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Olympische Sommerspiele in Sydney

Nach Verletzungen, Enttäuschungen,
Überraschungen blieben fünf Medaillen

Die Steeple-Analyse der deutschen Olympia-Starter

01.10.00 (fc) Die deutsche Leichtathletik-Mannschaft blieb bei den Olympischen Spielen mit nur fünf Medaillen deutlich hinter dem Ergebnis der letzten Weltmeisterschaft in Sevilla, als es noch zwölfmal Edelmetall gegeben hatte, zurück. Der DLV selbst wollte sich am Ergebnis von den letzten Spielen in Atlanta (sieben Medaillen) orientieren. Was zunächst wie eine bescheidene Parole schien, zeichnete sich bereits nach wenigen Tagen als zu hohe Hürde ab. 

Woran lag es?
Zwangsläufig kommt man zu dem Ergebnis, dass auch eine gehörige Portion Pech mit dabei war. Medaillenaspiranten wie Franka Dietzsch oder Charles Friedek gingen angeschlagen in den Wettkampf und konnten somit an ihre letztjährigen Erfolge nicht anschließen. Auch die 4×400-Meter-Frauenstaffel, in den vergangenen Jahren ein Medaillengarant, war in aufgrund der namhaften Ausfälle völlig neuer Besetzung chancenlos. Hinzu kam das Desaster der deutschen Hammerwerfer, die bei der Entscheidung auf der Tribüne saßen. Speerwurf-Hoffnung Tanja Damaske sah wegen einer Verletzung das Olympiastadion nicht einmal von innen.

Nicht zu übersehen…
… war der couragierte Auftritt von 800-Meter-Läufer Nils Schumann, der für die größte Überraschung im DLV-Team sorgte und seine Chance in dem Spurtrennen nutzte. Nicht unbedingt erwartet worden war auch die Bronzemedaille von Hammerwerferin Kirsten Münchow, die den einzigen deutschen Rekord in Sydney aufstellte. Lars Riedel und Astrid Kumbernuss bestätigten ihre Rolle als Medaillengaranten mit ihren Plätzen. Die Hoffnungen erfüllte auch Weitspringerin Heike Drechsler, die sich bei ihrem zweiten Olympiasieg von den Zuschauern zurecht freudestrahlend feiern ließ.

Fazit
Die Probleme, die sich bereits im Saisonverlauf bei dem Ringen um die hoch gesetzten DLV-Olympianormen zeigten, waren auch in Sydney nicht zu übersehen. Platz acht im Leichtathletik-Medaillenspiegel wird den deutschen Ansprüchen nicht gerecht. Man muss neidlos anerkennen, dass es Nationen wie Polen, Äthiopien, Großbritannien oder Kenia im Olympiajahr besser gelang, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Trotzdem sollte man sich über die beiden deutschen Olympiasieger und drei weiteren Medaillengewinner, die positiv in Erscheinung traten, freuen. Beim mittelfristigen Blick auf die Europameisterschaft 2002 in München machen auch die Auftritte von Nachwuchsathleten wie Claudia Gesell oder Yvonne Buschbaum berechtigte Hoffnung. Sie konnten in Sydney Erfahrungen sammeln, von denen sie bestimmt in der Zukunft profitieren werden. Wie immer gab es Licht und Schatten – aber man sollte nicht nur die Medaillen als Maßstab nehmen. Auch die vierten Plätze von Steffi Nerius und Raymond Hecht im Speerwurf verdienen Erwähnung. Für den Deutschen Leichtathletik-Verband waren es durchwachsene Olympische Spiele.

Wir haben zur Analyse das Abschneiden einzelner DLV-Athleten herausgegriffen und in folgenden Kategorien etwas näher beleuchtet:

Die Besten – Heike Drechsler, Nils Schumann und Lars Riedel
Die Lichtblicke – Jirka Arndt, Kirsten Münchow, Raymond Hecht und Kofi Amoah Prah
Die Jungen – Claudia Gesell, Amewu Mensah und Yvonne Buschbaum
Die Pechvögel – Astrid Retzke, Damian Kallabis und Tanja Damaske
Die Tapferen – Karin Ertl, Charles Friedek und Falk Balzer
Die Enttäuschten – Marc Blume, Karsten Kobs, Heinz Weis, Petra Wassiluk und Franka Dietzsch

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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