auch die Herzen der Australier eroberte. Für den DLV blieb es das einzige Gold neben Nils Schumann.

7. Irina Privalova (RUS)
Dass die Ex-Sprinterin auch auf den 400 Meter Hürden konkurrenzfähig sein würde, hatte sie bereits im Saisonverlauf bewiesen. Gold und die Bombenzeit von 53,02 Sekunden trauten ihr nur die wenigsten vorher zu. Was ihr auf den Flachstrecken nie gelang, realisierte die Russin nun auf ihrer neuen Paradestrecke – Gold bei Olympia!

8. Jan Zelezny (CZE)
Was er in den 90er Jahren in Barcelona und Atlanta angefangen hatte, führte der Tscheche nach einer zielstrebigen Vorbereitung in Sydney weiter. Es war sein dritter Olympiasieg in Folge und auch 1988 hatte er in Seoul bereits Silber gewonnen. Als einziger 90-Meter-Werfer der Speer-Konkurrenz unterstrich er auch bei den Jahrtausendspielen seine Klasse.

9. Haile Gebreselassie (ETH)
Der Kenianer Paul Tergat hatte sich intensiv auf das 10.000-Meter-Duell mit Gebreselassie vorbereitet. Der Äthiopier übte sich im Vorfeld in Understatement, nachdem ihn Verletzungen in der Vorbereitung eingeschränkt hatten. Als Tergat aber zum langen Sprint ansetzte, hatte er die Kraft, um ihn auf der Zielgerade in einer knappen Entscheidung zu bezwingen. Es war nach 1996 sein zweiter Olympiasieg. Seine Goldmedaille spendete er wieder einer Kirche.

10. Gabriela Szabo (ROM)
Die kleine Rumänin konnte den Olympiasieg über 5000 Meter realisieren und legte mit Bronze über 1500 Meter noch eine Medaille nach. Beide waren hart erkämpft. Auf der längeren Distanz musste sie sich der Irin Sonia O’Sullivan erwehren, auf den 1500 Metern war ein Schlusspurt nötig, nachdem sie zuvor in ein Gedränge verwickelt war und zwischenzeitlich am Ende des Feldes lag. Für Szabo waren es die beiden ersten Medaillen bei Olympia.

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