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Olympische Sommerspiele in Sydney

Äthiopier Gezahgne Abera
ist neuer Marathon-Olympiasieger

Top-Favoriten konnten sich nicht in Szene setzen

01.10.00 (fc) Der Marathon der Männer bildete den krönenden Abschluss am letzten Tag der Olympischen Sommerspiele. Krönend vor allem deshalb, weil es sich die Topstars der Langstrecke nicht nehmen ließen, in Sydney um Edelmetall zu laufen. Tausende von begeisterten Zuschauern säumten die Straßenränder, um die Läufer lautstark anzufeuern. Es kam zu einem afrikanischen Erfolg mit dem Äthiopier Gezahgne Abera als Olympiasieger in 2:10:11 Stunden. Die heiß gehandelten City-Marathonsieger wie Antonio Pinto konnten ebenso wenig wie die Spanier und Italiener in den Kampf um die Medaillen eingreifen.

Zwei Außenseiter suchten zu Beginn des Marathons die Flucht nach vorne. Tiyapo Maso aus Botswana lag nach der ersten halben Stunde in Front, während sich im Hauptfeld unbeeindruckt davon die zahlreichen Favoriten belauerten. Auf sich alleine gestellt, wurden die Schritte von Maso nach rund einer Stunde schwerfälliger. Im Pulk wurde auf breiter Front beschleunigt. Dabei zeigten auch schon Favoriten wie Martin Fiz oder Antonio Pinto. Hinter Maso hatte sich eine Gruppe von rund 30 Läufern formiert, die sich langsam etwas auseinander zog. Die Jäger jagten den Hasen, der nach 1:15 Stunden nur mehr fünfzehn Sekunden Vorsprung hatte, und flogen bald an Maso, der sich ängstlich umblickte, vorbei.

Eine Spitzengruppe von 13 Athleten bildete sich zunächst heraus. Nach 30 Kilometern trat der Kenianer Eric Wainaina zum Zwischenspurt an. Ihm konnten nur noch die Äthiopier Tesfaye Tola und Gezahgne Abera sowie Jon Brown folgen. Einige Minuten später musste der Brite abreißen lassen. Dahinter kämpften die eigentlichen Topfavoriten wie Antonio Pinto oder Abdelkader El Mouaziz vergeblich um Anschluss. Die drei Afrikaner an der Spitze lagen auf Medaillenkurs. Nach 1:55 Stunden verschärfte Wainaina das Tempo. Die beiden Äthiopier sahen sich fragend an. Abera gelang es im Gegensatz zu Tola, mit Mühe die Lücke wieder zu schließen. Nach exakt zwei Stunden übernahm Abera die Führung und setzte sich weiter ab.  

Mit deutlichem Vorsprung wurde Gezahgne Abera von den 110.000 Zuschauern im Olympiastadion empfangen. Der 22jährige gewann den Marathon in 2:10:11 Stunden und damit die letzte Goldmedaille der Olympischen Sommerspiele von Sydney. Eric Wainaina (KEN) freute sich über Silber. Tesfaye Tola (ETH) komplettierte den kenianischen Erfolg. Als bester Europäer erreichte der Brite Jon Brown als Vierter das Ziel.

Die beiden deutschen Läufer blieben hinter ihrer Zielsetzung zurück. Michael Fietz überholte bei rund 25 Kilometern seinen Kollegen Carsten Eich und kam an Position 37 ins Stadion. „Die Strecke war absolut brutal“, musste er nach 2:20:09 Stunden erkennen. Eich erreichte erschöpft nach 2:24:11 Stunden das Ziel unmittelbar hinter dem Spanier Abel Anton, der auch seine Probleme hatte.

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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