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Markus Beuttenmüller berichtet direkt vom London-Marathon

Der Marathon boomt

Hochklassige Besetzung in London lässt Bestzeiten erwarten 

(bm) 80 000 Sportler starten innerhalb von zwei Tagen in London, Hamburg, Rotterdam und Boston. Beim erstklassig besetzten London-Marathon werden sowohl bei den Männern als auch den Frauen neue Spitzenwerte erwartet. Neun Läufer mit einer persönlichen Bestleistung unter 2:08 Minuten sind am kommenden Sonntag am Start. 100 000 meldeten sich für das 42,195 km-Rennen in der englischen Metropole an, davon wurden nur 32 000 mit einer Startnummer bedacht. Es sind Prämien von rund 230 000 Dollar ausgesetzt. 
„Auf dieser Strecke ist eine Zeit von 2:06 oder besser zu schaffen“, sagte Khalid Khannouchi, der in London seinen ersten Marathon seit seinem Weltrekordrennen in Chicago bestreitet. Der Marokkaner, der mit seinem Verband im Clinch ist und sich um die amerikanische Staatsbürgerschaft bemüht, verbesserte den Weltrekord im Oktober 1999 von 2:06:05 auf 2:05:42.  Der Südafrikaner Gert Thys, der letztes Jahr in Tokio gewonnen hatte, erwartet einen neuen Weltrekord in London. Er sagte: “ Mein Eindruck von der Strecke ist sehr positiv. Ich denke, hier ist ein neuer Rekord gut möglich“. Der 28jährige Thys war der erste Läufer, der innerhalb von 12 Monaten dreimal schneller als 2:08 gelaufen ist. Auf seinen Sieg in Tokio im Februar 1999 folgte ein dritter Platz in Chicago (2:07:45) und im Frühjahr diesen Jahres in Boston (2:07:52).  Antonio Pinto ist vom London-Marathon kaum wegzudenken. Er nahm fünfmal teil und stand jedes Mal auf dem Siegertreppchen. In 1992 und 1997 gewann er das Rennen und hat bis heute den Streckenrekord von 2:07:55 inne. 1995 und 1998 belegte der Portugiese den dritten Platz und im vergangenen Jahr schloss er als Zweiter ab.  Bei den englischen Buchmachern gehört neben Khalid Khannouchi auch El Mouaziz mit einer Gewinnquote von 8:1 zu den absoluten Topfavoriten. Der Marokkaner setzt alles daran, seinen Erfolg vom letzten Jahr zu wiederholen und seinen Titel zu verteidigen.  Der Olympiasieger von Atlanta, Josiah Thugwane, war Dritter in 1997, ist aber in den vergangenen zwei Jahren verletzt ausgeschieden. Sein letzter großer Erfolg war 1997 in Fukuoka mit einer persönlichen Bestzeit von 2:07:28.  Ein großer Stadtmarathon ist ohne Läufer aus Kenia nicht vorstellbar. In London sind die Topleute Josephat Kiprono, William Kiplagat sowie Japhet Kosgei gemeldet. Kiprono war Fünfter im letzten Jahr und hat in Berlin gewonnen (2:06:50). Kiplagat belegte den dritten Platz in Amsterdam. Kosgei nahm seit 1996 nur viermal an einem Marathon teil und ging bei allen Wettkämpfen als Sieger hervor (Turin und Venedig 1998, Rotterdam 1999, Tokio 2000). Für Italien ist der Europameister Stefano Baldini (PB 2:07:57) am Start, für Spanien Alejandro Gomez (PB 2:07:54).  Bei den Frauen versammelt sich ebenso die Creme de la Creme in Englands Hauptstadt. Die Frauen in Kenia bekommen von ihrem nationalen Verband traditionell keine Unterstützung. Dennoch gibt es zwei Läuferinnen aus dem Staat im südlichen Afrika mit hohen Chancen auf den Marathonsieg: Tegla Lorupe und Joyce Chepchumba. Tegla Lorupe möchte hier ihren Traum, als erste Frau der Welt schneller als 2:20 zu laufen, verwirklichen. Beim New York-Marathon 1994 gab sie ihr Debüt und gewann auf Anhieb mit einem neuen Landesrekord von 2:27:37. Inzwischen nahm sie vierzehnmal an einem Marathon teil und ging achtmal als Siegerin hervor. Ihre PB liegt bei 2:20:43. Das neue Jahrtausend hat für Lorupe bestens begonnen, sie feierte einen Sieg beim Millennium-Marathon in Rom. Chepchumba geht als Titelverteidigerin ins Rennen. Sie konnte es kaum fassen, als sie letztes Jahr überraschend mit einer Zeit von 2:23:22 den London-Marathon gewann und ihr 150 000 Dollar Prämie überreicht wurden. Am gleichen Tag war Lorupe zwei Minuten schneller und holte sich damit den Sieg in Rotterdam. Wenn Chepchumba kommenden Sonntag versucht, ihren Erfolg zu wiederholen, ist ihre Landsfrau Lorupe ihre schärfste Konkurrentin. Die zwei Frauen aus Kenia sind Trainingspartnerinnen, Freundinnen und teilen sich zugleich ein Haus in der Nähe von Detmold. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass beide vor ihrer Marathonkarriere als Postbeamte in Kenia angestellt waren.  Die nächstschnellste Frau im Teilnehmerfeld ist Lidia Simon aus Rumänien. Sie war Dritte in 1997 und hat in Osaka dieses Jahr bereits den rumänischen Rekord aus 2:22:54 verbessert. Fernanda Ribeiro gibt ihr Marathondebüt in London. Die Portugiesin war bereits im letzten Jahr gemeldet, konnte aufgrund einer Verletzung jedoch nicht starten. Über 10 000m war sie Olympiasiegerin in 1996.  Als weitere Favoriten gelten Adriana Fernandez (PB 2:24:06), die 1994 den New York Marathon gewann und Derartu Tulu (TB 2:30:28), die nach ihrer Babypause und einigen Verletzungen den ersten Marathonwettkampf aufnimmt. 

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