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U23-Europameisterschaft in Amsterdam

Optimismus pur bei Katja Schötz

Cottbuser Hochspringerin schielt auf die Medaillenränge

Von der teilweise heftigen Kritik an den deutschen Hochspringerinnen will sich Katja Schötz als junge Athletin nicht beirren lassen. „Natürlich muss der Nachwuchs nachkommen, aber ich glaube, wir sind auf dem besten Weg.“ Deshalb spukt ihr auch schon die Europameisterschaft 2002 in München im Hinterkopf herum: „Gerade im Hochsprung hat man gute Chancen, sich dafür zu qualifizieren. Auf dieses Boot mit aufzuspringen, wäre schon gut.“ Ihre ersten internationalen Meriten sammelte sie im August 1997 bei einem Länderkampf in Budapest als B-Jugendliche. „Damals war ich meganervös“, erinnert sie sich an den ersten Auftritt im Nationaltrikot zurück. Nach einem Bänderriss, der sie zwischenzeitlich außer Gefecht setzte, schaffte sie im vergangenen Jahr zur Junioren-WM in Chile den Sprung zurück ins DLV-Team. „Das war ein einmaliges Erlebnis“, denkt sie heute noch gerne an ihren sechsten Platz in Santiago. 

Bei der ersten Hochsprung-Einheit zur „deutschen Babakova“

Ende der sechsten Klasse wagte Schötz den Sprung vom Schwimmen zur Leichtathletik. „Damals hat mich mein Vater dort mithin geschleift“, plaudert sie aus ihrer Vergangenheit. Nach den ersten Gehversuchen im Mehrkampf dachte sie im 1997 bereits daran, die Spikes wieder an den Nagel zu hängen. Als sich aber die Möglichkeit ergab, unter dem aus Berlin gekommenen Reiner Aust zu trainieren, entwickelten sich die Dinge anders. Weg vom Mehrkampf, hin zum Hochsprung. Die erste Trainingseinheit brachte auch gleich die richtige Motivation. „Der Trainer meinte damals: ‚Mann, du gehst ja ab wie Inga Babakova‘ und ich kam ganz stolz nach Hause.“ Seitdem eilt ihr der Ruf der „deutschen Babakova“ voraus.

In diesem Jahr haben sich in Wörrstadt die Wege der jungen Deutschen und der Weltmeisterin aus der Ukraine zum ersten Mal gekreuzt und prompt gab es ein Lob von der Siegerin. „Sie sagte, ich sei gut gesprungen. Da bin ich gleich noch zwei Zentimeter gewachsen“, lacht Schötz. Inga Babakova ist für sie gerade im technischen Bereich ein großes Vorbild. „Es ist Wahnsinn, wenn man sieht, wie perfekt sie springt.“

„Zur Zeit ist mein Leben total dem Sport untergeordnet“

Mit dem vor wenigen Wochen bestandenen Abitur bricht Katja Schötz nun ein neuer Lebensabschnitt an. Obwohl die Schulzeit erst wenige Tage zurückliegt, kann sie sich kaum mehr vorstellen, alles unter einen Hut zu bringen. „Momentan ist nur Stress angesagt. Wettkämpfe, Training, Physiotherapie, Erholen. Da bleibt kaum mehr Zeit für andere Dinge.“ Deshalb hofft sie, dass ihre Bewerbung beim Bundesgrenzschutz in Cottbus Erfolg hat und sie dort in den Genuss der Sportförderung kommt, um den Leistungssport weiter intensiv verfolgen zu können.

Ihre Leistungen im letzten Jahr, die sie mit der Finalteilnahme bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Chile abschloss, blieben auch in ihrer Heimat nicht verborgen. So konnte sich Katja Schötz am Ende über die Auszeichnung als „Cottbuser Sportlerin des Jahres“ freuen und genießt mittlerweile zuhause einen großen Bekanntheitsgrad. Deshalb wurde der Frauen-Hochsprung in das Programm des Meetings in Cottbus am 18. Juli aufgenommen. Dafür rührt Katja Schötz auch gleich die Werbetrommel: „Nur deswegen lohnt es sich, zu kommen“, scherzt sie und freut sich darauf, dort vor den heimischen Fans voraussichtlich gegen die schwedische Olympia-Dritte Kajsa Bergqvist springen zu können. Mit der Titelverteidigung bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften Ende Juli neigt sich die Saison schließlich auch schon dem Ende. 

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