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Boston-Marathon

Elijah Lagat glücklicher Spurtsieger 

Catherine Ndereba macht Roba Strich durch die Rechnung

17.04.00 (fc) Der Boston-Marathon – ein traditioneller Klassiker, der Jahr für Jahr die Leichtathletik-Szene in ihren Bann zieht. Bei seiner 104. Auflage kam es diesmal zu einem nicht unbedingt erwarteten Sieg von dem früheren Berlin-Marathon-Sieger Elijah Lagat, der in einem spannenden Finish den Äthiopier Abera und seinen Landsmann Moses Tanui besiegte. Für einen kenianischen Doppeltriumph sorgte die 27jährige Catherine Ndereba, die damit den vierten Sieg von Fatuma Roba in Folge vereitelte.

Die Männer gingen die ersten zehn Kilometer recht gemächlich an. Im Gegensatz dazu ließen sich die Frauen, die im Gegensatz zur gestrigen Veranstaltung in London Teil des Männer-Feldes waren, nicht lange bitten. Vorerst fand jedoch das übliche Marathon-Geplenkel statt. Mittendrin versuchte Olympiasiegerin Roba, sich von ihren Konkurrentinnen abzusetzen. Dies gelang ihr nur bedingt, die junge Chinesin Sun Yingjie blieb in Sichtweite. Bei den Männern kristallisierte sich eine Spitzengruppe von einer Handvoll Läufern heraus, die sich dann in der heißen Phase deutlich splittete. Mit den Kenianern Moses Tanui und Elijah Lagat sowie dem Äthiopier Gezahenge Abera setzten sich drei Läufer ab. Inzwischen hatte Fatuma Roba an der Spitze des Frauenrennens auf leisen Sohlen von Catherine Ndereba (KEN) überraschend Gesellschaft bekommen. Somit war wieder für genügend Brisanz gesorgt. Ex-Berlin-Marathon-Sieger Lagat bestimmte das Tempo an der Männerspitze. Dahinter Abera und Tanui, der sich dezent an der dritten Position hielt. So läutete das Trio die Schlussphase ein. Keiner wagte die Attacke. Seite an Seite bogen sie auf die Zielstraße ein. Moses Tanui griff als Erster an. Als er schon wie der sichere Sieger aussah, hatte er nichts mehr zuzusetzen und musste den Sieg seinem Landsmann Elijah Lagat, der bei 2:09:46 Stunden ins Ziel lief, überlassen. Selbst Gezahenge Abera konnte Tanui noch überflügeln und auf den dritten Rang verweisen. Das Wichtigste aus Sicht der beiden Kenianer war allerdings, dass sie ihr Olympiaticket als die Schnellsten ihrer Nation in Boston lösten und ganz nebenbei den zehnten Kenia-Erfolg in Folge in Boston nach Hause gelaufen hatten. „Ich war überrascht, dass ich Moses Tanui noch überholen konnte. Ich hatte nicht mit dem Sieg gerechnet“, sagte Elijah Lagat unmittelbar nach dem Einlauf in einem ersten Fernsehinterview.
Ndereba oder Roba – das war die spannende Frage bei den Frauen. Gegenseitig belauerten sich die beiden Afrikanerinnen auf den letzten Kilometern. Dahinter suchte die routinierte Irina Bogacheva den Anschluss. Plötzlich ergriff Ndereba die Initiative und setzte sich binnen weniger Sekunden von Fatuma Roba ab. So war eingangs der Zielgerade der kenianische Doppeltriumph beschlossene Sache. Ndereba erreichte in 2:26:11 Stunden das Ziel und heimste 80.000 Dollar Siegprämie ein. Bogacheva flog auf den letzten Metern noch an der resignierten Roba vorbei und holte sich den zweiten Rang.

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