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Olympische Sommerspiele in Sydney

Marion Jones holt zweites Gold

Grieche Kenteris überrascht über 200 Meter – Bronze für Kumbernuss

28.09.00 (fc) Es war sozusagen vorprogrammiert. Als haushohe Favoritin ging Marion Jones in das 200-Meter-Rennen und ließ keinen Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Mit 21,85 Sekunden blieb sie als einzige Sprinterin unter 22 Sekunden. Bei den Männern gab es eine faustdicke Überraschung. Der Grieche Konstantinos Kenteris lief in 20,09 Sekunden zum Sieg und Landesrekord. Ato Boldon wurde nur Dritter. Ein hochklassiger Weitsprung-Bewerb faszinierte die 110.000 Zuschauer. Der Kubaner Ivan Pedroso entriss erst im letzten Versuch ihrem Landsmann Jai Taurima Gold! Kofi Amoah Prah wurde glänzender Fünfter. Im Zehnkampf ging es eng zu. Auf die Ehrenrunde als neuer Olympiasieger durfte der Este Erki Nool gehen. Erst ein Protest nach dem Diskuswerfen (wir berichteten) hatte ihm den Weg geebnet. Spannend war es auch im Kugelstoßen der Frauen. Im letzten Versuch steigerten sich Astrid Kumbernuss und Yanina Korolchik noch einmal, was der Deutschen Bronze und der Weißrussin den verdienten Olympiasieg bescherte.

Der deutsche Weitspringer Kofi Amoah Prah ballte nach dem dritten Versuch die Faust und zeigte auf die schwarz-rot-goldenen Farben auf seinem Oberarm. Mit seinem Satz auf 8,19 Meter hatte er sich nicht nur in den Endkampf der besten Acht katapultiert, sondern sogar zwischenzeitlich den zweiten Rang hinter Ivan Pedroso, der im zweiten Versuch 8,34 Meter gesprungen war, belegt. Der Australier Jai Taurima flog danach auch auf exakt Pedrosos Weite und jubelte seinen Fans zu, vor deren Augen sich ein hochklassiger Bewerb abspielte. Olexej Lukashevych erreichte im vierten Versuch 8,22 Meter und verwies Prah auf Rang vier. Dann konterte Ivan Pedroso mit 8,41 Metern. Die Führung für den Weltmeister. Taurima ließ sich das nicht zweimal sagen und setzte dagegen. Mit 8,40 Metern verpasste er um einen Zentimeter in seinem vierten Sprung die neuerliche Führung, aber im fünften Anlauf steigerte er sich auf 8,49 Meter. Die Entscheidung fiel im letzten Durchgang. Ivan Pedroso jagte sich auf 8,55 Meter hinaus. Der Australier („Daran werden sich viele Leute lange erinnern“) hatte nichts mehr dagegenzusetzen. Bronze ersprang sich noch der Ukrainer Roman Shchurenko mit 8,31 Metern. Kofi Amoah Prah wurde am Ende Fünfter und hatte sich mit seinen 8,19 Metern gut und teuer verkauft. Seine Analyse: „Ich war auf den Punkt topfit.“ Der glückliche Berliner hätte sich sogar noch mehr zugetraut.

Marion Jones nimmt auch die zweite Hürde auf der Bahn
Wer soll Marion Jones schlagen? Das war die Frage über 200 Meter. Cathy Freeman lächelte am Start gelassen. Im Gegensatz zu den 400 Metern stand sie unter keinerlei Druck und war nicht mehr als eine Außenseiterin. Mit einer Zeit von 21,85 Sekunden lief Marion Jones ihr zweites Gold nach Hause. Susanthika Jayasinghe (SRI; 22,28 sec) musste auf den letzten Metern noch Pauline Davis-Thompson (22,27 sec) von den Bahamas vorbeiziehen lassen und sich hauchdünn mit Bronze begnügen. Der Antritt von Melinda Gainsford-Taylor (AUS), die einen schwachen Start hatte, kam zu spät. Cathy Freeman kam hinter ihr als Siebte ins Ziel.

Grieche Kenteris düpiert Ato Boldon
Weit weniger klar waren die Rollen bei den Männern verteilt. Aber einen hatte kaum jemand so richtig auf der Rechnung – Konstantinos Kenteris, der schnelle Mann aus Griechenland, düpierte alle. In 20,09 Sekunden erreichte er als Erster das Ziel. Wo waren sie geblieben? Ato Boldon und Obadele Thompson hatten Probleme mit den Außenbahnen. Beide kamen in 20,20 Sekunden ins Ziel, aber das Zielfoto wies den Mann aus Trinidad, der mehr wollte, als Bronze-Medaillengewinner aus. Schneller war noch der Brite Darren Campbell in 20,14 Sekunden. Er freute sich über Silber. 

Erki Nool – über Protest zum Olympiasieg im Zehnkampf
Spannung war auch im Zehnkampf vor den abschließenden 1500 Metern angesagt. Chris Huffins lag zwar noch in Front nach dem Speerwerfen, aber hinter ihm rangierten die Konkurrenten dicht gedrängt, so dass er alles im Kampf um eine Medaille geben musste. Frank Busemann ging als Siebter auf die Strecke und reihte sich sofort vorne ein. Erki Nool attackierte an dritter Stelle. Dass Frank Busemann die Führung hielt, kümmerte die Medaillenkandidaten wenig. Chris Huffins orientierte sich mit etwas Abstand an Roman Sebrle. Auf der letzten Runde gab Dean Macey noch einmal Gas und überholte Nool. Der Brite zog auf der Zielgerade an Busemann vorbei. Sebrle kam vor Nool ins Ziel. Huffins trudelte nach Stefan Schmid ein. Erki Nool stand mit 8641 Punkten als neuer Olympiasieger fest. Der Este war nur über einen Protest überhaupt noch konkurrenzfähig geblieben. Silber ging an den Tschechen Roman Sebrle (8606). Chris Huffins (8595) konnte im Duell mit Dean Macey (8567) Bronze behaupten. Der Weltrekordhalter Tomas Dvorak gehörte als Sechster zu den Geschlagenen. Frank Busemann wurde im Gesamtklassement mit 8351 Punkten Siebter. Stefan Schmid hatte sich als Neunter mit 8206 Punkten wacker geschlagen. Mike Maczey, dem nach seinem Ausscheiden über die Hürden Respekt dafür gebührt, dass er den Wettkampf zuende brachte, war etwas unzufrieden mit dem Verlauf des zweiten Tages

Bronze für Astrid Kumbernuss – Korolchik besiegt Peleschenko
Als Astrid Kumbernuss (D) zum letzten Versuch im Kugelstoßen antrat, stand bereits fest, dass sie Bronze sicher hatte. Dann brüllte sie die Kugel auf 19,62 Meter hinaus und verbesserte sich auf den zweiten Rang. Ihr Lächeln verriet, dass sie zufrieden war. Yanina Korolchik (BLR) konterte und übertraf die 20-Meter-Linie. Mit 20,56 übernahm sie mit dieser persönlichen Bestleistung die Führung. Die Weltjahresbeste Larissa Peleschenko (RUS) konnte diese Weite nicht mehr übertreffen und ihr blieb mit 19,92 Metern Silber. Astrid Kumbernuss hatte ihr insgeheim gesetztes Ziel von einer Medaille erreicht und erkannte: „Gold war heute nicht drin.“ Nadine Kleinert-Schmitt (D) wurde mit 18,49 Metern Achte.

Bericht zu den Vorkämpfen des 6. Tages

Bericht zu den Vormittagsbewerben des 6. Tages

– Die kompletten Resultate finden Sie in unserer Ergebnisrubrik –

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